Arnstein

Verkehrschaos in Arnstein: Menschen leiden unter Belastung

Von einem "Verkehrschaos" in Arnstein berichtet Leserbriefschreiberin Diana Dietrich. Foto: Diana Dietrich

Zum Artikel "Ende der Vollsperrung der B 26 in Arnstein" vom 5. Juni und zu den Diskussion rund um die B26n" erreichte uns folgender Leserbrief:

Katastrophale Zustände, was den Durchgangsverkehr  betrifft, herrschten mal wieder am Freitag, 7. Juni am frühen Nachmittag in Arnstein. Nichts ging mehr vorwärts, weder in der Karlstadter Straße, Grabenstraße oder Neugasse. Die Autofahrer sind sogar ausgestiegen, haben sich angeschrien und beschimpft. Lkw‘s gaben dazu noch ein Hupkonzert. Das konnte ich alles von meinem Fenster, sozusagen aus erster Reihe beobachten, bzw. zur besseren Verdeutlichung auch fotografisch dokumentieren.

Kurze Anmerkung: Als Anwohner sehne ich den Tag herbei, und damit bin ich wahrscheinlich wirklich nicht alleine, an dem endlich mit dem Bau der Umgehungsstraße, B26n begonnen wird. So weit, so gut. Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass es immer noch Menschen gibt, die gegen den Bau dieser Straße sind! Da fragt man sich Warum?

Umweltaspekt? Ist es nicht besser bezüglich Umwelt- und Feinstaubbelastung wenn der Verkehr zügig, also z. B. auf einer Umgehungsstraße vorbeifahren kann, oder ist da etwa langsamer Stop-and-Go-Verkehr mit viel Abgasen und Lärm zu bevorzugen?

Lebensqualität der Menschen? Ist da eine  Umgehungsstraße besser, die den Verkehr, entschuldige wenn ich mich wiederhole, zügig an den Orten vorbeileitet oder die Auto-und Lkw-Schlange sich in langsamen Stop-and-Go durch die teilweisen engen Straßen (Marktstraße, Neugasse) quält?

Denkt man da an die Anwohner, deren Lebensqualität durch extremen Lärm, außer den Motorengeräuschen wären da noch extrem laute Musik, laute Bässe, Huperei, Tag und Nacht beeinträchtigt ist? Und nicht nur die Lebensqualität, auch die Häuser, Hauswände und erst neu ausgebauten Straßen und Gehsteige müssen unter dem extremen Schwerlastverkehr leiden. An unserer Hauswand bleibt mindestens einmal monatlich ein LKW hängen, bzw. streift sie ordentlich, so dass an einen neuen Verputz des Hauses nicht zu denken ist.

Ein Thema, was ich auch schon zu hören bekommen habe: Wenn der Verkehr aus der Stadt ist, kaufen noch weniger Leute hier ein!?! Wie bitte? Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich sehe selten LKW-Fahrer, z.B. aus Polen, Tschechien, Bulgarien oder wo sie sonst herkommen, die sich hier gemütlich zu den Vergnügungen eines Stadtbummels hinreisen lassen.

Dass die Läden in der Stadt immer mehr aussterben und die Leute lieber in den umliegenden Orten zum einkaufen fahren, hat meiner Meinung nach eher damit zu tun, dass eben dieser  katastrophale Durchgangsverkehr hier allgegenwärtig ist!

Stellen wir uns einmal vor, die Umgehung wäre fertig, die extreme Verkehrsbelastung hätte sich reduziert. Plötzlich können  betroffenen Anwohner im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen: Häuser können neu verputzt werden, schön blühende Blumenrabatten würde man vor‘s Haus stellen, vielleicht auch eine Bank, wo gerade ältere Menschen sich kurz ausruhen und nach dem Einkauf verweilen könnten. Geschäfte könnten ihre Stände herausstellen. In Cafes, der Eisdiele und in den Gaststätten könnte man gemütlich und stressfrei draußen sitzen, die Außenbestuhlung könnte deshalb auch erweitert werden, was natürlich auch wieder viel mehr Leute zum Verweilen einlädt.

Siehe da, jetzt ist der Ortskern von Arnstein, ob es die Karlstadter Straße oder die Marktstraße ist, auch wieder attraktiver für potentiell neue Ladeninhaber und einige Leerstände die jetzt schon lange ein graues, leeres Dasein fristen, würden sich leicht vermieten lassen. Somit blüht der Ort nach und nach wieder auf und gewinnt an Attraktivität. Leute würden wieder gerne gezielt zum Bummeln und Einkaufen hier herkommen und müssten jetzt auch keine Angst mehr haben beim Überqueren der Straße, wenn das im Moment überhaupt möglich ist, um ihr Leben zu fürchten.

Jetzt frage ich, sollte man nach diesen, für einen gesunden Menschenverstand, einleuchtenden und markanten Fakten und Tatsachen wirklich noch auf idealistische, pseudo-umweltpolitische oder gar egoistische Motive hören?

Ich appelliere wirklich an die Vernunft, dass diese den geplanten Bau der heiß ersehnten Umgehungsstraße in keinem Fall beeinflussen und dadurch wieder zu Verzögerungen des Baubeginns führen dürfen. Die momentane Verkehrslage ist ein absolut untragbarer Zustand, sowie eine Zumutung für alle Anwohner von Arnstein, wie auch der anderen betroffenen Dörfer Richtung Karlstadt.

Diana Dietrich
97450 Arnstein

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