Langenprozelten

Turbulenter Kinderspaß mit dem Sams

Hält nicht viel von Ruhe: Das Sams (Alena Esra Üresin) mit seinem "Pappa" (Stephan Wilhelm Müller). Foto: Simon Hörnig

Nachdem sich vor zwei Wochen Paul Maar zum Lohrer Kinder- und Jugendliteraturfestival die Ehre gegeben hatte, hieß ihn am Sonntag auch die Langenprozeltener "Spessartgrotte" im Geiste willkommen. Zwar war der bekannte Kinderbuchautor nicht persönlich anwesend, dafür seine berühmteste Kreation: Das Sams.

"Am Sonntag scheint die Sonne, am Montag kommt Herr Mon, am Dienstag ist Dienst und am Mittwoch Mitte der Woche – das ist einfach. Aber: Am Donnerstag donnert's, am Freitag ist frei und kommt dann der Samstag, was wird da geschehen?" Die 40 Kinder im nahezu vollbesetzten Theatersaal mussten da nicht lange überlegen: "Das Sams kommt!" Zunächst ließ der rüsselnasige Kobold mit Trommelbauch, Taucheranzug und dem charakteristischen roten Wuschelkopf jedoch noch auf sich warten.

Bevor – gemäß dem Titel des Stücks – am Samstag nämlich das Sams zurückkam, war es an seinem Ziehvater Herrn Taschenbier (Stephan Wilhelm Müller), seine Woche genau nach der bekannten Formel zu gestalten – zum Leidwesen seiner Vermieterin Frau Rotkohl (Anja Becker). Die muss dafür nämlich Blechgewitter und allerlei Getier ertragen, das Taschenbiers Freund Herr Mon (Timo Dassinger) bei seinem montäglichen Besuch mit anschleppt. Das ist jedoch alles nichts im Vergleich zu dem "lauten, frechen Ding", das nach geglücktem ersten Akt tatsächlich unter dem Tisch seines überglücklichen "Pappas" auftaucht und allerlei Unfug im Sinn hat.

Zwischen Erziehung und Schabernack

Gut gelaunt und naseweis hauchte Darstellerin Alena Esra Üresin dem wunschbepunkteten Sams keckes Leben ein und harmonierte dabei ausgezeichnet mit dem liebevoll-tollpatschigen Spiel Müllers. Dem stand beim turbulenten Hin und Her zwischen Erziehungsversuchen, Katz-und-Maus-Spiel mit einem hessischen Polizistenduo (Tobias Wick und Timo Dassinger in feinster Laurel und Hardy Manier) und Ringen mit dem Großwildjäger stets authentisch der Schweiß auf der Stirn – ein Abbild, in dem sich der ein oder andere Vater im Publikum sicherlich wiedererkannte. Während Üresins singen- und springendes Sams sowie Anja Becker, im Rollentausch zwischen hysterischer Hauswirtin und genarrtem Nachbarn Lürcher, die Lacher des jungen Publikums auf ihrer Seite hatten, kamen die Eltern vor allem durch Wicks trocken-skurrile Einlagen auf ihre Kosten.

Ein Wunschpunkt ist noch übrig: Das Sams darf bleiben. Foto: Simon Hörnig

Nach eineinhalb Stunden und einem gemeinsamen Abschiedsfoto mit den Lieblingsfiguren war der Spaß auch schon vorbei. Eine Premierenfeier die nicht nur der zehnjährigen Julia und ihrer Freundin Charlotte, die mit ihren Müttern extra aus Würzburg angereist waren, "super" gefallen hat.

Das Sams gastiert noch bis zum 9. Februar in der Spessartgrotte. Genaue Spielzeiten unter www.spessartgrotte.de

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