MITTELSINN

Über 200 000 Euro in Waldumbau investiert

Umbau im Wald: Das AELF unterstützt Waldbesitzer dabei, Nadelholzbestände in stabile Mischwälder umzubauen, die auch mit der fortschreitenden Klimaveränderung gut zurechtkommen werden. Foto: I. Hamann

2014 wurde in den Gemeinden Burgsinn, Mittelsinn, Obersinn ein Waldumbauprojekt initiiert. Revierleiter Norbert Holzheimer, die für das Projekt eingestellte Projektleiterin Irmgard Hamann und Christoph Kirchner, Abteilungsleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Karlstadt, zogen zum Ende des Jahres ein erstes Àesümee.

Ziel des Projektes ist laut der Mitteilung, die Waldbesitzer dabei zu unterstützen, Nadelholzbestände durch regelmäßige Pflege und durch das Einbringen von Laubholz in stabile Mischwälder umzubauen, die auch mit der fortschreitenden Klimaveränderung gut zurechtkommen werden.

Nach der Auftaktveranstaltung im April in Burgsinn fanden über das Jahr verteilt drei Sammelberatungen zu den Themen Durchforstung, Jungbestandspflege und Pflanzung statt. Außerdem wurden in der FBG-Versammlung in Burgsinn im September die neuen finanziellen Fördermöglichkeiten des Waldumbaus vorgestellt. Zahlreiche Waldbesitzer nutzten das Angebot der kostenfreien Beratung von den Förstern und der staatlichen Förderungen für Maßnahmen wie der Pflanzung von Laub- oder Mischbeständen, Jungbestandspflege oder Naturverjüngung.

So wurden im Projektgebiet 2014 rund 2000 Euro für sechs Hektar Jugendpflege, 26 000 für 25 Hektar Naturverjüngung und 200 000 Euro für 23 Hektar Pflanzflächen bewilligt. Überwiegend handelt es sich um Pflanzungen der klimatoleranten Baumart Buche unter den schützenden Schirm der Nadelholzaltbestände, zum Teil mit Beteiligung der Tanne oder der Douglasie.

Auf einer knapp einen Hektar großen Windwurffläche zwischen Mittelsinn und Obersinn wird ein Eichen-Buchenbestand mit Wildkirschen entstehen. Darüber hinaus haben sich zwei weitere Waldbesitzer entschieden, die für unsere Region als besonders klimatolerant einzuschätzende Baumart Eiche bei der Anlage ihres Waldes der Zukunft zu beteiligen. Hamann: „Es ist bisher eher selten, dass Privatwaldbesitzer Eiche pflanzen, da Schutzmaßnahmen vor Wildschäden erforderlich sind, die Kultur dadurch teuer und aufwendig wird und die Eiche langsam wächst“. Aber sie sei nach Expertenmeinung die Baumart, die bei uns am besten mit der Klimaveränderung zurechtkommen werde und wertvolles, dauerhaftes Holz bilde. „Daher ist es ratsam, die Eiche vorzusehen, wenn es gilt, auf Freiflächen nach Käfer oder Windwurf neuen Wald zu begründen“, sagte Hamann. „Außerdem wird durch die neuen, erhöhten Fördersätze ein spürbarer, finanzieller Anreiz geboten.“

„Es ist schön zu sehen, dass viele Waldbesitzer im Sinngrund mit Engagement und Begeisterung in ihrem Wald tätig sind. Aber es sind auch noch viele Waldflächen vorhanden, in denen jahrzehntelang nichts gemacht wurde. Hier gibt es noch Beratungs- und Handlungsbedarf“, sagte Revierleiter Holzheimer. Er hofft, dass weiterhin ein nachhaltiges Interesse am Waldumbau und an der Waldbewirtschaftung bestehen bleibt. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt trotz des mehrmaligen Personalwechsels einen so guten Verlauf genommen hat“, sagte Kirchner.

Die Förster bedanken sich bei allen Mitwirkenden des Projekts, bei den Waldbesitzern und auch bei der Forstbetriebsgemeinschaft Sinn-Saale, die vielen Waldbesitzern, die dazu selbst nicht in der Lage sind, die Bewirtschaftung ihrer Flächen ermöglicht.

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