Lohr

Stadt Lohr will Defibrillator-Spende nun doch annehmen

Im Vorraum der Bankfiliale von Wiesthal hängt bereits ein Defibrillator. Nach einer anfänglichen Absage ist nun auch die Stadt Lohr bereit, sich von der Raiffeisenbank drei der Geräte spendieren zu lassen. Foto: Johannes Ungemach

Im Fall der von der Raiffeisenbank angebotenen Spende von zwei Defibrillatoren für die Stadtteile Wombach und Sendelbach vollführt das Lohrer Rathaus eine Kehrtwende. Es will die unter Umständen lebensrettenden Geräte nun doch annehmen. Das erklärte Bürgermeister Mario Paul am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion. Ursprünglich hatte das Rathaus die Spende abgelehnt.

Es sei im bisherigen Verfahren zu Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Stadt und Raiffeisenbank gekommen, begründete Paul dies. Auch seien rechtliche Fragen unklar gewesen. Mittlerweile habe er sich näher mit dem Thema befasst, erklärte Paul. Er sagte über die Spende der Defibrillatoren: "Ich habe keinerlei Bedenken mehr." Ursprünglich hatte es die Stadt wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt, Trägerschaft und somit Verantwortung für die Geräte zu übernehmen.

Die Raiffeisenbank spendet seit längerer Zeit immer wieder Geld, um Orte in Main-Spessart mit Defibrillatoren auszustatten. Die auch von Laien zu bedienenden, rund 1500 Euro teuren Geräte können im Fall von Herzinfarkt oder -rhythmusstörungen Leben retten.

Noch nie Probleme

Der Stadt Lohr hatte die Bank drei Geräte angeboten. Eines sollte in der Stadthalle aufgehängt werden, je eines in den öffentlich zugänglichen Vorräumen der Raiba-Filialen in Wombach und Sendelbach. Noch nie habe es bei solchen Spenden Probleme oder ein Zögern von Kommunen gegeben, hatte Hilmar Ullrich, Pressesprecher der Bank, gegenüber der Redaktion erklärt.

Doch die Stadt Lohr hatte Bedenken bei den beiden für die Vorräume der Bankfilialen vorgesehenen Defibrillatoren. Da dort kein städtisches Personal vorhanden sei, könne man die Wartung der Geräte nicht sicherstellen, so die Argumentation. Dies könne dazu führen, dass die Geräte im Ernstfall nicht einsatzbereit wären, was jedoch nicht passieren dürfe.

Die Bank indes verwies darauf, dass die Wartung, die insbesondere einen Batteriewechsel alle paar Jahre umfasst, im Zusammenspiel von Bank und Kommunen bislang überall reibungslos funktioniere. Dies war dem Rathaus bei der Ablehnung der Spende in der Vorweihnachtszeit offenbar nicht bewusst. Dass es vor der Absage keine Nachfrage bei der Bank gab, erklärte Paul damit, dass in der Adventszeit im Rathaus immer viel los sei. Die Kommunikation mit der Bank sei ausschließlich über sein Vorzimmer gelaufen, wobei es offenbar Missverständnisse gegeben habe, so Paul.

Mittlerweile habe er sich mit der Frage der Verantwortlichkeit für die Defibrillatoren noch mal näher befasst, so der Bürgermeister. Dabei habe er festgestellt, dass für öffentlich zugängliche Laien-Defibrillatoren keine ganz so strengen Wartungsvorschriften gelten. Es genüge demnach, wenn es eine regelmäßige Sichtkontrolle gebe und diese dokumentiert werde. Dies könne der städtische Bauhof oder die Feuerwehr leisten, so Paul.

Übereinkunft kommt zu spät

Bei einem Gespräch mit der Raiffeisenbank habe man sich daher nun darauf verständigt, dass die Stadt die Spende von drei Defibrillatoren doch annehmen würde. Für die aktuelle Spendenaktion der Bank kommt diese Übereinkunft jedoch zu spät. Laut Bank-Sprecher Ullrich sind die Geräte bereits bestellt.

Die für die Stadt vorgesehenen drei Apparate habe man wegen der Absage der Stadt gestrichen. Nachdem das Rathaus seine Position nun geändert habe, wolle man die Stadt bei der nächsten Spendenwelle berücksichtigen. Diese wird nach Angaben von Ullrich voraussichtlich noch in diesem Jahr rollen.

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