Lohr

Und er plant weiter mit Spaß und Elan

Man sieht ihm das Alter wirklich nicht an: Walter Kunkel wird 85. Foto: Gabi Nätscher

Weder körperlich noch geistig merkt man ihm die 85 Jahre an. Jeden Tag verbringt er Zeit in seinem Büro, organisiert, plant und recherchiert. Über viele Ereignisse in Lohr und in seinem Leben kann er ganz genau berichten. Die Rede ist von Walter Kunkel, der heute an der Vorstadtstraße in Lohr diesen halbrunden Geburtstag feiern kann.

"Ich hatte ein schönes Leben", dieser Satz kommt spontan aus Walter Kunkels Mund, soll er seine Erinnerungen zusammen fassen. Er spricht in der Vergangenheit, aber das Schöne in seinem Leben ist nicht vorbei: Mit viel Spaß und Elan verbringt er seine Zeit, um Klassen- oder Familientreffen zu planen oder auch, um über seine Vorfahren zu recherchieren.

So ließ Kunkel im letzten Jahr einen Familienstammbaum erstellen, der bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Obligatorisch für den Jubilar ist seine Arbeit in mehreren Vereinen und das über viele Jahrzehnte hinweg. So ist er seit 65 Jahren ununterbrochen im Vorstand der Lohrer Kolpingfamilie, gründete mit Gleichgesinnten 1957 den Spielmannszug und schlug dort auch noch 40 Jahre lang die Trommel.

Herrenballett gegründet

Gerne zeigt er auch Fotos von Theateraufführungen, denn auch hier war Kunkel viele Jahre bei der Kolping-Theater-Spielschar aktiv gewesen. Über 70 Jahre war der Jubilar aktives Mitglied im Gesangverein "Fidelia", 1972 Mitbegründer der Chorgemeinschaft mit Rothenbuch. Dafür wurde Kunkel vom Liederkranz Rothenbuch mit einer Urkunde geehrt. Auch in der Kirchenverwaltung engagierte er sich gerne.

Am liebsten erinnert er sich jedoch an das legendäre Herrenballett der Lohrer Mopper, dessen Gründungsmitglied Kunkel ebenfalls war. "Was haben wir bei den Proben gelacht!", erinnert er sich. Bis heute treffen sich die "alten Herren" regelmäßig einmal im Monat, um die lustigen Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Beruflich half Walter Kunkel schon mit zehn Jahren in der Schreinerei seines Vaters in Lohr mit, um dann nach der Volksschule mit 14 Jahren dort in die Lehre zu gehen. Nach der Gesellenprüfung drei Jahre später, legte er 1956 bereits die Meisterprüfung ab. Hier war er mit 21 Jahren der Jüngste gewesen. Bereits mit 26 Jahren gründete er das Möbelhaus Kunkel, wo Fertigmöbel verkauft wurden.

"Nebenbei" schreinerte er aber immer gerne und übernahm nach dem Tod des Vaters auch dessen Werkstatt, die er bis 2002 betrieb. "Da hat mir meine Frau viel geholfen, sonst hätte ich das gar nicht alles schaffen können", erzählt er. 1962 hatte die Hochzeit mit Gerda, geborene Samfaß, stattgefunden. Drei Kinder entstammen dieser Ehe, die Söhne Gerhard und Michael leben in Lohr, Tochter Karin mittlerweile in Kitzingen. Fünf Enkel gehören auch zur Familie.

Das nächste Klassentreffen

Im Möbelhaus, das Tochter Karin übernommen hatte, arbeitete Kunkel auch im Rentenalter aktiv weiter mit, bis es 2007 aufgelöst wurde. "Die schönste Arbeit, die wir je gemacht haben, war die Anfertigung von Türen für die Lohrer Grundschule", sagt er. Hier hatte seine Schreinerei bei der Sanierung 2001 die neuen Türen nach alten Vorgaben originalgetreu gefertigt.

Gerade plant der Jubilar schon wieder etwas Großes: ein Klassentreffen zum 85. im Juli mit großem Programm. "Von ehemals 177 Jahrgangsangehörigen konnten noch 90 Einladungen versendet werden", freut er sich. 1935 scheint in Lohr ein guter Jahrgang gewesen zu sein.

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