RIENECK/SINNGRUND

Strittig: gemeinsamer Holzverkauf

Ein umfassendes Werk von 66 möglichen Projekten ist das bisherige Ergebnis aus den Arbeitsgruppen zur Vorbereitung eines interkommunalen ländlichen Entwicklungskonzeptes der Sinngrundgemeinden. Die Lenkungsgruppe des Gesamtprojektes Sinngrund-Allianz hatte sich im März einen ganzen Tag lang mit den einzelnen Punkten beschäftigt und diesen Prioritäten gegeben. Dieses Ergebnis wird nun in den einzelnen Gemeinderatsgremien diskutiert und soll dann in einer gemeinsamen Sitzung aller Kommunalparlamente beraten werden.

Die Projektliste wurde nach Handlungsfeldern gegliedert und mit Prioritäten versehen: Top kennzeichnet Maßnahmen von besonderer Dringlichkeit und Bedeutung für die gesamte Allianz, so die Erläuterung zu dem in Rieneck diskutierten Dokument. Maßnahmen wie Dorferneuerung wurden mit einer mittleren Priorität eingestuft, obwohl die Bedeutung zwar für die einzelne Gemeinde sehr hoch ist, aber in der Gesamtbetrachtung für die Allianz auf die einzelne Gemeinde beschränkt bleibt. Dennoch wurde festgestellt: „Wenn die Dörfer sterben, stirbt die ganze Region.“

Maßnahmen, die das Projektmanagement unverzüglich starten könnte, sind mit einem Sofort-Button gekennzeichnet. Zu den Handlungsfeldern zählen Wirtschaft und Versorgung, Verkehr und ÖPNV, Bauern und Innenentwicklung, Soziales (Kinder, Jugend und Senioren), Kultur und Freizeit, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Tourismus und Naherholung sowie Natur, Landwirtshaft und Energie.

Mit Top sind 15 mögliche Maßnahmen gekennzeichnet. Dazu zählen die zwei mit dem Sofort-Button gekennzeichneten Projekte wie „Regionale Versorgung aufrechterhalten, unterstützen, aufbauen und vernetzen“. Danach sollen alternative Formen wie Dorfladen, mobile Angebote und Lieferservice sowie Zweigstellen von Bäcker und Metzger die Nahversorgung verbessern.

Im Rienecker Stadtrat umstritten ist ein weiterer Sofort-Punkt, die „Gemeinsame Holzvermarktung stärken“ mit dem Holzverkauf über die FBG. Wegen der Konzentrationsprozesse der Holz verarbeitenden Industrie zu Großabnehmern werde es zunehmend schwieriger, kleinere Holzmengen gut zu vermarkten, lautet die Feststellung. Im Einzelfall führe dies dazu, dass Waldflächen ungenutzt blieben oder unkontrolliert zu Christbaumkulturen umgewandelt würden.

Ohne die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) wäre kurzfristig der wirtschaftliche Nutzen der Privatwälder gefährdet. Mit der Finanzierung der FBG über die Gebühren am Holzverkauf ist eine Zusammenarbeit der Gemeinden im genossenschaftlichen Sinn für das Fortbestehen der FBG Sinn-Saale wichtig, so die weitere Feststellung. Auch die Betriebsleitung der kommunalen Wälder der organisierten Sinngrundgemeinden könne die FBG übernehmen.

Im Übrigen beschäftigen sich vier der Top-Punkte mit dem möglichen Aufbau einer Organisationsstruktur und Werbung für den Tourismus im Sinngrund. Fünf sind im Bereich Marketing mit der Einrichtung eines Allianzmanagements, dem „Corporate Design“, einem gemeinsamen Mitteilungsblatt für den Sinngrund und der Vermarktung der Region angesiedelt. Auch Grünlanderhalt mit Beweidung und der Christbaumanbau sind Top-Themen.

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