Neuendorf

Trotz aller Klimaprobleme kleines Plus im Wald

Trotz widriger Witterungsbedingungen hat es Revierleiter Stefan Feller geschafft, aus dem Gemeindewald einen Gewinn von gut 11.000 Euro zu erwirtschaften. Der Gemeinderat billigte jeweils einstimmig das Ergebnis für das Forstwirtschaftsjahr 2017/18 und Fellers Pläne für 2018/19. Ein Forstwirtschaftsjahr dauert jeweils von Anfang Oktober bis Ende September des Folgejahres.

Wegen des heißen Sommers erinnerten sich viele schon nicht mehr daran, wie nass der vergangene Winter gewesen sei, meinte Feller. Die nassen Böden hätten zu einem Stau beim Holzrücken geführt, sodass er den Holzeinschlag abgebrochen habe. Zu diesem Zeitpunkt seien 820 Festmeter Holz eingeschlagen gewesen, berichtete der Förster. Das seien nicht einmal zwei Drittel des möglichen Hiebsatzes von 1300 Festmetern, den die Forsteinrichtung erlaubt, ein 20-Jahresplan für den Gemeindewald. Dieser gilt seit 2004. Über die Jahre gerechnet, sei der Hiebsatz fast punktgenau erfüllt worden, erläuterte der Revierleiter.

Kiefer stellt Hauptanteil

Über die Hälfte des gefällten Holzes 2017/18 habe die Kiefer beigesteuert. Beim Laubholz nehme das Brennholz den Hauptanteil ein, was der Holzqualität geschuldet sei. Unzufrieden ist Feller mit dem Forstwirtschaftsjahr 2017/18 dennoch nicht, was nicht nur auf den Gewinn zurückzuführen ist. Der Holzeinschlag sei bei einer Altdurchforstung zustande gekommen. Auf 14,6 Hektar sei Waldpflege zur Förderung von Mischbaumarten und qualitativ guten Bäumen erfolgt.

Im Kronendach seien freie Flächen geschaffen worden (sogenannte Femellöcher), um Lichtbaumarten zu fördern. Bislang gibt es im Neuendorfer Gemeindewald überall Buchen-Naturverjüngung, das heißt, die Buche wächst von selbst nach. Der Förster möchte die Buchen mit einigen Mischbaumarten "aufpeppen", vor allem Douglasien und einigen Tannen.

Im neuen Forstwirtschaftsjahr steht Feller vor einer neuen Herausforderung: gesunkene Holzpreise. Darüber berichtete Wolfgang Netsch, Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt. Er hat die Rolle des Betriebsleiters im Neuendorfer Gemeindewald übernommen, nachdem der bisherige Amtsinhaber pensioniert und die Stelle nicht neu besetzt wurde.

Nach Netschs Angaben sind wegen des Sturms Friederike und des Borkenkäferbefalls große Mengen Holz auf dem Markt. Der Preis für Fichtenstammholz, einst 95 Euro pro Festmeter, habe sich halbiert, der Preis für Kiefernholz sei von 80 auf 60 bis 65 Euro gefallen. Einziger Lichtblick sei die Eiche, deren Preis anziehe.

Für Netsch bedeutet das: Im Forstwirtschaftsjahr 2018/19 sollten so wenige Fichten und Kiefern wie möglich gefällt werden. Das hat Feller bei seiner Planung berücksichtigt. Er will sich auf Laubholz und Douglasien konzentrieren. In den durch Waldtausch neu hinzugekommenen Flächen solle mit einer Durchforstung die Eiche gefördert werden.

500 Douglasien, 150 Tannen und 50 weitere Bäume sollen gepflanzt werden. Allerdings könnte es Probleme bei der Umsetzung von Fellers Plänen geben, denn auch der Forst spürt nach seinen Worten den Fachkräftemangel.  Sollte alles so klappen wie geplant, würde das Forstwirtschaftsjahr 2018/19 mit einem kleinen Gewinn von 500 Euro abschließen.

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