Rieneck

Sven Nickel erobert Bürgermeisterposten in Rieneck

Mit 63 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Hubert Nickel (AfR) durch. Die Wahlbeteiligung lag dabei deutlich höher also noch bei der Wahl vor zwei Wochen.
Sven Nickel, neuer Bürgermeister von Rieneck, am Eingang des Bürgerzentrums, das gerade saniert wird.
Sven Nickel, neuer Bürgermeister von Rieneck, am Eingang des Bürgerzentrums, das gerade saniert wird. Foto: Helmut Hussong

Der Wählerwille ist eindeutig: Mit 798 Stimmen und damit mit 63,2 Prozent der gültig abgegebenen Briefwahlstimmen wurde Sven Nickel (40), der für die Freien Bürger (FB) Rienecks in die Stichwahl ging, zum Bürgermeister gewählt. Er wird damit als kommunalpolitischer Neuling für die nächsten sechs Jahre die Geschicke der Stadt Rieneck leiten. Hubert Nickel (61), der für die Allianz für Rieneck (AfR) antrat, erhielt 464 Stimmen und damit 36,8 Prozent. 

Gegen 19.45 Uhr kam das Ergebnis der wie überall als Briefwahl durchgeführten Stichwahl zum Rienecker Bürgermeister. 1592 Wahlberechtige konnten ihre Stimme abgeben. Bei 1293 eingegangen Briefwahlunterlagen, drunter 31 ungültige Stimmen lag die Wahlbeteiligung bei 81,2 Prozent und damit deutlich höher als im ersten Wahlgang am 15. März. Mit 334 Stimmen Vorsprung hat sich damit Sven Nickel als "Newcomer" gegen seinen auf 30 Jahren Stadtratserfahrung zählenden Mitbewerber Hubert Nickel durchgesetzt.

Unter Sven Nickel soll es kein Fraktionsdenken geben

"Ich war sehr zuversichtlich, dass ich gewinne", freute sich Wahlsieger Sven Nickel über das Ergebnis. "Ich hatte die Vermutung, dass die meisten Wähler von Wolfgang Küber bei mir landen", sagte er am Telefon. Er sei aber dennoch angespannt gewesen und diese Anspannung habe sich nun mit einem Schlag gelöst: "Ich freue mich riesig über das deutliche Ergebnis." Er würde auch sich besonders darüber freuen, wenn der neue Stadtrat von Beginn an konstruktiv zusammenarbeiten würde. "Für mich gibt es das Fraktions- oder Gruppierungsdenken nicht." Das habe er schon von Beginn an im Wahlkampf deutlich gemacht.

"In Zeiten von Corona, kann man dennoch feiern", freute sich Sven Nickel über die digitalen Medien. Er sitze hier, wie es die schwierigen Zeiten verlangen, im Wohnzimmer im Kreise seiner Familie. Aber: "Über Skype habe ich den Rest der Mitstreiter zugeschaltet und jeder sitzt regelkonform bei sich zu Hause mit einem Glas in der Hand und hat was zu knabbern vor sich- und wir machen eine Skype-Wahlparty." Das nenne man "Dinner for One 2.0".

Hubert Nickel nimmt das Wahlergebnis sportlich

"Es ist halt doch nicht so gekommen wie ich gehofft habe", nimmt der unterlegene Hubert Nickel sein Wahlergebnis sportlich. Vor sechs Jahren, als er gegen Wolfgang Küber antrat, habe er nur knapp verloren, nun aber um so deutlicher. "Ich nehme an, dass die Rienecker nun einen jungen Bürgermeister mit frischen Ideen und Visionen im Amt wollen", schloss Nickel aus dem Ergebnis. Eine gewisse Enttäuschung sei nicht zu verhehlen, wenn man mit knapp 37 Prozent aus dem Rennen ausscheide.

Die meisten Wähler von Wolfgang Küber hätten sich wohl in der Stichwahl nun für Sven Nickel entschieden. Die Freien Bürger hätten bereits in Rieneck ein gutes Wählerpotential mit meist vier Sitzen im Stadtrat gehabt. Durch den eigenen Kandidaten habe sich das Potential der Freien Bürger wieder gefunden. Hubert Nickel hat per Whats App Sven Nickel zur Wahl gratuliert und ihm geschrieben: "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit".

Hubert Nickel will nun als Stadtrat weiter der Wählerverpflichtung nachkommen. "Ich freue mich auch auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Stadträten, die für die nächsten sechs Jahre gewählt wurden", sagte Hubert Nickel. Nach Wolfgang Küber sei er der dienstälteste Stadtrat und könne mit seinem Wissen aus der Vergangenheit den Neuen viele Informationen geben.

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