Stetten

Stettener Silvaner wird zu Miraculix

Die schon im Vorfeld ausverkaufte Autorenlesung mit fränkischer Weinprobe war rundum ein voller Erfolg. Foto: Ursula Keller-Münzer

Vor 60 Jahren erschien der allererste Asterix-Band und entwickelte sich über die Jahrzehnte zum absoluten Bestseller. Der runde Geburtstag muss natürlich gebührend gefeiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Daher lud das Büchereiteam Stetten vor kurzem zu einer Autorenlesung „Asterix uff Meefränggisch“ mit Weinprobe und fränkischer Brotzeit ins Pfarrheim Stetten ein. Die Autoren Kai Fraass und Gunther Schunk  gestalteten einen abwechslungsreichen Abend, während die Stettener Weinprinzessin Annika Burkard durch die Weinprobe führte.

Wie es dazu kam, dass sich die Meefrangn als die Unbeugsamen aus dem Volksstamm der Frangn erwiesen und welche Rolle der Mädschigg-Schobbe dabei spielte, erfuhren die Asterix-Fans im Alter zwischen vier und 85 Jahren an diesen Abend im Pfarrheim. Nur wenige Minuten hatten die Macher von „Asterix und Obelix auf Meefränggisch“ gebraucht, um ihr Publikum in ihren fränkischen Bann zu ziehen. Die Besucher bekamen eine unterhaltsame und witzige Kostprobe aus dem fünften Band „Asterix un di Schlachtbladdn“, im perfekten Meefränggisch, abwechselnd vorgetragen von den beiden Autoren, so die Mitteilung.

Die Meefrängische Mundart

Ebenfalls klärten die Autoren die Zuhörer über die bedeutsamen Unterschiede zwischen dem Mittelfranken und dem Meefrangn auf. Nicht nur kulinarisch hebe sich der Meefrange vom Mittelfranken ab – der Mittelfranke habe kurze Bratwürscht der Meefrange lange – sondern auch dadurch, dass in Mittelfranken das Bier dominiere und hier der Mädschigg-Schobbe.

Aber auch in der Sprache gibt es große Verschiedenheiten. Der Meefrange, von Natur aus wortkarg, könne sich mit nur wenigen Buchstaben und Ausdrücken artikulieren. Würde ein Norddeutscher höflich „Warum, wie bitte?“ fragen, begnügt sich der Meefrange mit einem kurzen „hää“. Die Meefrängische Mundart halte auch einige Weltrekorde: Kein anderer könne behaupten, dass er ein Wort mit acht „g“ darin kenne… Hier gibt's den Biggniggruggsagg (Picknickrucksack). In welcher Sprache existiert denn so eine Besonderheit sonst noch?

Außerdem wurde der Abend durch ein fränkisches Quiz aufgeheitert, bei dem die Zuhörer kräftig mitrieten. Ist ein „Dollhorn“ wohl ein Depp oder eine fränkische Felserhöhung in der Rhön?

Fünf Bände auf Meefränggisch

Charmant stellte die Stettener Weinprinzessin Annika Burkard laut Mitteilung bei ihrer ersten Weinprobe die unterschiedlichen Weine vor und setzte diese mit den Figuren aus Asterix und Obelix in Verbindung. Den Stettener Silvaner verglich sie mit Miraculix, dem Erfinder von Zaubertränken, unter anderem dem „Mäddschigg-Schobbe“, dem auch medizinische Mächte und Eigenschaften nachgesagt werden. Den Stettener Stein Müller trocken hat sie mit Asterix gemessen, der trotz seiner Größe Mut und Können beweise und auf ein Abenteuer einlade. Obelix stand Pate für den Weingott Bacchus und für den Stettener Stein Bacchus Spätlese, mit seinem blumigen Aroma und dem goldenen Abschluss der Weinprobe. Die Weine wurden ausschließlich in Stetten angebaut, den Winzern der GWF (Gebietswinzergenossenschaft) und dem Weingut Uwe Amthor, heißt es im Pressebericht.

Die fünf Bände von „Asterix uff Meefränggisch“ gehören mit 100 000 Exemplaren zu den meistverkauften Asterix- und Obelix-Bänden, die in Mundart übersetzt wurden. Diese gibt es unter anderem auch in den Mundarten Kölnerisch, Hessisch, Sächsisch, Schwäbisch oder Ruhrpöttisch.

Mit „Senk juh Steide – we lahf juh“ endete der unterhaltsame und erfolgreiche Abend und zum Schluss konnte das Publikum die Bücher mit persönlicher Signierung erstehen.

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