ZELLINGEN

Verein ist für die Zukunft gerüstet

Mit der Salutkanone als „größtes Kaliber“ ließ es Klaus Amrhein von den Zellinger Böllerschützen bei der Einweihungsfeier des Zellinger Schützenhauses ordentlich krachen.
Mit der Salutkanone als „größtes Kaliber“ ließ es Klaus Amrhein von den Zellinger Böllerschützen bei der Einweihungsfeier des Zellinger Schützenhauses ordentlich krachen. Foto: Jürgen Kamm

Wasser und Schießpulver sind eigentlich keine Freunde – jeder kennt den Spruch vom feuchten Pulver. Dennoch freute sich Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie aus der Nachbargemeinde Leinach, dass Pater Chris Keke bei der Segnung des Zellinger Schützenhauses und der Salutkanone mit Weihwasser nicht sparte. „Das Haus steht in 100 Jahren noch“, war er sich in seinem Grußwort sicher.

Die Einweihungsfeier begann am Vormittag mit einer Hubertusmesse am Schützenhaus. Nach dem Mittagessen begrüßte Schützenmeister Ludwig Heise besonders die königlich privilegierte Schützengesellschaft aus der Partnergemeinde Geyer im Erzgebirge sowie die politischen Vertreter. Zu den 14 Jahren Bauzeit für den Umbau des Schützenhauses stellte er fest: „Ohne den Einsatz unseres verstorbenen Schützenmeister Walter Hohe gäbe es heute keine Einweihungsfeier“.

Wettkämpfe ausrichten

Er war es, der die ersten Bauabschnitte (von 2003-2005 und von 2006-2008) plante und leitete. Doch auch seit Mai 2012, dem Beginn des letzten Bauabschnitts, habe sich einiges getan. Mit dem Umbau wurde der Verein auf die Zukunft ausgerichtet. Jetzt ist es ein Schützenhaus, in dem die Schützen ihre Wettkämpfe ausrichten können. Zu den 150 000 Euro Baukosten gab es Zuschüsse vom Freistaat und der Gemeinde.

„Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten in einen Breitensportverein gewandelt“, betonte Heise. Der Schießsport könne von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter betrieben werden. Seit 2015 gehört er zum nationalen Kulturerbe, was die Schützen mit Stolz erfüllt. Er lobte die Kameradschaft und den Idealismus im 53 Jahre alten Verein, der auf eine starke Jugend zählen kann.

„Ich bin immer wieder erstaunt, was der Schützenverein auf die Beine stellt“, begann Bürgermeister Wieland Gsell sein Grußwort. Er verriet, dass er die alte Salutkanone in der letzten Legislaturperiode zusammen mit Werner Trabold im Keller des alten Rathauses fand. Laut Reichspatenanmeldung wurde sie zwischen 1905 und 1911 gebaut. Sie weiter verfallen zu lassen, kam nicht in Frage. Auch die Schützen seien begeistert gewesen. Inzwischen ist die Kanone restauriert, bekam eine neue Lafette und wurde den Böllerschützen übergeben.

Grußworte zum gelungenen Umbau gab es auch von Frank Wächter, Vorsitzender der königlich privilegierten Schützengesellschaft Geyer, und vom Zweiten Gauschützenmeister des Kreises Würzburg Hubert Backmund, der eine Ehrenplakette überreichte. MdB Alexander Hoffmann sprach davon, es sei wichtig, Traditionen zu bewahren, ohne sich Neuem zu verschließen.

Nun sollten die Anwesenden die Kanone zu hören bekommen. Als „größtes Kaliber“ banden die Zellinger Böllerschützen in ihr Schießen aus rund 250 Meter Entfernung, dem Weg hinaus zur Flurkapelle, ein. Sie schossen Langsam, Schnell, Reißverschluss, Doppler und Salut.

Zum Abschluss des offiziellen Teils durften Ehrungen nicht fehlen. Der Dritte Schützenmeister Michael Kolbinger verriet, dass beim dritten Bauabschnitt 6732 ehrenamtliche Stunden geleistet wurden. Über die Hälfte davon entfiel auf die drei „Baurentner“ Horst Reuchlein (1216 Stunden), Schützenmeister Ludwig Heise (1186 Stunden) und Karl-Heinz Herrlein (1004) Stunden. Ihnen verlieh der Verein, ebenso wie dem Bauunternehmer Hans Haas, der den Verein mit Maschinen und günstigem Material unterstützte, die silberne Ehrennadel, dazu kamen Geschenkkörbe.

Geehrt wurden auch Planer Walter Schäfer und der ehemalige Zweite Schützenmeister Werner Hart.

Ehrungen

Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie zeichnete Ludwig Heise für seinen Einsatz mit dem goldenen Verdienstorden des deutschen Schützenbundes aus. Auch der stellvertretende Gauschützenmeister nutzte die Gelegenheit für Ehrungen, er hatte für Werner Hart, Walter Schäfer und Ludwig Heise die Ehrennadel in Silber dabei. Der offizielle Teil endete mit einem Dankeslied, das Fest ging noch bis Montagabend weiter.

Ehrungen durften bei der Einweihung des Schützenhauses Zellingen nicht fehlen. Von links: Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie, Bauunternehmer Hans Haas, Planer Walter Schäfer, Karl-Heinz Herrlein, ehemaliger Zweiter Schützenmeister Werner Hart, Horst Reuchlein, Schützenmeister Ludwig Heise, Zweiter Gauschützenmeister Hubert Backmund.
Ehrungen durften bei der Einweihung des Schützenhauses Zellingen nicht fehlen. Von links: Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie, Bauunternehmer Hans Haas, Planer Walter Schäfer, Karl-Heinz Herrlein, ehemaliger Zweiter Schützenmeister Werner Hart, Horst Reuchlein, Schützenmeister Ludwig Heise, Zweiter Gauschützenmeister Hubert Backmund. Foto: Jürgen Kamm

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