MÜNCHEN

Umfrage: Stabile Mehrheit für Spessart-Nationalpark

Eine klare Mehrheit der Menschen in der Spessartregion und in den Städten Würzburg und Aschaffenburg würde nach wie vor einen Nationalpark im Spessart begrüßen. Dies ist das Ergebnis einer Anfang Juli durchgeführten repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der Umweltverbände BUND, WWF, Greenpeace und LBV.

Demnach fänden 67 Prozent der Befragten einen Nationalpark Spessart im Staatswald „sehr gut“ oder „eher gut“. Bei einer ähnlichen Umfrage Anfang März 2017 hatte die Zustimmung bei 64 Prozent gelegen.

Auch in den einzelnen Landkreisen sind die Befürworter eines Nationalparks weiter in der Mehrheit: Von 51 Prozent im Landkreis Miltenberg über 58 Prozent in den Landkreisen Aschaffenburg und Main-Spessart bis zu 83 Prozent im Landkreis Würzburg. In der Stadt Aschaffenburg sprachen sich 71 Prozent für einen Nationalpark aus, in der Stadt Würzburg 81 Prozent.

Ein Spessart-Nationalpark habe weiter eine stabile Unterstützung in der Region, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Deshalb dürfe der Spessart bei der kommende Woche geplanten Nationalpark-Entscheidung der CSU-Staatsregierung „nicht aus dem Rennen genommen“ werden: Viele wichtige Fragen seien zwar von der Landesregierung noch nicht ausreichend beantwortet worden, kritisierte Weiger. Dies könne aber durch ergänzende Gutachten noch nachgeholt werden.

So ist Weiger etwa überzeugt, dass eine detaillierte Beantwortung der Frage der Spessart-Holzrechte „die Ängste der Menschen in sich zusammenfallen“ ließe. In der Umfrage hatten 54 Prozent der Befragten die Befürchtung geäußert, ein Nationalpark würde in der Region das Brennholz verknappen und verteuern.

Harsche Kritik äußerte Weiger an den organisierten Protesten vor Ort: So habe er „kein Verständnis für die Agitation des Bauernverbandes“, weil Landwirte von den Plänen nicht einmal direkt betroffen seien. Auch den CSU-Politiker Peter Winter, der die Nationalpark-Gegner anführt, nahm Weiger ins Visier: „Es kann nicht sein, dass ein einziger MdL entscheidet, ob ein einmaliges Waldgebiet im Prozess bleibt oder ausscheidet.“ Dies gelte umso mehr, als in der aktuellen Umfrage auch 62 Prozent der befragten CSU-Wähler einen Nationalpark im Spessart befürworten.

Im Vergleich etwa zur ebenfalls zu den Kandidaten zählenden Rhön seien die Buchenwälder im Spessart zudem „von singulärer Qualität“, betonten die Umweltverbände: „Der Spessart ist unter den Kandidaten das am besten geeignete Gebiet“, findet LBV-Chef Norbert Schäffer. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stehe deshalb vor einer klaren Entscheidung, sagte Martin Kaiser von Greenpeace: „Entweder Champions-League mit einem Nationalpark Spessart – oder zweite Liga mit einem der anderen Kandidaten.“

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