LOHR

Vier neue Sonnenkraftwerke in Bürgerhand

Strom frei: Volker Klös (links), Karl-Heinz Konrad (vorne links) und Bürgermeister Mario Paul (vorne rechts) nahmen am Samstag die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule in Wombach stellvertretend für insgesamt vier neue Bürgersonnenkraftwerke in Betrieb. Mit dabei waren auch etliche Eigentümer. Foto: Wolfgang Dehm

Auf vier Dächern städtischer Gebäude hat der Marburger Verein Sonneninitiative Photovoltaikanlagen errichtet, die er auch betreibt. Finanzierer und damit Eigentümer der Anlagen sind allerdings zehn Bürger.

Offiziell übergeben wurden die Bürgersonnenkraftwerke am Samstagvormittag an der Grundschule Wombach.

Sonne in Konserven zu liefern, wie es Erich Kästner einst ironisch formuliert habe, funktioniere bislang noch nicht ganz, meinte Bürgermeister Mario Paul. Aber immerhin sei es gelungen, aus Sonnenlicht Strom zu erzeugen und ihn über Leitungen zu den Verbrauchern zu bringen.

Mit Blick auf die vom Verein Sonneninitiative errichteten Photovoltaikanlagen auf den Grundschulgebäuden in Wombach und Sackenbach, dem Feurwehrgerätehaus in Sackenbach und dem Obdachlosenwohnheim an der Rodenbacher Straße sagte Paul, man verfolge damit zwei Ziele: Zum einen gehe es um die Gewinnung von Energie, zum anderen um den Schutz der Umwelt.

Die vier Anlagen mit zusammen 575 Quadratmeter Modulfläche erzeugen laut Paul im Jahr rund 85 000 Kilowattstunden Strom, was dem Jahresverbrauch von 28 Mehrpersonenhaushalten entspreche. Im Gegensatz zur Stromerzeugung durch Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke entstehe in den Sonnenkraftwerken kein Kohlendioxid; die jährliche Ersparnis liege bei 55 bis 60 Tonnen.

Laut Paul ist es in Sachen Klimaschutz „fünf vor zwölf“, EU-Ziel sei, bis 2030 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als im Vergleichsjahr 1990.

Die Stadt Lohr betreibe bereits seit rund zehn Jahren zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Feuerwache in Lohr und des Kindergartens in Rodenbach. Mit diesen vier neuen Bürgersonnenkraftwerken leiste man wieder einen kleinen Beitrag für eine bessere Zukunft.

Karl-Heinz Konrad, der Leiter des in Lohr ansässigen unterfränkischen Regionalbüros des Vereins Sonneninitiative, freute sich darüber, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt unbürokratisch gewesen sei und das Projekt innerhalb eines halben Jahres habe abgewickelt werden können. Sonneninitiative-Geschäftsführer Volker Klös dankte den Eigentümern der Sonnenkraftwerke für deren finanzielles Engagement. Die Erträge aus dem erzeugten Sonnenstrom werden seinen Worten nach monatlich abgerechnet und an die Eigentümer ausbezahlt.

Der Verein Sonneninitiative habe die Anlage zusammen mit der Firma HSL aus Wiesen aufgebaut, sagte Klös, der Verein werde die Anlage regelmäßig überprüfen.

Die Gesamtkosten für alle vier Anlagen gibt der Verein Sonneninitiative mit rund 118 000 Euro an, den gesamten jährlichen Stromertrag mit 10 200 bis 10 700 Euro.

Die Lebensdauer der verwendeten Module liege bei rund 30 bis 40 Jahren.

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