Rechtenbach

Talvariante für Rechtenbacher Kanal nach Lohr auf der Kippe

Möglicherweise scheitert die Talvariante auf den letzten Metern und der Anschluss an das Lohrer Kanalnetz unterhalb der Wohnanlage Rechtenbachtal ist hinfällig. Foto: Jochen Kümmel

Auf den letzten Metern scheinen im wahrsten Wortsinne die Grundstücksverhandlungen für den Abwasseranschluss der Gemeinde Rechtenbach an das Kanalnetz der Stadt Lohr ins Stocken zu geraten. Da sich die Gemeinde mit einigen Grundstückseigentümern nicht einigen konnte, steht die "Talvariante" nun auf der Kippe.

Über diese Entwicklung informierte Bürgermeister Klaus Bartel in der Rechtenbacher Gemeinderatssitzung am Montagabend im Rathaus. "Ein Grundstückseigentümer hat Forderungen gestellt, die einfach nach unserer Ansicht und der Rechtsaufsicht überzogen sind", berichtete Bartel. Konkrete Summen nannte Bartel nicht.

Zur Erinnerung: Die geplante Variante führt durch den Wiesengrund, an den verschiedenen Mühlen vorbei und soll unterhalb der Wohnanlage im Rechtenbachtal (Nähe Aldi) an einen Endschacht des Kanals der Stadt Lohr angeschlossen werden.

Um nicht mehr Zeit zu verlieren, legte Karl-Heinz Scheuring von der Firma Bayern-Grund dem Gemeinderat nahe, sich nach Alternativen umzuschauen. Die Firma Bayern-Grund finanziert den Abwasserkanal vor und berät die Gemeinde bei der Planung des Bauvorhabens.

Viele Eigentümer haben sich überzeugen lassen, dass der Kanalbau eine gute Sache ist und es sich um ein vernünftiges Angebot handelt. In einem Fall ist die Forderung laut Scheuring aber so hoch, dass das Landratsamt sagt: "Das geht nicht mehr."

Zeit drängt wegen Förderfrist

"Man muss sich jetzt langsam auch im Hinblick auf die Förderung Gedanken machen, wie man nun weiter vorgeht", sagte Scheuring. Wenn die Gemeinde die Förderung behalten will, muss sie sich nach einer Alternative umschauen, auch wenn diese teurer ist.

Die Förderfrist endet Ende 2021. Dies bedeutet: Es muss gebaut und abgerechnet sein. Bis Juli/September 2020 müsste der Kanalbau beginnen, wenn die Baumaßnahmen pünktlich fertig sein sollen, erfuhr Gemeinderat Christian Lang (Freie Wähler) auf Nachfrage. "Wir werden noch ein Angebot machen, das auch die Rechtsaufsicht genehmigen würde", erläuterte der Rathaus-Chef. Die gestellten Forderungen der letzten 550 Meter waren ungefähr so hoch wie das, was die Gemeinde ein Hebewerk kosten würde, ließ Bartel durchblicken.

Eine Alternativplanung sieht den Verlauf oberhalb des Rechtenbachtals in einem Waldweg vor und würde am Tannenackerweg anschließen. Dann wäre eine Erschließung des Tals und der Anschluss der Mühlen nicht mehr möglich.

"Nach wie vor würde ich gerne den Freispiegelkanal machen, aber nicht zu jedem Preis", sagte Bartel. "Wir haben Alternativen und warum sollen wir diese nicht nutzen, wenn sich die Gespräche über ein Dreivierteljahr hinziehen", sagte Gemeinderat Klaus Schmitt (SPD). "Lieber mehr investieren, als das Ganze aufs Spiel setzen", fuhr Schmitt fort. "Wenn die Zeit rennt, machen wir die Alternative", schloss sich auch Parteikollege Wolfgang Rek an.

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