GEMÜNDEN

Tester aus dem Klassenzimmer

Mitmachen und selber testen : Am Wettbewerb „Jugend testet“ können Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren teilnehmen.

Kaugummis, Regenschirme, Tintenkiller, Tiefkühlpizzen. Bei der Stiftung Warentest wird alles ganz genau unter die Lupe genommen. Doch müssen es nicht immer unbedingt die Experten sein, die bestimmte Produkte verschiedener Firmen miteinander vergleichen. Unter dem Motto „Jugend testet“ haben auch Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren bei der Stiftung Warentest die Möglichkeit, ein Produkt oder eine Dienstleistung ihrer Wahl auf Herz und Nieren zu prüfen. Wie und nach welchen Kriterien sie das tun, bestimmen die Nachwuchstester selbst.

Schüler als kritische Verbraucher

„Ich hatte schon lange ein Auge auf die Aktion geworfen, aber bisher hatte sich nie die richtige Gelegenheit ergeben“, erzählt Rainer Wirthmann, Lehrer am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden und Initiator der Projektes. In diesem Schuljahr war es dann soweit. Mit den 13 Schülern seines P-Seminars, dem Praxisseminar des G8-Jahrgangs, testet der Fachbetreuer für Wirtschaft und Recht drei Online-Börsenspiele für die Stiftung Warentest.

„Ich finde es wichtig, die Schüler als kritische Verbraucher zu fördern. Junge Menschen können sehr viele Dinge schon sehr gut beurteilen“, sagt Wirthmann. Seit Beginn des Schuljahrs treffen sich die Elftklässler mindestens zweimal im Monat im Computerraum ihrer Schule, um an den Ergebnissen zu arbeiten. „Einen Großteil haben wir aber zu Hause erledigt. Das fing damit an, dass wir die Spiele zunächst nur ausprobiert haben. Dann ging es in die Testphase“, erzählt Dennis Imhof, Leiter der Testgruppe.

Miteinander verglichen haben die 13 Schüler die drei größten deutschen Börsenplanspiele: das Planspiel Börse der Sparkassen, das FAZ-Börsenspiel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und das Börsenspiel der Frankfurter Börse. „Wir hätten gerne auch ausländische Börsenspiele im Vergleich zu den Deutschen getestet, aber dafür war die Zeit zu knapp“, sagt Imhof.

Benutzerfreundlichkeit, Realitätsnähe, Fairness, Design, Aktualität/Information und Anmeldung, das sind die sechs Hauptkriterien, nach denen die Schüler, in verschiedene Gruppen unterteilt, die Börsenspiele untersucht haben. „Wichtig war mir dabei, dass sich die Schüler ihre Zeit selbst einteilen und selbst dafür sorgen, dass die Ergebnisse beikommen“, erklärt Rainer Wirthmann. Für André Wendel und Daniel Janus war das kein Problem. Sie haben sich mit dem Thema Realitätsnähe auseinandergesetzt und unter diesem Gesichtspunkt beispielsweise die Größe der Depots, die Anzahl der Wertpapiere und die Anzahl der Börsenplätze bei den einzelnen Spielen miteinander verglichen.

Für die Abgabe gerüstet

Die Ergebnisse der Testgruppen wurden dann wiederum von einer Gruppe gesammelt und ausgewertet. „Vor allem der Bewertungsschlüssel hat uns ein bisschen Probleme bereitet. Es ist nicht einfach, die einzelnen Ergebnisse so zu übertragen, dass es am Ende auch passt“, erklärt Wirthmann. Inzwischen sind die Probleme behoben und die Schüler sehen dem Abgabetermin, dem 28. Februar, gelassen entgegen.

Die Arbeit als Tester, da sind sich alle einig, hat Spaß gemacht. Und das nicht nur, weil sie eine gewisse Abwechselung zum Schulalltag darstellt. „Es ist einfach schön, mal der eigene Chef zu sein“, bringt es André Wedel auf den Punkt. Übrigens, nach der bisherigen Auswertung liegen die drei Börsenspiele ziemlich eng beieinander, mit einem kleinen Vorteil für das FAZ Börsenspiel.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen über den Wettbewerb im Internet unter www.jugend-testet.de

Für „Jugend testet“ im Einsatz: Schüler des Friedrich-List-Gymnasiums haben sich die drei besten deutschen Online-Börse... Foto: Nadine Klikar

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