GEMÜNDEN

Tribünen-Abbau dauert eine Woche

Handarbeit: Aus 35 000 bis 40 000, teils schweren Einzelteilen besteht die Tribüne des Scherenburgtheaters.
Handarbeit: Aus 35 000 bis 40 000, teils schweren Einzelteilen besteht die Tribüne des Scherenburgtheaters.

Der Schlussapplaus für die Scherenburg-Festspiele 2012 ist erst vor einigen wenigen Stunden verklungen, schon übernehmen andere „Hauptdarsteller“ das gesamte Areal. An Stelle des künstlerischen Leiters Horst Gurski und seinem Ensemble, haben nun Ralf Mischka und Helmut Haupt mit den Mitgliedern der Gemündener Fördergemeinschaft Hochwasserhilfe (GFH) alle Rollen übernommen. Bis zum kommenden Freitag wollen sie die Tribüne auf der Burg wieder abgebaut haben.

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Tribünenabbau

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Schon in wenigen Tagen wird die Stadt Gemünden um ein, wenn auch nur immer kurzzeitiges, Wahrzeichen ärmer sein: die Tribüne mit Zeltdach auf der Scherenburg. Vom späten Frühjahr bis zum „letzten Vorhang“ der Festspiele im August ist sie weithin sichtbar. Mitglieder der GFH, die schon den Aufbau der Einrichtung übernommen haben, besorgen seit Freitagabend nun auch den Abbau, den Abtransport und die Einlagerung. Eine anstrengende, kräftezehrende und schweißtreibende Arbeit bei Temperaturen um die die 30-Grad-Grenze.

„Ich weiß auswendig, welches Teil wohin kommt“, erzählt Ralf Mischka. Ihm obliegt die Bauleitung für Tribüne und Zeltdach. Dass er sich auskennt, ist ganz wichtig. Nur so können auf dem räumlich engen Areal auch alle Einzelteile dort hinkommen, wo sie hingehören.

Seit vielen Jahren führen Ralf Mischka, seine Mitarbeiter sowie die GFH-Mitglieder die Arbeiten für den Festspielverein aus. „Alles schon Routine“, meinte dann auch Helmut Haupt, der Vorsitzende der Fördergemeinschaft.

Die ist auch erforderlich, denn beim Auf- wie auch beim Abbau muss jeder Handgriff sitzen, denn die Zeit ist knapp bemessen. „Und man weiß nicht, welche Überraschungen auf einen zukommen“, so der Hinweis von Ralf Mischka, dass da oft noch ein „kleiner Teufel im Detail“ steckt.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Leute von der GFH die Arbeiten übernehmen“

Inge Albert Geschäftsführerin Festspielverein

Über 450 Stunden hat Helmut Haupt für die Gesamtmaßnahme „Tribüne Scherenburg-Festspiele“ einkalkuliert. „Beim Aufbau waren es von unserer Seite 188 Stunden“. Hinzu kommen noch die Stunden von Bauleiter Ralf Mischka, die separat erfasst werden. In dieser Zeit muss die Demontage der gesamten Konstruktion mit Ablage auf die entsprechenden Paletten, Gitterboxen oder Staukästen mit Abtransport und Einlagerung in einer Halle der GFH erfolgen.

„Das Volumen ist schnell abgebaut“, verweist Ralf Mischka auf die rund 80 Sandwichplatten der Außenhaut, die bereits am Freitag teilweise entfernt wurden. Darunter befinden sich aber die Teile der tragenden Konstruktion, die einen deutlich höheren Zeitaufwand benötigen. „Etwa 35 000 bis 40 000 Einzelteile“, schätzt der Bauleiter, müssen von den GFH-lern bei der Demontage in die Hand genommen und auch am jeweils richtigen Platz untergebracht werden.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Leute von der GFH die Arbeiten übernehmen“, lobt Inge Albert, die Geschäftsführerin des Festspielvereins, die gute Zusammenarbeit und unterstreicht die Wichtigkeit des jahrelangen Miteinanders. Nicht zuletzt deswegen, weil die Ausgaben für den Verein im Rahmen bleiben. „Die Leute machen das ehrenamtlich in ihrer Freizeit“, so Inge Albert.

Zwar bekommt die Fördergemeinschaft vom Festspielverein für die Übernahme der Arbeiten eine Spende, die liegt aber deutlich unter dem, was professionelle Kräfte kosten würden. „Das wäre für uns nicht finanzierbar“, meinte die Geschäftsführerin, die auch für die kommenden Jahre auf die gute Zusammenarbeit hofft.

Die Arbeiten auf der Scherenburg müssen im Laufe der Woche abgeschlossen sein, denn der Abtransport und die anschließende Einlagerung sind bereits terminlich festgelegt. „Am Freitag kommt Karl Ditterich mit seiner Zugmaschine. Dann wird alles mit einem Baukran der Firma Brückner auf einen Tieflader verladen und abtransportiert“, haben Mischka und Haupt den Zeitplan im Kopf.

Doch auf beide warten nach dem Abbau der Tribüne weitere Termine. So stecken die Mitglieder der GFH parallel zum Abbau bereits in den Vorbereitungen der Gemündener Kreuzbergwallfahrt, die sie schon seit vielen Jahren begleiten. Nahezu die kompletten logistischen Aufgaben werden von den Mitgliedern der Nachfolgeorganisation des Technischen Hilfswerks in Gemünden übernommen.

Doppeltes Wahrzeichen: Ganzjährig ist die Scherenburgruine ein Blickfang Gemündens – im Sommer zusätzlich die Konstruktion des Theaters.
Doppeltes Wahrzeichen: Ganzjährig ist die Scherenburgruine ein Blickfang Gemündens – im Sommer zusätzlich die Konstruktion des Theaters.
Routinier: Unter Leitung von Ralf Mischka bauen die Helfer des Gemündener Fördervereins Hochwasserhilfe jedes Jahr die Tribüne für die Scherenburgfestspiele auf und auch wieder ab.
Routinier: Unter Leitung von Ralf Mischka bauen die Helfer des Gemündener Fördervereins Hochwasserhilfe jedes Jahr die Tribüne für die Scherenburgfestspiele auf und auch wieder ab. Foto: Herbert Hausmann

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