HIMMELSTADT

Viele Anregungen im Main-Spessarter Naturschaugarten

Zusammen mit Himmelstadts Bürgermeister Uwe Menth, Weinprinzessin Maria Stamm und mehreren Abgeordneten wurden der Naturschaugarten Himmelstadt offiziell eröffnet. Das symbolische Band durchschnitten (Mitte, von links) Landrat Thomas Schiebel, Wilhelm Remling (Vorsitzender LAG Wein, Wald, Wasser) und Wolfgang Fuchs (Leader-Förder-Stelle).
Zusammen mit Himmelstadts Bürgermeister Uwe Menth, Weinprinzessin Maria Stamm und mehreren Abgeordneten wurden der Naturschaugarten Himmelstadt offiziell eröffnet. Das symbolische Band durchschnitten (Mitte, von links) Landrat Thomas Schiebel, Wilhelm Remling (Vorsitzender LAG Wein, Wald, Wasser) und Wolfgang Fuchs (Leader-Förder-Stelle). Foto: Jürgen Kamm

„Was ist ein fränkisches Dorf ohne Hausgärten“ fragte Landrat Thomas Schiebel bei der Eröffnung des Naturschaugartens in Himmelstadt. Am Himmelstadter Mainufer kann sich jeder Interessierte Anregungen für den eigenen Garten holen und er kann auch in Führungen eingebunden werden.

Deshalb begrüßte Himmelstadts zweiter Bürgermeister Uwe Menth neben den „Schöpfern“ des Gartens wie dem Arbeitskreis Tourismus, den Kreisfachberater für Gartenbau, Hilmar Keller und der Freiraumplanerin Kerstin Gruber (Neustadt/Aisch) auch die Gästeführer und mehrere Obst- und Gartenbauvereine. Natürlich fehlten auch Vertreter der LAG Wein, Wald und Wasser sowie der Leader-Stelle nicht.

Überzeugendes Ergebnis

Landrat Thomas Schiebel machte keinen Hehl daraus, dass er erst skeptisch war, als die Gemeinde Himmelstadt vor über zwei Jahren den Vorschlag machte, auf einem aufgelassenem Gartengrundstück einen Kreislehrgarten anzulegen. Doch die Begeisterung und das Engagement aller Beteiligten hätten ihn letztlich überzeugt und das Ergebnis spreche für sich.

Zusammengefasst zeigt der Schaugarten mehrere Möglichkeiten, wie sich Gärten zwischen Blumenmeer und Nutzflächen für Gemüse attraktiv, naturnah und auch pflegeleicht gestalten lassen. Der Aufwand, selbst Obst und Gemüse anzubauen, stehe in Zeiten der Globalisierung in keinem tragbaren Verhältnis mehr zum Ertrag, führte der Landrat aus. Immer mehr Gärten würden deshalb leider nicht mehr gepflegt, zu eintönigen Rasenflächen umgewandelt oder befestigt.

Bürger gestalten ihre Heimat

Das Projekt passe gut zur EU-Förderung „Leader“, stellte Wolfgang Fuchs von der Förderstelle fest. Hier gestalteten Bürger ihre Heimat – direkt neben dem Pavillon für den Weihnachtsmarkt, der auch schon gefördert wurde. Es gehe auch um Bewusstseinsbildung, so Fuchs. Würde sich der Trend in der aktuellen Gartengestaltung fortsetzen, gäbe es in 20 Jahren nur noch Steingärten.

Dass der Garten nun eröffnet wurde, bedeute nicht, dass er fertig ist, erklärte Kerstin Gruber. Ein Garten müsse sich entwickeln. Bei der anschließenden Führung erklärte sie zusammen mit Hilmar Keller die verschiedenen Areale vom mit Krustenplatten aus Muschelkalk befestigten Bereich über Totholzstellen, Kräutern im Pflanzbeet, den Stauden-Mischpflanzungen, der Blumenwiese bis hin zu einem etwas anderen Gemüsegarten, in dem der Salat auch einmal blühen darf.

110 000 Euro investiert

„Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat“, lautet eine Erkenntnis aus Persien. Ein grünes und blühendes Paradies hat aber auch seinen Preis: Die Leader-Förderung für den Naturschaugarten betrug 50 000 Euro, der Landkreis Main-Spessart stellte 35 000 Euro bereit, die Gemeinde Himmelstadt übernahm die Co-Finanzierung mit 25 000 Euro.

Wichtiger als die Gelder seien laut Landrat Schiebel aber alle Bürger, die sich einbrachten und -bringen. Alle werden erst ihre Erfahrungen sammeln müssen. Für den fachlichen Teil werde der Kreisfachberater bereit stehen. Für die Vermittlung der Lehr-Inhalte führte das Regionalmanagement des Landkreises ein Netzwerk von Fachkundigen zusammen und stellte für die nächsten zwei Jahre ein Veranstaltungsprogramm zusammen. Der Landrat bedankten sich in diesem Zusammenhang bei allen Natur-, Landschafts- und Gartenführern, dem Arbeitskreis Tourismus, beim Bund Naturschutz sowie der Main-Streuobst-Bienen-Genossenschaft und anderen. Eröffnet wurde der Naturschaugarten ähnlich wie eine Straße mittels Durchschneiden eines Bandes am Eingang.

Zur Eröffnung gehörte auch eine kurze Führung unter Leitung von Kreisfachberater Hilmar Keller und Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber.
Zur Eröffnung gehörte auch eine kurze Führung unter Leitung von Kreisfachberater Hilmar Keller und Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber.

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