Lohr

Umschlag mit 500 Euro im Briefkasten

Tolle Überraschung: Redaktionsleiterin Lena Schwaiger (Mitte) mit den 500 Euro, die ein anonymer Spender der Redaktion mit Bitte um Weiterleitung an den TSV Lohr und das Lohrer Tierheim hat zukommen lassen. Für die Empfänger freuten sich Ballett-Trainerin Cornelia Hofmann und Tierpflege-Azubi Lukas Wirthmann. Foto: Johannes Ungemach

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind die, mit denen man nicht rechnet. Und mit diesen Geschenken konnte nun wirklich niemand rechnen: Ein anonymer Spender hat dem Lohrer Tierheim und der Ballettabteilung des TSV Lohr auf ungewöhnllichem Wege pünktlich zum Weihnachtsfest je 250 Euro zukommen lassen. Vertreter beider Institutionen nahmen das Geld ebenso überrascht wie erfreut entgegen.

Der von dem großherzigen Spender gewählte Übergabeweg war einerseits unorthodox, andererseits ein erfreulicher Beleg für die Vertrauenswürdigkeit des Medienhauses Main-Echo: Wenige Tage vor Weihnachten lag im Redaktionsbriefkasten des Lohrer Echo ein Umschlag ohne Absender. Inhalt: 500 Euro und ein Schreiben.

Redaktion als Überbringer

Darin bat der Spender das "Redaktionsteam" darum, sich als Überbringer des Geldes zur Verfügung zu stellen. Die 500 Euro, so die Versicherung des Absenders, stammten "nicht aus illegalen Geschäften", sondern seien "legales, versteuertes Geld".

Zur Aufteilung der Spende machten die offensichtlich aus einem Drucker älteren Fabrikats stammenden Zeilen klare Vorgaben: 250 Euro seien für den TSV Lohr bestimmt, "Unterabteilung Ballett und Moderner Tanz". Zur Begründung hieß es, dass diese Abteilung mit ihrer Darbietung "Die Farben des Glücks" vor einem Jahr "mit viele Liebe und in langer, zeitaufwendiger Arbeit (u.a. samstags mehrstündiges Training) ein tolles Programm auf die Beine gestellt" habe.

Lob für Tanzdarbietung

Der Spender oder die Spenderin schilderte, mitbekommen zu haben, dass dem TSV Lohr bei der Aufführung "leider keine entgeltlose Nutzung der Stadthalle ermöglicht" worden sei. Dies habe die finanzielle Lage der Abteilung geschmälert. "250 Euro mögen für einige kein großer Betrag sein. Für meine Verhältnisse ist es (noch) sehr viel Geld", schreibt der Spender oder die Spenderin. "Ich hoffe, die Abteilung damit unterstützen zu können, und freue mich bereits auf kommende Aufführungen", schließt der Brief zur Spende an den TSV Lohr.

Weitere 250 Euro wollte der anonyme Spender an das Lohrer Wally-Bangert-Tierheim übergeben wissen. Zur Begründung hieß es: "Es missfällt mir deutlich, dass das Tierheim für den kompletten Landkreis zuständig ist (und sein muss), dennoch einzelne Kommunen explizit nicht ihren Beitrag dazu leisten wollen." Auch für das Wohl der Tiere seien 250 Euro eine überschaubare Summe. "Dennoch hoffe ich, Gutes damit zu ermöglichen."

Bei den beiden bedachten Einrichtungen löste die vorweihnachtliche Spendenüberraschung große Freude aus. "Ich finde keine Worte", war Cornelia Hoffmann, die künstlerische Leiterin der Ballettabteilung, sichtlich gerührt, als Redaktionsleiterin Lena Schwaiger ihr die 250 Euro überreichte.

Spenden kenne man kaum in der Abteilung, die 260 Mitglieder im Alter zwischen vier und 59 Jahren zähle. Man lebe von den Mitgliedsbeiträgen. Das Geld könne man dringend gebrauchen, beispielsweise für neue Kostüme. Welcher Aufwand hier betrieben wird, verdeutlichte Hoffmann mit einem Blick eben auf die Aufführung von "Die Farben des Glücks": 191 Kinder seien dabei auf der Bühne aktiv gewesen, jedes habe ein Kostüm gehabt, manche auch drei. "Wir brauchen einen enormen Fundus", so die ausgebildete Ballett-Trainerin. Es sei wunderbar, dass Menschen auch ein Jahr nach der Aufführung, auf die man zwei Jahre hingearbeitet habe, noch an diese dächten und sich zu einer Spende veranlasst sähen.

Nicht minder groß war die Freude bei Lukas Wirthmann. Der Auszubildende zum Tierpfleger nahm die 250-Euro-Spende an das Wally-Bangert-Tierheim entgegen und sagte: "Es ist schön, dass Leute an die Tiere denken." Ohne Spenden könne das Tierheim nicht existieren, sie machten einen Großteil der Einnahmen aus.

Tierheim freut sich über Spende

Das Geld könne man beispielsweise für das neue »Katzendorf« gebrauchen, welches geplant sei. Auch habe man jüngst das Kleintierzimmer renoviert und eine Quarantänestation für Hunde eingerichtet. Aktuell kümmern sich laut Wirthmann in dem Tierheim acht Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende, um rund 30 Katzen, sechs Hunde und vier bis fünf Hasen.

Sowohl Hoffmann als auch Wirthmann stellten schließlich pro forma eine Spendenquittung aus – auf den anonymen Spender. Ob diese Quittung einen Nutzen hat, ist ungewiss. Gewiss ist indes, dass die Vorgehensweise des anonymen Spenders oder der anonymen Spenderin ein Beispiel ist, das getrost Schule machen könnte.

Schlagworte

  • Lohr
  • Johannes Ungemach
  • Auszubildende
  • Geschenke und Geschenkartikel
  • Glück
  • Künstlerische Leiter
  • Main-Echo
  • Mitarbeiter und Personal
  • Spenderinnen und Spender
  • TSV Lohr
  • Tiere und Tierwelt
  • Tierpfleger
  • Weihnachtsfeiern
  • Weihnachtsgeschenke
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!