Triefenstein

Stichwahl in Triefenstein: Wie zwei Frauen ums Rathaus kämpfen

Kerstin Deckenbrock und Karin Öhm wollen auf den Chefsessel im Triefensteiner Rathaus. Was die zwei Kandidatinnen von der Stichwahl ertwarten - auch in Coronazeiten.
Kerstin Deckenbrock (links) und Karin Öhm kämpfen bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Triefenstein.
Kerstin Deckenbrock (links) und Karin Öhm kämpfen bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Triefenstein. Foto: Bettinger/Hogger

Es gibt sicher geeignetere Zeiten, um Wahlkampf zu führen. Mitten in der Corona-Krise kommt es in Triefenstein am Sonntag zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Da die Wahl am 15. März keinen endgültigen Sieger hervorbrachte, müssen die Triefensteiner ein zweites Mal abstimmen, wegen des Coronavirus' komplett per Briefwahl. Nachdem Torsten Gersitz (CSU) und Christoph Müller (SPD) aus dem Rennen ausschieden, bleiben nun zwei Frauen übrig. Die parteilose Kerstin Deckenbrock (Motto: "Aus Vier mach Wir") und Karin Öhm von den "Freien Bürgern". Beide schreiben sich ein gemeinsames Ziel auf die Fahne: Sie wollen eine neue Richtung einschlagen.

Als Favoritin in die Stichwahl geht Kerstin Deckenbrock. Mit über 42 Prozent der abgegebenen Stimmen war sie die klare Siegerin am Wahlabend. "Das Ergebnis vom 15. März macht mich sehr stolz und zuversichtlich, dass auch die Stichwahl für mich ähnlich ausgehen könnte", sagt die 47-Jährige. Allerdings passe es nicht zu ihrer Persönlichkeit, sich mit einem Wahlergebnis sicher in einer Stichwahl zu fühlen.

Deckenbrock will für Veränderung stehen

"Die Wähler haben mit ihrer Stimme bereits signalisiert, dass sie sich Veränderung wünschen und mir dieses Amt zutrauen", sagt Deckenbrock. Sie stehe für diese Veränderung und das Wahlergebnis habe ihr gezeigt, dass die Bürger auch für sie und ihre Persönlichkeit gestimmt hätten. "Und das auch oder gerade weil ich bisher nicht kommunalpolitisch tätig war", so die Personalleiterin, gelernte Krankenschwester und ehemalige Berufssoldatin.

Ihre Kontrahentin, Karin Öhm, zeigte sich am Wahlabend (knapp 26 Prozent) zwar enttäuscht, mit Blick auf die Stichwahl hat sie ihre Chance aber noch lange nicht abgeschrieben. "Es ist noch alles offen und die Wahl ist definitiv noch nicht entschieden", sagt die 53-Jährige. Immerhin seien noch 60 Prozent der Stimmen zu vergeben. Die Verwalterin und ebenfalls gelernte Krankenschwester betont zwar, dass die Bürger ein klares Statement für Deckenbrock und eine neue Richtung abgegeben hätten, für letzteres stünde allerdings auch sie.

Stichwahl rückt wegen Corona in den Hintergrund

Öhm gibt zu Bedenken, dass gerade in der jetzigen Krisenzeit Erfahrung und Zuverlässigkeit wichtig seien. Durch ihre Zeit im Gemeinderat bringe sie diese mit und könne Triefenstein sofort stabil weiterführen. Sie wolle in keinster Weise schlecht über ihre Kontrahentin sprechen, "jedoch ist dieses ,komplett Neue' auch riskant, Frau Deckenbrock müsste sich in dieser turbulenten Zeit ja auch erst einarbeiten", so Öhm.

Für beide Kandidatinnen bleibt es also bis zum Sonntagabend spannend. Für beide ist jedoch auch klar, dass es aktuell wichtigere Dinge als Wahlkampf gibt. "Mir ist die Gesundheit meiner Familie, Freunde und auch der Bürger sehr wichtig", sagt Kerstin Deckenbrock und spricht über den Ausnahmezustand durch das Coronavirus. Die Folgen der Pandemie könnten verheerend sein und sie wolle mit gutem Vorbild vorangehen und dazu aufrufen, sich selbst und andere zu schützen.

Ähnlich sieht es Karin Öhm. "Im Moment gibt es größere Probleme als die Stichwahl, diese rückt gerade natürlich etwas in den Hintergrund", sagt sie und betont, dass aktuell die Gesundheit ihrer Familie ganz oben auf der Liste stehe.

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