Marktheidenfeld

Umzug Waldkindergarten: Klappt es diesmal mit dem Romberg?

Anfang Juli entscheidet der Stadtrat Marktheidenfeld erneut über die Pläne des Waldkindergartens am Romberg. Noch sind nicht alle Stolpersteine beseitigt.
Ein neuer Platz für den Waldkindergarten: Daniela Heidenfelder zeigt auf dem neuen Waldgrundstück am Romberg die Pläne für das neue Waldkindergartengelände. Ob die Planungen so genehmigt werden, entscheidet der Stadtrat am 11. Juli. Foto: Lucia Lenzen

Hochgewachsene Bäume, dichte Brombeersträucher, tief hängende Äste: Noch liegt der Wunschplatz für das zukünftige Waldkindergartengelände am Marktheidenfelder Romberg zugewachsen und gut versteckt. Wer ihn besichtigen will, geht die Asphaltstraße Richtung Kreuzbergkapelle hinauf und schlägt sich dann rechts in den Wald. Wie auf Bestellung hüpft am Dienstagvormittag ein Reh am Ende des Weges über die Straße und verschwindet im Dickicht. 

Kindergarten-Areal am Dillberg passt nicht mehr für einen Waldkindergarten 

"Der Platz hier oben ist optimal", sagt Daniela Heidenfelder. Zusammen mit Alexander Arndt und
Jörg Kraus stellt sie den Vorstand des Trägervereins Waldkindergarten Marktheidenfeld. "Die Lage passt einfach, es gibt Sonne, bei Bedarf genügend Schatten, ausreichend Fläche ringsherum für Entdeckungen und einen herrlichen Blick über Marktheidenfeld."

Vor allem gibt es eines: Ruhe. Denn mit der ist es am alten Standort des Waldkindergarten am Dillberg leider vorbei. Durch die Warema-Erweiterung unmittelbar neben dem Kindergarten-Areal am Dillberg gehören Arbeitsgeräusche, aber auch Gerüche bei der Verarbeitung von Baumaterialien mittlerweile zum Kindergarten-Alltag. Sie übertönen das Rauschen der Bäume, das Gezwitscher der Vögel und den Geruch von Wald. "Dazu kommt, dass dem letzten trockenen Sommer einige Bäume zum Opfer gefallen sind und die Sonne mittlerweile ziemlich direkt auf den Platz knallt", berichtet die Vorsitzende. 

2018 lehnte der Stadtrat den Romberg-Vorschlag ab

Die Suche nach einem Ersatzgrundstück gestaltete sich allerdings schwierig. 2018 war der Romberg schon einmal im Gespräch.Damals sprach sich der Stadtrat gegen den neuen Standort aus. Nun, ein Jahr später, ist es wieder der Romberg, allerdings mit einem neuen, eigenen Grundstück. Im Februar dieses Jahres kam die Nachricht, dass Caterina Gebhardt, die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins und nach wie vor Vereinsmitglied, dem Waldkindergarten eine Fläche zur Verfügung stellte, die sie eigens dafür gekauft hat.

Viele Ideen für das neue Waldkindergarten-Gelände: Thomas Götzendörfer von der Maier und Götzendörfer Planungsgesellschaft mbH aus Bischbrunn-Oberndorf hat seine ehrenamtliche Arbeit angeboten und alles einmal skizziert.   Foto: Maier | Götzendörfer Planungsgesellschaft mbH

Mittlerweile hat der Trägerverein das Grundstück Gebhardt abgekauft, informiert Daniela Heidenfelder. Und: Der Verein hat einen Architekten gefunden, der ehrenamtlich alle anstehenden Arbeiten rund um die Planung und Gestaltung des Grundstücks übernimmt: Thomas Götzendörfer von der Maier und Götzendörfer Planungsgesellschaft mbH aus Bischbrunn-Oberndorf.  "Herr Götzendörfer ist von sich aus auf uns zu gekommen und hat uns seine ehrenamtliche Hilfe angeboten", erzählt Heidenfelder. 

