Urspringen

Volker Hemrich kandidiert, weil ihm die Arbeit Spaß macht

Der Amtsinhaber im Rathaus von Urspringen kann dem Wahlsonntag am 15. März gelassen entgegensehen. Er hat keinen Gegenkandidaten. Doch nicht nur das freut ihn.
Volker Hemrich aus Urspringen hat nach sechs Jahren Amtszeit immer noch Spaß als Bürgermeister und kandidiert wieder bei der Kommunalwahl 2020 – diesmal als einziger Kandidat. Foto: Sabine Eckert

Volker Hemrich brauchte nicht lange zu überlegen, ob er sich wieder um den Bürgermeisterposten in  Urspringen bewerben soll. Sein Amt mache ihm nach sechs Jahren immer noch Spaß und Freude, stellt der 52-jährige an seinem Schreibtisch im Rathaus zufrieden fest. Als Hemrich vor sechs Jahren erstmals kandidierte, war er überrascht, dass er sich auf Anhieb mit 54 Prozent der Stimmen durchsetzen konnte, obwohl noch zwei weitere Kandidaten zur Wahl standen. Diesmal ist er alleiniger Bewerber.

Rückblickend werden ihm als Bürgermeister vor allem zwei Ereignisse in bester Erinnerung bleiben und machen ihn immer noch stolz: Das Dorffest 2015 und 2017 die Bürgermeisterschaften, bei denen das Dorf Zusammenhalt bewiesen hat. Dass die Aufgaben eines Bürgermeisters vielfältiger und komplexer geworden sind und einen immer wieder vor neue Herausforderungen stellen, ist ihm bewusst.

Den gebürtigen Heidingsfelder zog es Ende der 1980er Jahren der Liebe wegen auf die Fränkische Platte nach Urspringen. Hier hat er seine neue Heimat gefunden und fühlt sich wohl. Mit Ehefrau Michaela und den zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen wohnt er im Baugebiet Hinterer Kies. Die Nachverdichtung des Baugebietes voranzutreiben, war ihm bereits in der vergangenen Amtsperiode ein großes Anliegen. Dies steht weiterhin auf seiner Agenda. Mittlerweile konnten schon einige Baulücken mit Hilfe der Gemeinde, die hier als Grundstücksvermittler einspringt, geschlossen werden.

Der Altort soll nicht ausbluten 

Da Grundstücke in Urspringen aufgrund der zentralen Lage im Kreis und den stabilen Preisen begehrt sind, wird jetzt die Entwicklung des neuen Baugebietes "An der Stocke" angestoßen. Doch Hemrich will auch den Altort fest im Blick haben. Er soll nicht ausbluten. Die Dorferneuerung hilft da viel. Durch sie konnten in den vergangenen Jahren Bauplätze im Altort geschaffen werden, die verkauft wurden und wo sich bereits erste Vorhaben abzeichnen.

Auch die Erhaltung der Infrastruktur, wie Schule, Kindergarten, Arzt und die Nahversorgung zählt der 52-jährige als seine Ziele für seine nächste Amtszeit auf. Mit den Planungen für den Neubau der Kinderkrippe und der Sanierung des Kindergartens sowie der Erneuerung der Heizungsanlage in der Grundschule wurden bereits die ersten Weichen dafür gestellt. Zwar steht es in Urspringen um die Nahversorgung  noch ganz gut, denn ein Metzger und ein Bäcker sind vorhanden. Doch die Schließung des Lebensmittelgeschäfts zum Ende des Jahres hat eine Lücke hinterlassen. "Die Bevölkerung vermisst das schon stark", gibt Hemrich zu. Deshalb sieht er die Eröffnung eines Dorfladens als große Herausforderung für Urspringen an.

Projekt Bauhof zum Abschluss bringen

In letzter Zeit ist der Bürgermeister oft auf einer weiteren Baustelle in Urspringen anzutreffen: dem Bauhof. Dieses Projekt war ihm in seiner vergangenen Amtsperiode ein großes Anliegen, denn Urspringen war die einzige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld ohne Bauhof. Dieses Projekt möchte das Ortsoberhaupt, der hauptberuflich als Flussmeister tätig ist, in seiner nächsten Amtszeit zum Abschluss bringen. "Auf jeden Fall müssen wir die Finanzen bei diesen zahlreichen Maßnahmen weiterhin fest im Blick haben, da sie den Gemeindehaushalt stark beanspruchen", gibt der Bürgermeister ehrlich zu.

Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit im Gemeinderat funktioniert, stellt Hemrich heraus, dass zwar in manchen Punkten kontrovers diskutiert werde, am Ende der Gemeinderat jedoch an einem Strang ziehe. Positiv bewerte der Bürgermeister außerdem, dass an der nächsten Kommunalwahl zum ersten Mal eine Einheitsliste in Urspringen antreten werde.

Auch mit seinen Bürgern hat der 52-Jährige ein gutes Einvernehmen und versucht ein "Bürgermeister zum Anfassen zu sein". Ihn trifft man oft auf der Straße oder bei den vielen Veranstaltungen in Urspringen an. Allerdings hoffe er auch auf das Verständnis der Bürger, dass nicht alle Angelegenheiten gleich erledigt werden können. "Aber ich habe für jeden ein offenes Ohr".

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