KARLBURG

Turbulente Zeiten für Vereine

Der TSV-Karlburg ehrte langjährige Mitglieder.
Der TSV-Karlburg ehrte langjährige Mitglieder. Foto: Jürgen Kamm

„Seinem Verein die Treue auch in ganz anderen Zeiten halten, ist für mich Ausdruck von Loyalität“, sagte Uwe Binner als Vorsitzender des TSV Karlburg bei der Mitgliederehrung. Unter den vielen Geehrten, nicht alle konnten die Veranstaltung im Sportheim wahrnehmen, sind mit Arthur und Paul Köhler auch zwei neue Ehrenmitglieder und die Arnsteiner Brauerei als juristische Person.

„Ich bin da“, sagte Arthur Köhler, der als letztes geehrt wurde. Als er und Paul Köhler 1970 eintraten, waren es bekanntlich ganz andere Zeiten. Er selbst spielte nie Fußball, war aber von 1970 bis 1973 zweiter Vorsitzender und bis 2010 aktives Mitglied der Seniorengymnastik. Oft ergriff er in den Jahresversammlungen das Wort und sagte dabei stets etwas positives. Viele seiner Kinder und Enkel sind im TSV Karlburg aktiv, auch als Übungsleiter. Wie alle Geehrten erhielt er eine Urkunde und ein Weinpräsent.

Das zweite Ehrenmitglied, Paul Köhler, war wegen einer zeitgleich stattgefundenen Geburtstagsfeier in München verhindert.

Wie sich die Zeiten für Vereine ändern können, machte Uwe Binner am Beispiel der Würzburger Kickers deutlich. Er und Markus Köhler waren letzte Woche zwei von 13 000 Zuschauern bei deren Spiel gegen St. Pauli. Er verglich das mit dem Karlburger Heimspiel gegen die Kickers vor etwa 13 Jahren, bei dem nur etwa ein Dutzend Fans dabei waren.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Paul Kruck, dass die Mitgliederehrung beim TSV Karlburg eine eigene Veranstaltung sei und nicht in der Jahresversammlung untergehe. Den treuen Mitgliedern sagte er, die Urkunde sei als Aufforderung zu verstehen, weiterzumachen.

Für ihn als Bürgermeister gehörten erfolgreiche Vereine zu den Grundbausteinen des Ortslebens. Allerdings seien langjährige Mitglieder eine aussterbende Spezies. Heutzutage würden Kinder schnell abgemeldet, wenn sie etwa nicht mehr Fußball spielen wollen. Er selbst halte dagegen seinem Sportverein auch als Mitglied die Treue, obwohl er schon vor 30 Jahren aus dem Ort weggezogen sei.

Für die Statistiker bemerkte Michael Schrauth zu Beginn der Ehrungen, dass es die 41 Mitglieder auf zusammen 1540 Jahre Mitgliedschaft bringen. Insgesamt hat der Verein rund 700 Mitglieder.

Eines davon ist die Arnsteiner Brauerei, deren Ehrung als Besonderheit vorgezogen wurde. In der Brauerei sei man erst erstaunt über die Einladung gewesen, berichtete Schrauth. Doch sie sei tatsächlich Mitglied und bezahle auch immer ihren Beitrag. Auch diese Mitgliedschaft zeigt, wie sich die Zeiten ändern. Auf der Mitgliederkarte unterschrieb nämlich ein Fritz Kußwetter von der Löwenbrauerei in Karlstadt. Diese wurde nach Ausschreibung auch Lieferant der Vereinsgaststätte, wurde dann von der Brauerei Max Bender übernommen.

„Wir begleiten den Verein gerne über all die Jahre“, freute sich Geschäftsführerin Susan Schubert über die Ehrung mit altem Bild und goldener Nadel sowie der TSV-Rundschau. Bisher sei die Brauerei eben noch nie geehrt worden. Ihr selbst sei die Mitgliedschaft dank tüchtiger Mitarbeiter ihrer Verwaltung auch nicht bewusst gewesen. Für Mitgliedschaften gebe es ein Konto, das sie abzeichne, so lange es im Rahmen bleibt. Sie versprach, den Verein weiter zu unterstützen und spendierte für die 50 Jahre 50 Liter Bier.

Bei den Ehrungen kamen auch die Qualitäten der einzelnen Mitglieder zur Sprache – vom schussgewaltigen Libero über gelenkige Turne bis zu brillant taktierenden Schachspielern.

Die Geehrten

Ehrenmitglieder 70 Jahre: Paul Köhler, Arthur Köhler.

60 Jahre: Leonhard Gehret, Walter Kühl.

50 Jahre: Arnsteiner Brauerei Max Bender, Erna Ehrenfels, Oswald Fröhlich, Theo Gehret, Irma Gold, Konrad Gold, Helene Köhler, Erika Kohlmann, Hedwig Kühl, Thomas Rauch, Franz-Bruno Renk, Ruthard Schrauth.

40 Jahre (Gold): Waltraud Ehrenfels, Monika Gold, Barbara Völker.

30 Jahre: Sebastian Böger, Anni Ehrenfels, Michael Gehret, Daniela Gold, Ida Köhler, Joachim Köhler, Markus Köhler, Marco Rickert, Hans-Martin Röder, Stefan Rudolph, Johanna Schleich, Hildegard Seitz, Waltraud Ehrenfels, Monika Gold, Barbara Völker.

20 Jahre: Karl-Heinz Ehrenfels. Lucas Ehrenfels, Carolin Hamm, Maurice Kübert, Michaela Kübert, Veronika Landgraf, Aron Mahler, Christel Plawky, Larissa Rumpel, Mario Zapf.

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