PARTENSTEIN

Träume erfüllen in Tansania

Ein Traum wird wahr: Die 15-jährige Elisabeth wird eine Schneider-Lehre absolvieren. Foto: Breitenbach

Das Bild geht unter die Haut: Von der Kinderlähmung gezeichnet sitzt die kleine Maria in ihrem Rollstuhl. Sie blickt mit ihren großen, dunklen Augen auf zu Tanja Breitenbach, die Marias kleine Hand hält, sie streichelt. Aufgenommen wurde das Foto vor gut zwei Wochen in Tansania. Denn dorthin waren Tanja Breitenbach, ihr Mann Uwe und Söhnchen Wayne-Levi gereist. Nicht nur, um dort zu urlauben, sondern auch um die Menschen zu besuchen, die die Partensteiner seit geraumer Zeit unterstützen und ihnen das schwere Leben ein bisschen lebenswerter machen.

Maria ist ein solcher „Fall“. Als die Breitenbachs im Januar zum ersten Mal das kleine Mädchen, das keine Eltern mehr hat und bei seiner Oma lebt, trafen, war schnell klar: für sie möchten die Partensteiner etwas tun. Wie berichtet, stürzte auf die Breitenbachs in den nächsten Monaten eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Nicht nur in finanzieller Form, auch ein Kinderrollstuhl wurde für die kleine Maria gespendet und auf den weiten Weg nach Tansania, in den Bezirk Rhotia geschickt. Als das Gefährt schließlich im Frühjahr bei Maria eintraf, sei der ganze Ort auf den Beinen gewesen, erzählt Tanja Breitenbach: „Für die war es das achte Weltwunder, dass es möglich ist, einen Rollstuhl von Deutschland in den Busch zu schicken.“

Nun besuchten die Breitenbachs Maria auch nicht mit leeren Händen. Essen hatten sie mitgebracht, Zahnbürsten, Zahnpasta. Und der sechsjährige Wayne-Levi hatte der Kleinen zwei Decken mitgebracht. „Dafür hat er das ganze Jahr seinen Sonntags-Euro gespart“, betont die Partensteinerin. Vor Ort hat er die Decken ausgesucht, gekauft und Maria vorbeigebracht. Im tiefsten Partensteiner Dialekt überreichte der Steppke Maria die Decken mit den Worten „die ho eich für deich kaaft “ (die habe ich für dich gekauft).

Unterstützung nötig

„Er war schon stolz, dass sein Geld dafür gereicht hat“, sagt Tanja Breitenbach. Überhaupt macht sich Wayne-Levi viele Gedanken, wie man der kleinen Maria noch helfen könnte. Sein Vorschlag, so erzählt seine Mutter: „Wir nehmen sie mit heim, damit sie hier im Krankenhaus wieder in die Reihe gebracht wird.“ Doch Tanja Breitenbach weiß, dass dies nur Wunschdenken ist. „Wir können nicht mehr tun als das, was wir schon machen. Wir können ihr nur ihr Leben etwas schöner machen.“ Maria wollen die Breitenbachs auch weiterhin unterstützen. Sie sammeln Geld für die medizinische Versorgung des Mädchens, für Essen, Matratzen, Decken.

Und dann ist da noch Elisabeth. Ein 15 Jahre altes Mädchen, dem das rechte Bein und die linke Hand fehlen. Ihr Nachbar hatte ihr nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Vater die Gliedmaßen mit einer Machete abgehakt als sie eineinhalb Jahre alt war. „Es ist ein Wunder, dass sie das überlebt hat, mitten im Busch.“ Dank der Breitenbachs wird das Mädchen für ihr Bein eine Prothese bekommen. Elisabeths größter Wunsch ist es jedoch, Schneiderin zu werden.

Ausbildung ermöglicht

Die Ausbildung möchte sie in Usa River im Distrikt Arusha beim „Rehabilitation and Training Center“ absolvieren, das der Deutsche Klaus Heim leitet und das die Breitenbachs bei ihrer Reise auch mit Krücken aus der Heimat versorgt hatten (wir berichteten). Eine Zusage hat das Mädchen bereits, doch die Ausbildung kostet für die drei Jahre 1500 Euro.

Als Elisabeth nun ihren großen Wunsch an Tanja Breitenbach herantrug, fiel deren Reaktion deutlich aus: „Ja, dann machen wir das halt!“ Für Elisabeth geht ein Traum in Erfüllung. „Die Ausbildung ist gesichert. Sie hat sich total gefreut“, so Breitenbach, die übrigens noch einem weiteren jungen Menschen eine Ausbildung finanzieren möchte. Dies ist allerdings eine Frage des Geldes. „Ich kann nichts ausgeben, was ich nicht habe“, hofft sie auf Spenden.

Außerdem hat Tanja Breitenbach auf ihrer Reise noch ein Versprechen eingelöst, das sie im Januar dem Kindergarten in Karatu gegeben hat: Beim Anblick des Zustands der Puzzle-Spiele versprach die Partensteinerin, beim nächsten Besuch neue mitzubringen. Dies hat sie getan. Mit den Worten „Ich wär' da, um mein Versprechen vom Januar einzuhalten“, marschierte sie in die Einrichtung und sorgte mit den 30 Holzpuzzles im Gepäck, gesponsert von der Raiffeisenbank, einmal mehr für strahlende Kinderaugen...

Spendenkonto bei der Raiffeisenbank: „Hilfe für Afrika“, Kontonummer 6 60 13 83, Bankleitzahl 790 691 50.

Sorgenkind: Die kleine Maria ist Tanja Breitenbach besonders ans Herz gewachsen. Das Mädchen leidet an Kinderlähmung.

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