Karlstadt

Umbau des Karlstadter Krankenhauses: Vorfreude auf Ärztehaus

Das Gesundheitszentrum im früheren Kreiskrankenhaus soll freundlich und barrierefrei werden. Entwickler und Architekt stellen die Baupläne vor.
Die Pläne sehen gut aus: Martin Kütt (links) und Architekt Andreas Heßdörfer gehen den Umbau des Karlstadter Krankenhauses in ein Gesundheitszentrum an. Foto: Markus Rill

Im ehemaligen Karlstadter Krankenhaus geht's voran. Martin Kütt, Beauftragter des neuen Besitzers Gesundheitszentrum Karlstadt GmbH, und Architekt Thorsten Heßdörfer sind voller Vorfreude auf den anstehenden Umbau zu einem Gesundheitszentrum und das Endergebnis. "Das wird schön", ist sich Heßdörfer sicher. Einfach wird es allerdings nicht; die Pläne sind ambitioniert.

Nach Genehmigung der gerade eingereichten Baupläne könnte es im Frühjahr mit den Arbeiten losgehen. Der Bezug mit Arztpraxen und "arztnahen Berufen" ist für 2021 geplant. "Das ist eine Herausforderung", sagt Architekt Thorsten Heßdörfer, der den Bau für die Projektentwickler der Würzburger Beethovengruppe betreut. Als der Landkreis den Verkauf des Gebäudes bekannt gab, klang das so, als sei die Umwandlung des Krankenhauses in ein Ärztehaus ein Leichtes. Dem ist nicht so. "Im Inneren wird das quasi ein Neubau", stellt Heßdörfer klar.

Das Innere wird sich stark verändern

Seit Jahresanfang ist die Gesundheitszentrum Karlstadt GmbH, hinter der die Beethovengruppe aus Würzburg steht, Eigentümerin des Gebäudes. "Seitdem lernen wir das Haus kennen", sagt Heßdörfer. Schon jetzt werden mit Ausbau und Rückbau die Grundlagen für die spätere Gestaltung gelegt. Die Technik des in den 70er Jahren in mehreren Abschnitten erbauten Krankenhauses sei "unübersichtlich". Von der "soliden Grundsubstanz" des Gebäudes solle aber "möglichst viel erhalten bleiben", sagt Martin Kütt.

Die OP-Räume des früheren Krankenhauses werden ausgebaut. Foto: Markus Rill

Der im Erdgeschoss gelegene Operationssaal wird jedoch nicht mehr gebraucht und deshalb ausgebaut. Dadurch entsteht in der Mitte des Gebäudes ein Atrium, das überdacht und mit einer Glaskuppel versehen wird. Von diesem, so Kütt, "Herzstück des Gesundheitszentrums" aus führen Treppen und Aufzüge in die oberen Stockwerke. "Auf einem Rundgang geht es von der Mitte des Gebäudes aus in die Praxen", erklärt Architekt Heßdörfer. Das Haus soll übersichtlich und komplett barrierefrei werden. 

Künftige Mieter reden schon mit

Ins Erdgeschoss werden ein Allgemeinarzt und eine weitere Praxis unterkommen. Von außen zugänglich werden eine Bäckerei mit Café und eine Apotheke sein. Dazwischen wird der Haupteingang liegen. Im ersten Stock soll es Praxen "rund um den Rumpf" geben; im zweiten Stock geht es "um den Kopf", so Heßdörfer. Die künftigen Mieter stehen schon "zu 90 Prozent fest", so Martin Kütt. Schon jetzt werde "nach den Bedürfnissen der späteren Nutzer" geplant, Namen könne er aber noch nicht nennen. 

Ein früherer Flur mit Patientenzimmern. Dort entstehen nun Räume nach den Bedürfnissen der einziehenden Arztpraxen. Foto: Markus Rill

Die Raumeinteilung auf den Stockwerken orientiert sich an den früheren Patientenzimmern. Allerdings waren die etwa 25 Quadratmeter groß und mit kleinen Badezimmern ausgestattet. "Ärzte benötigen nur etwa 15 Quadratmeter große Behandlungszimmer", sagt Heßdörfer. Diese werden jeweils an der Fensterseite eingerichtet. Der Empfang und die Wartezimmer orientieren sich zum Rundgang. "Wir haben festgestellt, dass die Praxiseinheiten größer werden als gedacht." Vier oder fünf Praxen sind pro Stockwerk geplant ebenso wie ein Treffpunkt für deren Angestellte mit Teeküche und Außenbalkon. 

Kinderpsychiatrie kommt nicht, Küche zieht nicht um

Die Gesundheitszentrum Karlstadt GmbH, hinter der die Beethovengruppe aus Würzburg steht, hat das Gebäude für 1,82 Millionen Euro vom Landkreis Main-Spessart gekauft. 1,05 Millionen Euro waren tatsächlich zu zahlen; der Restpreis wird durch die Nutzung von Teilen des Gebäudes durch die Verwaltung des Klinikums Main-Spessart bis zur Fertigstellung des Klinikneubaus in Lohr – voraussichtlich 2024 – abgegolten. Die Verwaltung wird im Südteil des Gebäudes auf Stockwerk eins und zwei untergebracht. Und die Küche für das nebenan gelegene Seniorenheim der Heroldstiftung bleibt auch im ehemaligen Krankenhaus.