Drei kleinere Bauwerke sind auf dem Gelände geplant

Was seitdem entstanden ist, zeigt sie auf einem großen Plan des rund 4000 Quadratmeter großen Geländes: Neben Trampelpfaden, Schlammlöchern, kleinen Lichtungen und Plätzen für Wurzeltische und Hocker sollen drei kleinere Gebäude errichtet werden: Eine Schutzhütte, in die sich die Kinder und Erzieher zurückziehen können, wenn das Wetter das Draußen-Sein gar nicht zulässt. Einen vier mal drei Meter großen Holzschuppen für Brennholz sowie ein stilles Örtchen in Form einer Kompost-Toilette. Wie sich der Waldkindergarten versorgt? "Das, was wir an Strom brauchen, kommt über eine Solaranlage. Die Wasserversorgung organisieren wir über Eltern-Dienste", erläutert Heidenfelder. 

Gute Lage: Das Waldkindergarten-Grundstück grenzt direkt an eine Wiese. Auf der anderen Seite schließt Wald in städtischem Besitz an. Erreicht werden kann das Grundstück über die asphaltierte Straße.  Foto: Lucia Lenzen

Die knapp 16 auf sechs Meter große Schutzhütte soll zentral mit einem kleinen Vorplatz im ersten Drittel des Grundstücks liegen. Sie soll praktisch, pflegeleicht und hell werden und zwei Räume bieten, in denen auch mal kleine Büroarbeiten, Elterngespräche oder die Vorschule stattfinden können. Wenn dem Projekt zugestimmt wird und gebaut werden kann, ist die Schneise für die Baufahrzeuge mehr oder weniger schon vorhanden, beziehungsweise muss noch freigeschnitten werden. Es müsse aber kein Baum mehr dafür gefällt werden, so Heidenfelder.

Noch zu klären: Die Parkplatz-Situation muss noch einmal überplant werden

29 Kinder besuchen den Waldkindergarten derzeit. Bei 38 Kindern stößt er an seine Kapazitätsgrenze. Zum Glück sei das Interesse, trotz der schwierigen Umzugspläne, nach wie vor hoch. Ob der Traum vom Romberg nun doch endlich in Erfüllung gehen kann, hängt allerdings wiederum vom Stadtrat ab. Eigentlich sollte die Entscheidung bereits in dieser Woche Donnerstag gefällt werden. Nun ist sie kurzfristig auf die Sitzung am 11. Juli verschoben. Der Grund: Die Parkplatz-Situation muss noch einmal überplant werden.

Die Parkmöglichkeiten in den Wendehammern Istelstraße und Robert-Koch-Straße sind wegen der Anwohner nicht ideal. Der Parkplatz Richtung Kreuzbergkapelle liegt bereits im Naturschutzgebiet. Nun gibt es noch die Möglichkeit, Parkplätze direkt am Waldkindergarten-Grundstück anzulegen. Wie genau das aussehen könnte, muss nun intern und mit der Stadt besprochen werden. 

Verschlungene Pfade, verschlungene Bäume: Das Grundstück am Romberg bietet Waldkindergartenkindern viele Entdeckungsmöglichkeiten.  Foto: Lucia Lenzen

Insgesamt ist der Vorstand des Waldkindergartens der Stadt für die bisherige Unterstützung und das Entgegenkommen sehr dankbar. Sollte der Antrag durch den Stadtrat gehen, muss allerdings auch noch das Landratsamt zustimmen. Wie viel der Umzug den Kindergarten kosten würde? "Wir rechnen mit einer Bausumme im höheren fünfstelligen Bereich", so Heidenfelder. 44 Mitglieder hat der Förderverein derzeit. Auch wenn der Waldkindergarten in den letzten Jahren sparsam gewirtschaftet hat und Rücklagen bilden konnte: Um dieses Projekt zu stemmen, ist man auch auf Spendengelder und Unterstützung angewiesen.  

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