Massenbuch

Straße nach Massenbuch: Ausbau in zwei Abschnitten?

Ortssprecher Günter Betz schlägt in der Bürgerversammlung neben einer zeitnahen Umsetzung  die weitere Realisierung im Zusammenhang mit der Ortsumgehung Gemündens vor.
Die schmale und sanierungsbedürftige Straße von Kleinwernfeld nach Massenbuch, hier auf einem Archivbild vom März 2019. Foto: Günter Betz

Eine neue Idee zur Verbesserung der Ortsverbindungsstraße zwischen den Gemündener Stadtteilen Massenbuch und Kleinwernfeld kam in der von rund 30 Leuten besuchten Bürgerversammlung am Dienstagabend im Massenbucher Tennisheim zur Sprache: ein Ausbau in zwei Abschnitten.

Seit vielen Jahren wünschen sich die Massenbucher einen Ausbau dieser relativ schmalen Straße, die an einigen Stellen weniger als 4,5 Meter breit ist. Zuletzt standen sechs Varianten im Raum, angefangen von einer Erneuerung des Straßenbelags und stellenweisem Anbringen von Leitplanken für 185 000 Euro (keine Förderung möglich) bis hin zu einem Komplettausbau für knapp drei Millionen Euro (hierbei ist mit einer Förderung und einem verbleibenden Eigenanteil der Stadt von rund 1,6 Millionen zu rechnen).

Für die 185 000-Euro Lösung konnten sich die Massenbucher nie begeistern, einem Komplettausbau mit Straßenverbreiterung stand der Stadtrat bislang verhalten gegenüber, was mit der chronischen Finanzschwäche der Stadt Gemünden zusammenhängt.

Kosten auf einen längeren Zeitraum verteilen

Nun schlug der Massenbucher Ortssprecher Günter Betz mit Blick auf einen möglichen Anschluss der Ortsverbindungsstraße an die geplante Ortsumgehung Gemündens vor, die oberen zwei Drittel der Ortsverbindungsstraße zeitnah auf eine Breite von 5,5 Meter auszubauen und das untere Drittel in Verbindung mit der Ortsumgehung umzusetzen. Dies hätte laut Betz für die Stadt den Vorteil, dass die Kosten auf einen längeren Zeitraum verteilt werden könnten.

Bürgermeister Jürgen Lippert ging aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen davon aus, dass der Fördergeber bei einem solchen Vorgehen nicht mitspielen werde, weil die beiden Bauabschnitte einige Jahre auseinanderlägen. Dennoch versprach er, der Sache nachzugehen. "Wir klären das."

Stadt hat gegenwärtig keine konkreten Pläne

Auf die Frage eines Bürgers, wie denn der aktuelle Plan der Stadt hinsichtlich der Ortsverbindungsstraße sei, sagte Lippert offen: "Dass erst einmal nichts passiert." Er sei sich zwar sicher, so der Bürgermeister, dass die Ortsverbindungsstraße auch in den anstehenden Haushaltsberatungen des Stadtrats wieder thematisiert werde, allerdings glaube er nicht, dass die veranschlagten 2,8 Millionen Euro Gesamtkosten im Etat 2020 untergebracht werden könnten.

Das Engagement der Massenbucher für ihren Ort sei überdurchschnittlich, sagte Ortssprecher Betz und nannte unter anderem Ausgrasen im Friedhof, Herrichten des Dorfplatzes und Mähen des Bolzplatzes. Er regte einige Verbesserungen an, wie beispielsweise das Ersetzen der unebenen Gehwegplatten auf dem Friedhof durch Pflaster und eine bessere Beleuchtung der Bushaltestelle; auch hierbei wollen sich einige Bürger, in Zusammenarbeit mit der Stadt, engagieren, wurde in der Versammlung deutlich.

Schuldenstand der Stadt besser als befürchtet

Mit Blick auf die Situation der Gesamtstadt machte Bürgermeister Lippert deutlich, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, trotz erheblicher Investitionen die Schulden zu reduzieren. Zum Jahresende 2019 rechne er mit einer Verschuldung von 5,4 Millionen Euro (ohne Stadtwerke), womit man um 1,3 Millionen besser dastehe, als im Haushaltsplan veranschlagt. Die Rücklagen der Stadt betragen laut Lippert aktuell etwas mehr als 2,2 Millionen.

Auch beim Kommunalunternehmen Stadtwerke konnten die Schulden abgebaut werden; zum Jahresende 2019 liegen sie voraussichtlich bei 14,5 Millionen Euro und somit rund vier Millionen unter dem bisherigen Höchststand.

Laut Vorstand Hans Schneider  hat das Kommunalunternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2005 rund 41 Millionen Euro investiert. Mit Blick auf die vergangenen 25 Jahre machte er deutlich, dass in dieser Zeit in Gemünden insgesamt 60 Millionen Euro in Abwassentsorgung und Wasserversorgung investiert worden seien. 25,4 Millionen davon hätten Bürger und Unternehmen als Verbesserungsbeiträge beigesteuert.

In diesem Zusammenhang hatte Bürgermeister Lippert eine gute Nachricht: Aufgrund der bislang erfolgten und auch weiterhin vorgesehenen Konsolidierung des Haushaltes des Kommunalunternehmens solle es solche Verbesserungsbeiträge künftig nicht mehr geben.

Schlagworte

  • Massenbuch
  • Wolfgang Dehm
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Gesamtkosten
  • Hans Schneider
  • Jürgen Lippert
  • Kleinwernfeld
  • Kosten
  • Schulden
  • Schuldenstand
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Stadtwerke
  • Städte
  • Wirtschaftsbranche Wassergewinnung und Wasserversorgung
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!