Karlstadt

Turnier „Fairplay – Fit ohne Drogen“ zum 20. Mal

Wer wird diesmal den Wanderpokal mit nach Hause nehmen? Die Organisatoren freuen sich auf spannende Spiele beim 20. Fairplay-Turnier. Von links: Polizeioberkommissar Nicolas Rumpel, Landrat Thomas Schiebel, Regina Schäth und Kreisjugendpfleger Bernhard Metz. Foto: Mandy Feser

„Fairplay – Fit ohne Drogen!“, so heißt es dieses Jahr bereits zum 20. Mal in Marktheidenfeld im Landkreisstadion am Äußeren Ring, wenn das Fußball- und Volleyballturnier für alle interessierten Freizeit- und Hobbymannschaften ausgetragen wird.  Mit Ihrer Teilnahme unterstützen die Jugendlichen das Motto: „Um gut drauf zu sein, braucht man weder Alkohol noch Drogen!“

Genau diese Botschaft liegt den Veranstaltern laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes am Herzen, die den jungen Leuten eine Plattform bieten wollen, um sich im fairen Wettstreit miteinander zu messen und bei dieser Gelegenheit über die Gefährlichkeit von Rauschmitteln aufklären wollen. Das Turnier wird gemeinsam vom Landratsamt Main-Spessart und der Polizeiinspektion Marktheidenfeld ausgerichtet. Die Fußballer und Volleyballer werden bei dem Turnier in Alterskategorien eingeteilt. 

Rauschgiftdelikte haben sich im vergangenen Jahrzehnt bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren verdreifacht. Diese Entwicklung sei besonders besorgniserregend und zeige, wie wichtig es ist, die jungen Menschen auf die Gefahren von Drogen, insbesondere denen von Cannabis und Legal Highs hinzuweisen. „Cannabis ist keine harmlose Droge“, so Polizeioberkommissar Nicolas Rumpel.

Immer mehr Cannabisverstöße

Besonders die Anzahl der Cannabisverstöße hat unterfrankenweit zugenommen. Rumpel, Leiter der Polizeiinspektion Marktheidenfeld, spricht von einem besorgniserregenden Stand. „Obwohl das polizeiliche Kontrollverhalten konstant geblieben ist, hat die Anzahl der Cannabisverstöße mit 3100 Fällen jährlich einen Höchststand erreicht.“  Das sei doppelt gefährlich, weil Cannabis keineswegs so harmlos ist, wie viele junge Menschen meinen. Knapp 20 Prozent der heranwachsenden Erstkonsumenten entwickelten eine Abhängigkeit. Bei regelmäßigem Konsum steige die Abhängigkeitsrate auf bis zu 50 Prozent, erläutert Rumpel. Der Wirkstoffgehalt der Droge habe sich in den letzten zehn bis 15 Jahren ungefähr verdoppelt.   

Eine besondere Gefahr für die Heranwachsenden sind laut Rumpel die sogenannte Kräutermischungen „Legal Highs“. Diese Drogen enthalten neben synthetischen Cannabinoiden, Kräuter- und Wachsabfällen auch Mischungen aus Aceton und anderen Lösungsmitteln. Die gesundheitlichen Auswirkungen seien unvorhersehbar und könnten verheerend für die Entwicklung der Jugendlichen sein.

Kreisjugendpfleger Bernhard Metz problematisiert den hohen Alkoholkonsum im Jugendalter. Früher Alkoholkonsum sei kein Kavaliersdelikt und dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei zahlreichen Straftaten wie Sachbeschädigung und Körperverletzung, spiele der übermäßige Alkoholkonsum eine Rolle.  

Verantwortung des Elternhauses

Eine Gefahr gehe laut Metz insbesondere von Spontanpartys oder unangemeldeten, illegalen, wilden Veranstaltungen aus. Hier laufen Jugendliche Gefahr, exzessiv und unkontrolliert Alkohol zu konsumieren. Dies gebe nach wie vor Anlass zur Sorge, so der Kreisjugendpfleger. „Beim Umgang der Jugendlichen mit Alkohol, kommt dem Elternhaus eine hohe Verantwortung und Vorbildfunktion zu“, appelliert Kreisjugendpfleger Metz. Auch die Vereine und Jugendleiter hätten eine wichtige Vorbildfunktion.

Landrat Thomas Schiebel hebt die Sicherheitspartnerschaften von Polizei, Kommunen und dem Landkreis hervor. „Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt und trägt maßgeblich zu einem reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen bei.“ In diesen Sicherheitspartnerschaften werden wichtige Zielvereinbarungen getroffen, wie einheitliche Sperrzeitverkürzung, Jugendschutzkontrollen, Information für die Veranstalter. Landrat Schiebel und Polizeipräsident Gerhard Kallert werden dieses Turnier besuchen und unterstützen.  

Den Siegermannschaften winken Siegerpokale und persönliche Auszeichnungen. Alle Turnierteilnehmer können an einer Tombola mitmachen. Der Polizei-Hubschrauber wird einfliegen und kann besichtigt werden.  

Die Kampagne „Jugendschutz aktiv“ des Bundesfamilienministeriums zielt auf die Vernetzung und den fachlichen Austausch von engagierten Gruppierungen unterschiedlichster Prägung ab. Seit einigen Jahren ist auch das Projekt „Fairplay – Fit ohne Drogen“ aus dem Landkreis Main-Spessart in die bundesweite Datenbank für vorbildlichen Jugendschutz aufgenommen und wird zur Nachahmung empfohlen.

Kurzentschlossene können sich bis 14. Juli noch anmelden unter Tel.: (09391) 98410 oder (09353) 7931510.

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