LANGENPROZELTEN

Tiefbau: Pressen und Bohren unter der Bahnlinie

Das Stahlrohr für die neue Wasserleitung unterquert die Bahnlinie Würzburg-Aschaffenburg.
Das Stahlrohr für die neue Wasserleitung unterquert die Bahnlinie Würzburg-Aschaffenburg. Foto: F. Heilgenthal

Einen weiteren Schritt zur Fertigstellung der neuen Wasserversorgung Ende des Jahres unternimmt in dieser Woche das Kommunalunternehmen Stadtwerke (KU). Am Bahngelände in Langenprozelten, gegenüber der Einfahrt zum Sandweg, kreuzt die Wasserleitung die Bahnlinie Würzburg-Aschaffenburg.

Die Unterquerung der beiden Schienenstränge bei laufendem Bahnbetrieb stelle für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar, erklärte Holger Brüssow, technischer Leiter des KU am Montag auf der Baustelle. Alleine die Planungen und Vorarbeiten, wie die millimetergenaue Vermessung, benötigten ein halbes Jahr Vorlaufzeit.

Das Schutzrohr aus Stahl, das später die Wasserleitung und ein Leerrohr für die Steuerleitung aufnimmt, misst im Durchmesser 60 Zentimeter und in der Länge 30 Meter. Eine Spezialfirma für Bohr- und Fördertechnik BET aus Saal in der Rhön verlegt das Rohr in drei Meter Tiefe unter den beiden Schienensträngen.

Wichtig ist bei diesem Vorgang aus Bohrung und Verpressung, bei dem alle sechs Meter ein neues Rohrteil angeschweißt wird, dass die Mindestüberdeckung von 2,50 Metern eingehalten wird, sagt Ingenieur Andreas Stapp vom Ingenieurbüro Jung aus Kleinostheim, das für die Bauleitung und Bauüberwachung zuständig ist. Bis zum Ende der Woche müsste die Aktion abgeschlossen sein, zeigt sich Stapp optimistisch. Er gehe davon aus, dass der Untergrund keine bösen Überraschungen, wie massiven Fels, berge.

Die Besonderheit der Baustelle beweist auch die von der Deutschen Bahn geforderten Einrichtungen zur Sicherung des laufenden Schienenverkehrs. Dafür wurden extra Geländer und Barken angebracht. Als weitere Auflage muss eine vom Kommunalunternehmen beauftragte Firma RAILING die Arbeiten überwachen. Ingenieurin Katrin Strohbach kontrolliert deshalb genau die Arbeiten, um bei möglichen Auswirkungen auf das Gleisbett, wenn notwendig, den sofortigen Stopp der Arbeiten und Nachbesserungen zu veranlassen.

Bisher laufe alles nach Plan, teilten alle Beteiligten beim Pressetermin am Montag mit, sodass die Firma Ullrich aus Elfershausen diesen Abschnitt weiter ausführen kann. Als Nächstes steht das „Übergabeschachtbauwerk“, die Übergabestation mit Druckminderer in der Flurstraße auf dem Plan sowie die Erneuerung der Ortsnetzleitungen zwischen Rhönstraße und Bahnlinie.

Die Leitungsverlegung vom Grautal über die Keßlerstraße in Gemünden und der Bau des Maindückers zum linksmainischen Verbund von Hofstetten nach Massenbuch und Harrbach wird das neue Wasserversorgungssystem der Stadt abschließen. Dazu müssen noch abschnittsweise einige Arbeiten im Netz erledigt werden, wie der Austausch alter Leitungen, die dem heutigen Druck nicht mehr standhalten oder einfach kaputt sind.

„Dann können alle Stadtteile, bis auf Schönau, das eine eigene Wasserversorgung besitzt, sowie Seifriedsburg, Aschenroth, Neutzenbrunn und Reichenbuch, die vom Brunnen Seifriedsburg Wasser beziehen, von den Tiefbrunnen in Schaippach bedient werden“, sagte Vorstand Hans Schneider. Er und Holger Brüssow sehen zufrieden dem Abschluss der jahrzehntelangen Bemühungen um eine zukunftsfähige Wasserversorgung der Dreiflüssestadt entgegen.

Andreas Stapp, Katrin Strohbach, Hans Schneider und Holger Brüssow an der Baustelle (von links).
Andreas Stapp, Katrin Strohbach, Hans Schneider und Holger Brüssow an der Baustelle (von links).

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