Blick vom Dach des Krankenhauses auf das Dach des Operationssaals. Nach dem Ausbau des OP entsteht dort ein mit einer Glaskuppel überdachtes Atrium in der Mitte des Gesundheitszentrums. Foto: Markus Rill

Die vom früheren Klinikreferenten Gregor Bett geäußerte Hoffnung, eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) für Kinder und Jugendliche der Würzburger Uniklinik würde im Erdgeschoss einziehen, hat sich nicht erfüllt. "Deren Pläne haben sich geändert", sagt Kütt. Das erspart den Entwicklern den Umzug der Küche in den Keller, der ohnehin nur sehr schwer umsetzbar gewesen wäre.

Architekt Heßdörfer betont, dass sein Auftraggeber um Nachhaltigkeit bemüht ist. "Das Flachdach ist noch dicht, die Aufzüge funktionieren. Trotzdem wird beides neu gemacht", erklärt er. Undichte Stellen oder Defekte in den nächsten Jahren seien schließlich "eine statistische Wahrscheinlichkeit", ergänzt Kütt. Das Motto der Beethovengruppe sei nicht Kostensparen um jeden Preis. "Wir machen was Gescheites!", verspricht Martin Kütt.

Rückblick

  1. Bezirkskrankenhaus: Neues Gewächshaus für 1,1 Millionen Euro
  2. Krankenhaus Marktheidenfeld: Gleichwertiger Ersatz nicht möglich
  3. Kommentar zum Klinikum: Es zählt, was herauskommt
  4. Der nächste große Schritt fürs Klinikum Main-Spessart
  5. "Was soll ich den Frauen sagen?": Hebamme kämpft für Geburtshilfestation
  6. Umbau des Karlstadter Krankenhauses: Vorfreude auf Ärztehaus
  7. Main-Spessarts Klinikreferent Bostelaar will die Betten füllen
  8. Rettungsdienst brachte 188 Herzinfarktpatienten ins Klinikum
  9. Aus Klinikum Main-Spessart soll Kommunalunternehmen werden
  10. Neuer Klinikreferent Bostelaar: "Krankenhaus-Neubau ist der richtige Weg"
  11. Neuer Klinikreferent René Alfons Bostelaar vorgestellt
  12. Nachnutzung Krankenhaus: Pläne werden konkreter
  13. Neues Klinikum: Wie klimafreundlich soll der Neubau werden?
  14. Wie das ehemalige Karlstadter Krankenhaus umgestaltet wird
  15. Neues Klinikum in Lohr: 2020 soll Erschließung beginnen
  16. Klinikum: Aus Eigenbetrieb ein Kommunalunternehmen machen?
  17. Betz: Neuer Klinikreferent soll bis September feststehen
  18. SPD-Fraktion: Bei Krankenhäusern auf dem richtigen Weg
  19. Klinikreferent Gregor Bett akzeptiert seine Kündigung
  20. Klinik-Sprecherin: Haftungsrecht spricht für Zentralisierung
  21. Kurt Schreck zur Kündigung des Klinikreferenten: Beweggründe darlegen
  22. Leserforum: Rote Karte für Kreisräte
  23. Standpunkt: Die Vision über alles gestellt
  24. MSP-Klinikreferent Gregor Bett kehrt nicht mehr zurück
  25. Landkreis Main-Spessart trennt sich von Klinikreferent Gregor Bett
  26. KVB-Praxis in Lohr: Beschwerden hier, Zufriedenheit dort
  27. Bebauungsplan Klinikum: Stadtrat sagt "Ja" zum Entwurf
  28. Wenig Neues in Sachen Krankenhaus Marktheidenfeld
  29. Stadtrat tendiert zu Ärztehaus
  30. Stiefkind, nicht Sorgenkind des Klinikums
  31. Prof. Dr. Hassan verlässt das Klinikum schon wieder
  32. Statt Krankenhaus ein „Campus der Generationen“
  33. Bürgerinitiative verabschiedet Krankenhaus mit Trauerzug
  34. BI fordern: Konsequenzen aus Misere in Klinik ziehen
  35. Klinikum: Riesige Resonanz beim Tag der offenen Tür
  36. Die Chefärzte stehen am Kochtopf
  37. Ärztehaus: Stadt geht vorerst keinen Sonderweg
  38. Leserforum: Budgetierung ist der größte Unfug
  39. Infos über ein mögliches MVZ
  40. Klinikneubau als T, H oder Doppel-Null
  41. Klinikum: Mehr Patienten finden den Weg nach Lohr
  42. Standpunkt: Der Staat soll bitte weltlich bleiben
  43. Karlstadt macht am 1. Oktober 2017 zu
  44. Mehr Platz in den Seniorenheimen
  45. Bett: Vorfreude auf Zentralklinik wächst
  46. Klinikum appelliert: Im Notfall Umwege vermeiden
  47. Medizinische Versorgung: Ohne die Ärzte geht nichts
  48. Ärzte gesucht: Wer füllt die Krankenhäuser?
  49. Schwerpunkte in Marktheidenfeld: Bildung, Reha und Pflege
  50. Leserforum: Mit Lohrer Krankenhaus stets sehr zufrieden

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Markus Rill
  • Allgemeinmediziner
  • Arztpraxen
  • Gebäude
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Klinikum Main-Spessart
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Psychiatrie
  • Seniorenheime
  • Universitätskliniken
  • Zentralklinikum Main-Spessart
  • Ärzte
  • Ärztehäuser
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!