WÜRZBURG/MAIN-SPESSART

Verdacht der Untreue gegen einen Priester

Wegen mutmaßlicher finanzieller Unregelmäßigkeiten ermittelt die Würzburger Staatsanwaltschaft gegen einen katholischen Priester aus dem Landkreis Main-Spessart. Nach Informationen der Redaktion hat das Finanzamt die Recherchen gegen den 76-jährigen Gottesmann ins Rollen gebracht.

Es soll um einen sehr hohen Betrag gehen, den der Priester auf einem seiner privaten Konten deponiert hatte. Offensichtlich besteht der Verdacht, dass dieses Geld der katholischen Kirche gehört und dass der Geistliche es veruntreut haben könnte.

Der Würzburger Oberstaatsanwalt Burkhard Pöpperl erklärte auf Nachfrage, dass er zu dem Ermittlungsverfahren „derzeit nichts sagen“ wolle. Auch das bischöfliche Ordinariat war wenig auskunftsfreudig. „Für die Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft zuständig“ war die kurze Stellungnahme von Bistumssprecher Bernhard Schweßinger, nachdem er Rücksprache mit Generalvikar Karl Hillenbrand genommen hatte.

„Ich kenne keine Vorwürfe gegen mich.“

Betroffener Priester aus dem Landkreis Main-Spessart

Der Priester selbst sagte in einem Telefonat mit der Main-Post, er wisse nicht, dass er unter Verdacht stehe. „Ich kenne keine Vorwürfe gegen mich.“ Mit Polizei und Staatsanwaltschaft habe er noch nie etwas zu tun gehabt.

Allerdings hatte er nach eigenen Worten Kontakt mit dem Finanzamt. In dem Gespräch räumte der 76-Jährige ein, dass er noch vor seiner Pensionierung eine „große Nachzahlung“ geleistet habe. Dabei habe es sich um „Einkommenssteuern“ gehandelt. „Mit dem Finanzamt ist alles klar“, sagte er. Zur Höhe der Steuernachzahlung wollte der Pfarrer keine Auskunft geben: „Das geht die Zeitung nichts an.“

Das Ordinariat habe er über die Nachzahlung nicht informiert, erklärte der Pfarrer. „Die haben damit nichts zu tun.“ Was sich auf seinem Konto befunden habe, sei ausschließlich sein „eigenes Geld“ gewesen. Auch für die Herkunft der hohen Summe hatte der Priester eine Erklärung: „Das habe ich mir alles zusammengespart.“

Der 76-Jährige hatte Bischof Friedhelm Hofmann im vergangenen Jahr um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten. Der Bischof hatte diesem Wunsch entsprochen und dem Geistlichen für seine langjährige seelsorgerische Tätigkeit gedankt.

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