Marktheidenfeld

THW-Einsatz beim Schneechaos in Südbayern

Schneemassen auf den Dächern wurden zum Abräumen zersägt: Das THW Marktheidenfeld beim Schneechaos in Südbayern. Foto: Jürgen Fischer

Am 12. Januar wurden die THW-Kräfte aus Marktheidenfeld anlässlich der anhaltenden Schneefälle in Südbayern alarmiert. Angefordert wurde zunächst eine Bergungsgruppe. In Absprache mit den ebenfalls alarmierten Kameraden vom Ortsverband Alzenau wurde beschlossen, einen gemeinsamen technischen Zug zu stellen, berichtet das THW in einer Pressemitteilung.

Die Anreise erfolgte in Marschkolonne mit zwei Mannschaftstransportwagen (je ein Fahrzeug OV Marktheidenfeld und OV Alzenau), einem Mehrzweckkraftwagen (OV Alzenau) sowie dem Lkw mit Ladekran (OV Marktheidenfeld). Mit 22 Einsatzkräften, zwölf aus Marktheidenfeld und  zehn aus Alzenau, und den speziellen Einsatzfahrzeugen waren die Einsatzkräfte  laut ihrer Mitteilung "möglichst gut aufgestellt für die zu bewältigenden Aufgaben".

Die erste Nacht verbrachten die THW-Kräfte in einer Unterkunft in Ainring. Die erste Einsatzstelle Sonntag, 13. Januar, lag in Ramsau im Landkreis Berchtesgaden. Hier mussten zwei Dächer von den Schneelasten befreit werden. Zuvor erfolgte eine kurze Auffrischung über Sicherungstechniken bei Arbeiten auf dem Dach. Die mitgeführten Fahrzeuge mussten auf Schneeketten gestellt werden, um die Einsatzstellen, die auf einer Höhe von bis zu 1200 Metern lagen, erreichen zu können.

Am dritten Einsatztag (14. Januar) wurden die Helfer aus Marktheidenfeld und Alzenau zu einer Gaststätte am Taubensee bei Ramsau beordert. Dort hatte ein Baufachberater des THW das Dach begutachtet. Alle Gebäude wurden von den Fachkräften des THW in drei Kategorien mit unterschiedlicher Priorität eingestuft. Die THWler räumten das Dach und wendeten so eine mögliche Beschädigung ab.

Den größten Teil des Einsatzes verbrachten die Kräfte jedoch auf dem Obersalzberg bei Schönau. Der dortige Komplex der CJD Christophorusschule drohte unter den Lasten von fast zwei Meter hohem Schnee zusammenzubrechen. Gemeinsam mit rund 300 anderen Kräften von Bundeswehr, Bundespolizei, der Berufsfeuerwehr München (Fachgruppe Höhenrettung) und zahlreicher anderer Wehren aus dem ländlichen Umkreis dauerten die Arbeiten auf dem Dach zwei volle Tage (15./16. Januar) an.

Mehrere Kilometer Seil wurde auf dem Dach verlegt, um die Einsatzkräfte vor einem möglichen Sturz zu sichern. Als wertvolles Hilfsmittel entpuppte sich der Ladekran des THW Marktheidenfeld, dessen Arm ausgefahren als Sicherungspunkt für weitere Helfer flexibel verwendet werden konnte.

Nicht nur die Schneeschaufel kam zum Einsatz. Mit großen Sägen zerlegte man den Schnee auf den Dächern in große Quader, die man einzeln vom Dach gleiten ließ. Die Helfer gingen an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit, wie das THW mitteilt.

THW Marktheidenfeld beim Schneechaos in Südbayern Foto: Jürgen Fischer

Am vierten Einsatztag (15. Januar) wurden drei Helfer in die Heimat verabschiedet, die dort ihrem Arbeitsalltag wieder nachkommen mussten. Dafür wurden fünf neue Helfer begrüßt. Auch logistische Herausforderungen mussten bewältigt werden. So wurde der Zugtrupp mit der Aufgabe betraut, sich um die Belegung der Unterkunftszimmer für an- und abrückende Einheiten zu kümmern. Weiterhin wurden Kräfte für den Funkverkehr und das Meldewesen angefordert.

Am 16. Januar sollte noch eine Zugbefehlsstelle von den Kräften aus Marktheidenfeld eingerichtet werden, um eine Unterabschnittsleitung für die Einsatzstelle in Schönau zu bilden. Jürgen Fischer, stellvertretender Ortsbeauftragter des OV Marktheidenfeld, hatte neben dem Kontakt zu den Kameraden in die Heimat auch noch zwei Interviews, welche im Rundfunk gesendet wurden, zu führen. Gegen Mittag des 17. Januar waren die Dächer des Schulkomplexes geräumt und etwaige Gefahren verhindert worden. So konnten die THW-Kräfte in ihre Heimat zurückkehren und kamen dort in der Nacht alle wohlbehalten an.

Bei der großen Einsatzlage waren alle 111 Ortsverbände des Landesverbandes Bayern eingesetzt. Aus dem Regionalstellenbereich Karlstadt stellte der OV Marktheidenfeld mit 26 Helfern (davon 17 im Einsatzgebiet, die restlichen Helfer ergeben sich aus den Hintergrundarbeiten wie Verwaltung, Logistik sowie der Öffentlichkeitsarbeit) die größte Personalstärke.

Die Einsatzstunden während der sechs Einsatztage belaufen sich auf rund 2100. Insgesamt fuhren die drei Fahrzeuge des OV Marktheidenfeld 3600 Kilometer weit. "Alle Helfer waren hochmotiviert und leisteten ihre Arbeit auf einem sehr hohen und äußerst professionellen Niveau", heißt es in der THW-Mitteilung. Dank gelte nicht nur allen Einsatzkräften vor Ort, sondern auch den Familien und Arbeitgebern, die durch Rückhalt und Verständnis eine solche Hilfeleistung erst ermöglichen.

Schuldach vom Schnee befreit: THW Marktheidenfeld beim Schneechaos in Südbayern Foto: Jürgen Fischer

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