Marktheidenfeld

Streitgespräch zu Laurenzi: Sind Feuerwerke noch zeitgemäß?

Immer mehr Menschen fordern das Verbot von Feuerwerken, auch unsere Leser beschäftigt das Thema stark. Was sind Pro und Contra? Zwei Redaktionsmitglieder diskutieren.
Grelle Lichter, Rauchschwaden und lautes Krachen. So ein Feuerwerk hat nicht nur seine guten Seiten.
Grelle Lichter, Rauchschwaden und lautes Krachen. So ein Feuerwerk hat nicht nur seine guten Seiten. Foto: Benedict Rottmann

Martin Hogger: Lukas, ich finde ja, dass die Diskussion über Feuerwerke total übertrieben wird. Klar, es ist laut. Aber dann müsste man ja auch die Böllerschützen verbieten. Wie das Feuerwerk ist das ja Brauchtum. Damit aufhören – das kann ja niemand ernsthaft fordern.

Lukas Kutschera: Ob das Brauchtum ist oder nicht, interessiert Tiere herzlich wenig. Nicht nur für Hunde und Katzen bedeuten das laute Krachen, Rauchschwaden und die hellen Lichter Todesangst. Gerade im und am Main leben Wildtiere, für die das Feuerwerk vermeidbarer Stress ist.

Hogger: Für die kurze Zei, ist das kein Faktor. Nehmen wir mal die Neujahrswende. Da müssten ja danach die Tiere in ganz Deutschland verstört sein. 

Kutschera: Selbst wenn die Belastung nur für kurze Zeit ist, können wir sie dennoch einfach ganz vermeiden. Außerdem, was passiert eigentlich mit den Feuerwerkskörpern, wenn sie danach in den Main fallen? Ich kann mir schwer vorstellen, dass das keine Belastung für den Fluss darstellt.

Hogger: Im Main schwimmen dutzende Ausflugskreuzer und Schiffe aller Art. So viel Müll, wie da schon mitschwimmt, da fallen die paar Feuerwerkskörper nicht auf. Ich finde es viel wichtiger, dass durch Feuerwerke der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird.

Kutschera: Du sprichst von gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig schlägst du aber vor, dass Geld aus der Gemeinschaftskasse regelrecht verbrannt wird. Warum steckt man das Geld für Feuerwerke nicht in andere gemeinschaftliche Projekte oder die örtlichen Vereine?

Hogger: Von einem Feuerwerk hat ja jeder was, nicht nur einzelne. Bei einem Feuerwerk rückt die ganze Stadt zusammen.

Kutschera: Genau, von Feinstaub hat jeder was. Mittlerweile haben die meisten verstanden, wie belastend der für  die Umwelt und unsere Gesundheit sein kann. Warum diskutieren wir da überhaupt noch über ein Verbot?

Hogger: Ich kann das Argument an Silvester nachvollziehen, wo laut Bundesumweltamt 16 Prozent der Menge freigesetzt wird, die der Straßenverkehr in einem Jahr produziert. In einem Artikel des WDR empfiehlt eine Umweltmedizinerin, nur private Feuerwerke einzustellen. Von gemeinsamen hätten immer noch alle was. Die Deutsche Umwelthilfe fordert nur, die Feuerwerke aus der Innenstadt fernzuhalten. In Marktheidenfeld ist es ja außerhalb.

Kutschera: Gerade die Stadt sollte mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, dass es auch ohne Feuerwerk gehen kann. Wem Umwelt, Tierwohl und Gesundheit am Herzen liegen, der kann kein Feuerwerk, egal in welcher Art, unterstützen. Ich finde, man muss bei dem Thema konsequent sein.

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