Marktheidenfeld

Tafel Marktheidenfeld: Lebensmittel retten und Menschen helfen

Friedbert Väth (Fahrer), Carmen Wiesmann (2. Vorsitzende), Sebastian Dosch (1. Vorsitzender) helfen bei der Warenanlieferung. Foto: Gerhard Schmitt

Während im Tafelladen in Marktheidenfeld die Mitarbeiterinnen Obst und Gemüse für die Ausgabe vorbereiten, fährt vor dem Gebäude der Transporter vor und liefert die Waren an. Verantwortlich für das Einsammeln der Waren ist Friedbert Väth, gemeinsam mit 18 Fahrern. Er kümmert sich auch um die gesamte Logistik bei den acht Touren, bei denen vor allem Supermärkte und Discounter in der näheren Umgebung angefahren werden, um überschüssige Ware abzuholen und vor dem Wegwerfen zu retten. Und zweimal die Woche geht die Fahrt auch nach Schweinfurt und Gochsheim zur zentralen Sammelstelle der Tafeln.

Freie Wahl in Marktheidenfeld

Bereits lange bevor um 15 Uhr dann der Tafelladen öffnet, strömen die Menschen in die Friedenstraße. Die rund 80 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer arbeiten abwechselnd in drei Teams. Jedes Team gibt also alle drei Wochen die Lebensmittel aus. Das Angebot nutzen aktuell jeweils samstags 210 Berechtigte, darunter 81 Kinder. Die Kunden decken hier einen Großteil ihres täglichen Bedarfs an Lebensmitteln. Hierzu benötigen sie einen Berechtigungsschein, zahlen einen kleinen Obolus und müssen eine Nummer ziehen, die dann die Reihenfolge des Einkaufs festlegt.

Der große Vorteil im Marktheidenfelder Tafelladen ist laut erstem Vorsitzenden Sebastian Dosch, dass man aus einem großen Sortiment auswählen kann und nicht wie in anderen Tafelläden einen zusammengestellten Beutel erhält. Dadurch können die Mitarbeiter besser auf die Gewohnheiten und Wünsche der Kunden eingehen. Außerdem bietet der Laden einen geschützten Warteraum mit Stühlen und man muss nicht auf der Straße stehen.

Ehrenamtliche Helfer immer gesucht

Brigitte Schelter, Sigrid Lukowski und Barbara Baunach bereiten Gemüse und Obst für die Ausgabe vor. Foto: Gerhard Schmitt

Gegründet wurde die Tafel in Marktheidenfeld am 2. Juli 2007 und ist mittlerweile ein gemeinnütziger Verein. Das Ausstellen einer Spendenquittung ist daher möglich. Es gibt viele Helfer, die schon seit vielen Jahren aktiv sind. Das Altersspektrum der Ehrenamtlichen erstreckt sich von 40 bis 85 Jahren, wobei die meisten über 60 Jahre alt sind. Zweite Vorsitzende Carmen Wiesmann ist für jeden Helfer sehr dankbar, wünscht sich aber noch mehr Unterstützer: "Wir freuen uns auf jede oder jeden, der mithelfen möchte. Das kann auch nur für einige Stunden sein. Wer Interesse hat, kann auch gerne einmal samstags reinschnuppern und probeweise mitarbeiten." Sebastian Dosch ergänzt: "Und wer keine Zeit zum Helfen hat, kann gerne auch im Verein Mitglied werden und damit einen Beitrag leisten."

Privatleute und Firmen spenden Artikel

Das Lebensmittellager bietet meist eine große Auswahl. Foto: Gerhard Schmitt

Mit den Räumlichkeiten und der Ausstattung – unter anderem existieren zwei Kühlräume für Lebensmittel, die kühl gelagert werden müssen – sind die beiden Vorsitzenden sehr zufrieden. Über kurz oder lang soll allerdings ein neuer Transporter für den in die Jahre gekommenen alten Sprinter angeschafft werden. Sebastian Dosch und Carmen Wiesmann danken ausdrücklich allen Unterstützern, Helfern, und Spendern sehr. So gibt es zwischenzeitlich auch Privatpersonen, die vorbeikommen und fragen, welche Artikel fehlen, die sie dann kaufen und dem Tafelladen spenden. Dringend benötigt werden auch immer Kaffee und Babywindeln, da diese oft teuer sind. Viele Firmen unterstützen die Tafel zusätzlich durch Sach- und Geldspenden.

Aktuell läuft – bis einschließlich Dienstag – die gemeinsame Osternest-Aktion mit dem Erlebnisbad Wonnemar und der Main-Post. Man kann ein oder mehrere Osternester zusammenstellen sie bei der Main-Post in Marktheidenfeld oder dem Wonnemar abgeben. Die Spender erhalten als Dankeschön einen Gutschein für das Wonnemar, die Kinder erhalten die Osternester dann am Karsamstag im Tafelladen.

Die Tafeln in Deutschland
Es gibt über 940 Tafeln mit mehr als 2 000 Tafel-Läden und Ausgabestellen (Gründung der ersten Tafel 1993 in Berlin). Etwa 60 Prozent der Tafeln sind Projekte in der Trägerschaft verschiedener gemeinnütziger Organisationen (z.B. Diakonie, Caritas, DRK, AWO). Rund 40 Prozent der Tafeln sind eingetragene Vereine. Deutschlandweit engagieren sich circa 60 000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Tafeln. Über 2 300 Fahrzeuge sind im Einsatz; davon haben rund 63 Prozent eine Kühl- und rund 8 Prozent eine Tiefkühlfunktion. Der Dachverband der Tafeln ist der Tafel Deutschland e.V., gegründet 1995. Die deutschen Tafeln unterstützen regelmäßig bis zu 1,5 Millionen bedürftige Personen, davon 30 Prozent Kinder und Jugendliche.

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