ZELLINGEN

Strom wird ab 1. Mai teurer in Zellingen

Strom wird bei Zellinger Versorgungsbetrieben ab 1. Mai teurer. Der Zellinger Gemeinderat beschloss einstimmig die von der Energieversorgung Karlstadt vorgeschlagenen neuen Tarife unter dem Namen „Zellinger Strom“. Sie gelten zunächst aber nur für Neukunden, für Bestandskunden bleibt alles beim Alten. Das könnte sich im kommenden Jahr ändern, falls Abgaben wie die Umlage aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) steigen. Diese werden jedes Jahr am 15. Oktober für das kommende Jahr veröffentlicht und sind Kalkulationsgrundlage aller Versorger.

Die meisten Privathaushalte in Zellingen dürften in den Tarif „eco“ fallen. Bisher gilt er für einen Strombezug bis 7999 kWh (Kilowattstunden) im Jahr und besteht aus einem monatlichen Grundpreis von 7,95 Euro und einen Arbeitspreis von 23,9 Cent je kWh. Neu sind es nun 8,33 Euro monatlich und 24,51 Cent bis zu einer Strommenge von 5000 Kilowattstunden. Ein Durchschnittshaushalt hat laut Stefan Schinagl, kaufmännischer Leiter der Energieversorgung Lohr-Karlstadt, einen Stromverbrauch von etwa 3000 kWh- Die Tariferhöhung führt daher zu Mehrausgaben von knapp 23 Euro im Jahr. Bei einem größeren Haushalt mit 5000 kWh im Jahr sind es 35 Euro mehr.

Versorger haben höhere Kosten

Bevor Stefan Schinagl das neue Tarifmodel vorstellte, erklärte er, dass auch die Versorger mehr für den Strom bezahlen müssen: Im März 2017 betrug ihr Einkaufpreis um drei Cent je kWh, im Dezember dann über 3,6 Cent. Das betrifft die Zellinger Versorgungsbetriebe derzeit allerdings nicht, die Einkaufsgemeinschaft „CityUse“ hat gut eingekauft, so dass der Strombezugspreis 2017 und 2018 sogar unter dem der drei Vorjahre liegt.

Auf den Strombezugspreis kommen aber noch viele Abgaben. Am stärksten ins Gewicht fallen die EEG-Umlage (rund 6,5 Cent), die Netzentgelte (knapp 5 Cent) und die Stromsteuer (etwa zwei Cent). Der Gemeindekasse kommt die Konzessionsabgabe von etwas über einen Cent zu Gute, sie war in Zellingen zuletzt höher. Die gesunkene Marge führte zu Mindereinnahmen von rund 50 000 Euro im Jahr.

Wichtigster Grund für die Erhöhung der Strompreise sind aber die deutlich gestiegenen Netzentgelte, mit denen der Netzbetrieb finanziert wird. Sie stiegen in der ganzen Branche, erklärte Schinagl. Je Zähler des Endverbrauchers gerechnet waren es 2015 noch etwa 38 Euro, inzwischen sind es über 60 Euro. Damit war die monatliche Grundgebühr im Preismodell „mini“ von 2,95 Euro zuletzt nicht mehr kostendeckend, die neue von 5,95 Euro (fünf Euro netto) reicht gerade so. Um diese recht drastische Anhebung abzumildern, endet der Mini-Tarif nicht mehr bei 1500 sondern schon bei 1000 kWh Jahresbezug. Wer genau 1500 Kilowattstunden benötigt, zahlt dafür jetzt 468 und damit 13 Euro mehr.

Gründe für den Anstieg der Netzentgelte sind laut Schinagl, dass der Verbrauch je Anlage sinkt (bei gleichen Fixkosten. Die von der Bundesregierung beschlossene Umstellung auf Smartmeter (intelligente Zähler) werde für eine weitere Erhöhung sorgen, dafür wurden 100 Euro (je Smartmeter) als Höchstpreis festgelegt. Die Umstellung soll aber sehr langsam über zwölf Jahr erfolgen.

Lidl und Penny kaufen zentral

In Zellingen und Retzbach beziehen 2872 Privatkunden und kleine Firmen ihren Strom von den Versorgungsbetrieben, das sind 84 Prozent. Bei den 25 gewerblichen Großkunden sieht das anders aus, hier sind nur 54 Prozent bei den Versorgungsbetrieben. Dazu erklärte Stefan Schinagl, Konzerne wie Lidl und Penny kauften ihren Strom zentral für alle deutschen Filialen ein.

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