GEMÜNDEN

Stücke über das Leben und die Moral

Ausgeklügelt: Aus der Hand von Christian Baumgärtel stammt, wie in den Vorjahren, das Bühnenbild der Scherenburgfestspiele, die in diesem Jahr vom 6. Juli bis zum 15. August stattfinden. Rund 30 Arbeitsstunden waren für das Modell nötig, das am Sonntag von (von links) Christian Baumgärtel, Inge Albert, Helga Waidmann und Horst Gurski vorgestellt wurde.
Ausgeklügelt: Aus der Hand von Christian Baumgärtel stammt, wie in den Vorjahren, das Bühnenbild der Scherenburgfestspiele, die in diesem Jahr vom 6. Juli bis zum 15. August stattfinden. Rund 30 Arbeitsstunden waren für das Modell nötig, das am Sonntag von (von links) Christian Baumgärtel, Inge Albert, Helga Waidmann und Horst Gurski vorgestellt wurde. Foto: Herbert Hausmann

Die Scherenburgfestspiele 2012 werfen ihre Schatten voraus. „Nach dem Riesenerfolg des vergangenen Jahres ist die Frage, ob wir noch etwas zulegen können“, so Horst Gurski, der Künstlerische Leiter der Festspiele bei einem Pressegespräch. Neben den einzelnen Stücken stellte er gemeinsam mit dem Festspielverein am Sonntag auch das neue Bühnenbild vor, das wiederum von Christian Baumgärtel geschaffen wurde und, mit jeweils leichten Veränderungen, für alle drei Stücke passend ist.

Obwohl in diesem Jahr kein Musikstück auf dem Programm der Scherenburgfestspiele steht, dürfte sich das kulturelle Highlight in der Region wieder als Publikumsmagnet herausstellen. „Wegen des hohen Aufwandes kann man das nur alle paar Jahre mal machen“, erklärten Horst Gurski und Inge Albert, die Geschäftsführerin des Festspielvereins übereinstimmend. Gerade das Musikstück „Blues Brothers“ hatte in der vorigen Saison großen Anteil daran, dass knapp 25 000 Besucher auf der Scherenburg gezählt werden konnten.

„Ein Stück von unglaublichem Humor, Realismus und Sympathie für die Opfer.“

Horst Gurski über „Flug über das Kuckucksnest“

Mit Horst Gurski als Künstlerischem Leiter und Regisseur gehen die Scherenburgfestspiele in die 13. Saison. Da aber viele Theaterleute abergläubig sind, „sagen wir lieber zwölf Jahre sind wir zusammen“, meinte Horst Gurski bei der Vorstellung der diesjährigen Stücke, von der er selbst bei zweien auch Regie führt. So beim Kultstück „Einer flog über das Kuckucksnest“ und beim Kinderstück „Neues vom Räuber Hotzenplotz“. Die Komödie „Das Haus in Montevideo“ steht unter der Regie von Dirk Waanders.

Kaum ein Theaterstück spiegelt nach Ansicht von Horst Gurski das Leben so wider, wie „Einer flog über das Kuckucksnest“. „Ich will damit eine positive Message geben“, meint Horst Gurski. Dabei ist sein Stück „ganz anders“ als der mit insgesamt fünf Oscars ausgezeichnete Kinofilm von Milos Forman aus dem Jahr 1975 mit Jack Nicholson in der Hauptrolle.

„Ein Stück von unglaublichem Humor, Realismus und Sympathie für die Opfer, gespickt mit ungeheurer Situationskomik“, sagt Gurski zu seinem „Flug über das Kuckucksnest“. Dabei betont er, dass das Theaterstück älter ist als der Kinofilm. „Zuerst war das Buch da, dann das Theaterstück und danach erst der Film“, der allerdings an Bekanntheitsgrad am stärksten verbreitet ist. Die Premiere ist am Mittwoch, 18. Juli, um 20.30 Uhr.

Als „eine der schönsten Komödien“ bezeichnete der Künstlerische Leiter der Festspiele „Das Haus in Montevideo“. „Es ist ein Stück, das von Moral handelt“. Daher können besonders die aktuellen innenpolitischen Ereignisse der vergangenen Monate eng mit dem Inhalt des Stücks in Verbindung gebracht werden. „Aktueller kann ein Theaterstück überhaupt nicht sein“, meinte er vor dem Hintergrund, dass sich vieles um Geld und Moral dreht. „Rettet die Dollars samt der Moral – oder nichts ist so schmutzig wie eine schmutzige Phantasie“. Dirk Waanders, der schon im Stück „Das Forsthaus im Spessart“ Regie geführt hat, zeichnet auch im „Haus von Montevideo“ verantwortlich. Premierenvorstellung ist am Mittwoch, 11. Juli, um 20.30 Uhr.

Auch einen Geburtstag gilt es bei den Scherenburgfestspielen 2012 zu feiern: Seit 50 Jahren gehört der „Räuber Hotzenplotz“ zu den Stücken, die zum Spielplan vieler Bühnen gehören. So hält er in seinem Jubiläumsjahr auch wieder Einzug auf der Freiluftbühne hoch über Gemünden, um Neues zu verbreiten.

„Für alle, die Kasperle, Seppel und die Großmutter nicht kennen, ein unbedingtes Muss“, ist das Stück nach Ansicht von Horst Gurski. Aber auch die, die die bisherigen Abenteuer der von Autor Otfried Preußler geschaffenen Figuren bereits kennen, ist das neue Stück interessant. Die Vorstellungen finden um 10 Uhr und um 16 Uhr statt. Für Montag, 30. Juli, wird es um 20.30 Uhr auch eine Abendvorstellung geben. Die Premiere findet am Freitag, 6. Juli, um 10 Uhr statt und ist gleichzeitig die Auftaktveranstaltung der Scherenburgfestspiele 2012.

„Zwölf Kinder, am besten wie die Orgelpfeifen, von sechs bis 14 Jahren.“

Horst Gurski sucht Jungtalente

Rund 30 Schauspieler werden bei den Festspielen in Gemünden auf der Bühne stehen. Der weitaus größte Teil sind Laien, die bereits seit Jahren mitwirken. Für einige waren die Scherenburgfestspiele der Start in eine Schauspielkarriere. Gesucht werden für die diesjährigen Vorstellungen noch einige Kinder. Sie sollen in der Komödie „Das Haus in Montevideo“ mitspielen. „Zwölf Kinder, am besten wie die Orgelpfeifen, von sechs bis 14 Jahren“ benötigt Horst Gurski noch.

Ihr Auftritt wäre jeweils gleich zu Beginn der Vorstellung und ist um 21 Uhr beendet. Eine regelmäßige Teilnahme an den Proben sowie die Bereitschaft auch während der Sommerferien an den Auftritten teilzunehmen, sind Voraussetzung.

Interessenten können sich telefonisch im Festspielbüro bei Helga Waidmann unter Tel. (0 93 51)9 54 24 melden. Auch können hier bereits Karten für alle Vorstellungen im Vorverkauf geordert werden.

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