Rothenfels

Viele Leichen und eine blinde Verbrecherbande im Krimikeller

"Die toten Augen von London": Beim Krimiklassiker von Edgar Wallace im Rohenfelser Krimikeller wird diesmal auch im Blindenheim ermittelt. Foto: Susanne Feistle

Es läuft gruselige Musik und das Licht flackert mystisch im Krimikeller in  Rothenfels bei der ersten Durchlaufprobe für das neue Stück "Die toten Augen von London" von Edgar Wallace. Das passt zur Inszenierung: Ein Scheinwerfer ist ausgefallen und die Techniker gehen gerade einem ungeklärten Rauschen auf der Bühne nach.  

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"Durchlaufprobe bedeutet, dass wir das Stück heute zum ersten Mal komplett durchspielen. Da sehen wir dann, ob das auch alles zusammen passt und können nachjustieren", erklärt Theaterleiter Michael Franz. "Das Stück ist einfach spannend, es passiert sehr viel und sehr schnell und wir können so unsere neue Technik gut einsetzen".

Schnelle Kulissenwechsel dank Projekttionstechnik

Die von Franz angesprochene Projektionstechnik kam bereits im letzten Winterkrimi zum Einsatz. Mit dieser können die vielen Schauplätze schnell als Kulisse auf die hintere Bühnenwand projiziert werden. In dem Stück gibt es viele Szenen, die alle ihr eigenes Bühnenbild haben, also sehr viele Umbauten und das soll laut Franz zügig von statten gehen. "Ich hasse es, wenn die Leute da sitzen und warten müssen".

Daher stellt er den Mitwirkenden auch seinen aktuellen fünfseitigen Umbauplan vor und gibt während der Probe genaue Anweisungen: "Andreas geht mit Altar durch Haupteingang ab. Georgia kommt mit Stuhl eins durchs Loch". Was sich für den Laien erst mal seltsam anhört, ist aber für die Akteure eine klare Ansage. Sie sorgt dafür, dass Mantel, Wasserglas und andere Requisiten immer an der richtigen Stelle sind, sei es vor oder auch hinter der Bühne.  Überhaupt wird auf die Details großen Wert gelegt. So trägt Georgia Viola-Richartz in ihrer Rolle als Schwester Dearborn ein Originalgewand einer Nonne.

Georgia Viola-Richartz spielt die Leiterin des Blindenheimes, Schwester Dearborn und trägt ein original Nonnengewand. Foto: Susanne Feistle

Als dann endlich alles und jeder an seinem Platz ist, kann die eigentliche Probe beginnen – und da läuft es bereits gut. Alle Darsteller sind gut vorbereitet, ihr Spiel wirkt routiniert,  sie sind textsicher und wissen was wann und wo zu tun ist. Franz beobachtet das Geschehen auf der Bühne von unten aus. Er scheint zwar etwas angespannt zu sein, zugleich aber auch recht zufrieden mit seiner Mannschaft.

Insgesamt gibt es neun Darsteller für sieben Rollen – zwei sind doppelt besetzt. Unter den Schauspielern sind auch welche, die einige Zeit pausiert hatten und nun wieder mit dabei sind.

Edgar Wallace, diesmal unbearbeitet

Die Probe am Donnerstag ist eine von rund 40 Proben. Die erste war Anfang September und die Generalprobe ist am kommenden Mittwoch, bevor am Donnerstagabend die große Premiere ansteht. Es ist der sechste Edgar Wallace-Krimi in Rothenfels, aber der erste, der nicht von Matthias Hahn bearbeitet wurde, sondern so gespielt wird, wie er vom deutschen Theaterverlag erworben wird.

Auch neu ist, dass Michael Franz diesmal nicht aktiv auf der Bühne mitspielen wird. "Mal schauen, wie das wird", meint Franz etwas zögerlich und seine Kollegin kommentiert lachend: "Ja vor allem für dich. Aber keine Angst, er ist trotzdem immer dabei".

Zukunftspläne: eine neue Soundanlage

In diesem Jahr hat Franz in neue Leuchtwände investiert, um die Szenenwechsel noch  besser zu unterstützen. Sein großer Traum für das Jubiläum im nächsten Jahr, wenn voraussichtlich ein ganz neues Stück von Matthias Hahn aufgeführt wird, ist eine komplett neue Soundanlage. "Ich bin immer dafür, dass das Geld, das rein kommt auch wieder investiert wird, aber das wird wahrscheinlich zu teuer", so Franz.

Jetzt freut er sich aber erst mal auf die Premiere am Donnerstag und verspricht einen abwechslungsreichen, spannenden Krimiklassiker, in dem eine blinde Verbrecherbande ihr Unwesen treibt. Auch Leichen wird es im Krimikeller in Rothenfels wieder geben – diesmal auf der Bühne sogar mindestens drei.

Spielplan für "Die toten Augen von London"
Die Termine für die Aufführungen sind: November: Donnerstag, 14., 19 Uhr; Samstag, 16., 19.30 Uhr; Sonntag, 17., 19 Uhr; Donnerstag 21., 19.30; Freitag, 22., 19.30 Uhr; Samstag 23., 19.30 Uhr; Sonntag 24., 19 Uhr; Donnerstag, 28., 19.30 Uhr; Freitag, 29., 19.30 Uhr; Samstag, 30., 19.30 Uhr; Dezember: Sonntag, 1., 19 Uhr; Donnerstag, 5., 19.30 Uhr; Freitag, 6., 19.30 Uhr; Samstag, 7.,19.30 Uhr; Sonntag, 8., 19 Uhr; Donnerstag, 12.,,19.30 Uhr; Freitag, 13., 19.30 Uhr; Samstag, 14., 19.30 Uhr; Sonntag, 15., 19 Uhr; Januar: Donnerstag, 2., 19.30 Uhr; Freitag, 3. 19.30 Uhr; Samstag, 4. 19.30 und Sonntag 5., 19 Uhr. Einige der Aufführungen sind bereits ausverkauft. Näheres unter www.krimikeller.de

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