Main-Sepssart

Vermeintliches Geschenk brachte jungen Mann vor Gericht

Smbolbild Gericht Foto: liveostockimages

Wegen eines im Internet bestellten Schlagrings musste ein junger Mann aus Syrien vor Gericht erscheinen. Mit der Einstellung des Verfahrens gegen die Auflage 16 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten, kam der 19-jährige nochmal glimpflich davon. "Wenn man schon in einem fremden Land Waffen bestellt, muss sich informieren, ob das erlaubt ist", mahnte ihn Richterin Karin Offermann.

In den Umlauf kam der Schlagring, der in Deutschland als verbotene Waffe eingestuft ist, nie. Er wurde aus dem Ausland versendet und Ende Mai 2015 vom Zollamt Dresden sichergestellt. Wie der Staatsanwalt erklärte, werden Sendungen aus dem Ausland routinemäßig geröntgt.

Schlagring im Internet bestellt

"Ich wusste nicht, dass es verboten ist", erklärte der Angeklagte über die aus Bamberg zur Verhandlung angereiste Dolmetscherin für Arabisch. Er habe den Schlagring, der als Geburtstagsgeschenk für einen Freund gedacht gewesen sei, ohne Probleme online bestellen und per Überweisung bezahlen können. Der Preis habe zwischen fünf und zehn Euro gelegen.

Eigentlich könnte die Sache schon längst aus der Welt sein, das Gericht hatte das Verfahren schon einmal nach Jugendrecht gegen Ableistung von 16 Arbeitsstunden eingestellt. Doch der Angeschuldigte hatte nur anderthalb Stunden gearbeitet. Er habe damals erfahren, dass sein in Mittelfranken studierender Bruder, der mit ihm vor dem Krieg in Syrien floh, einen Unfall gehabt habe, erklärte er vor Gericht. Danach habe man ihm gesagt, dass er jetzt einen Gerichtstermin hat.

Verfahren gegen Sozialstunden eingestellt

Der syrische Staatsbürger ist seit zweieinhalb Jahren in Deutschland und hat eine eigene Wohnung im Landkreis Main-Spessart, die vom Jobcenter finanziert wird. Einen Ausbildungsplatz suchte er bisher vergeblich, zeitweise arbeitete er als Küchenhilfe. Die Jugendgerichtshilfe stufte ihn eher als Jugendlichen, dann als Erwachsenen ein und empfahl als Ahndung Sozialstunden im niedrigen zweistelligen Bereich.

Die erneute Einstellung des Verfahrens war möglich, weil der junge Mann nicht vorbestraft ist und auch der ersatzlosen Einziehung des Schlagrings zustimmte. Der Einstellung musste auch der Staatsanwalt zustimmen. Vorher erklärte er dem Geflüchteten, dass zu den in Deutschland verbotenen Waffen auch beispielsweise auch Butterfly, Faust-, Klapp- und Springmesser und japanische Wurfwaffen gehören. Die 16 gemeinnützigen Arbeitsstunden muss der 19-jährige innerhalb von vier Monaten leisten, die bisherigen anderthalb Stunden werden nicht angerechnet.

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