Gemünden

Volkshochschulen: Orte der Begegnung und des Lernens

Dritte Bürgermeisterin Irmgard Pröschl nannte die Vhs Lohr-Gemünden bei der "langen Nacht der Volkshochschulen" ein erfolgreiches Modell der interkommunalen Zusammenarbeit.
Bei der Feierstunde im Gemündener Kulturhaus (von links): Stefanie Rumpel, Lotte Bayer, Jasna Blaic und Dritte Bürgermeisterin Irmgard Pöschl. Foto: Ferdinand Heilgenthal

Mit der "Langen Nacht der Volkshochschulen" begingen die dezentralen Bildungseinrichtungen bundesweit ihren 100. Geburtstag. Was nach den Schrecken des 1. Weltkrieges seinen Anfang nahm, ist heute ein wichtiger bildungspolitischer Faktor und somit ein Pfeiler unseres demokratischen Verständnisses. Die Volkshochschule (Vhs) Lohr-Gemünden feierte am Freitagabend zur gleichen Zeit an beiden Standorten das Jubiläum.

Geschäftsstellenleiterin Stefanie Rumpel begrüßte in Gemünden etwa 30 Besucher im Foyer des Kulturhauses, unter ihnen Dritte Bürgermeisterin Irmgard Pröschl, Kulturamtschefin Jasna Blaic, einige Stadträte, die Vorsitzende des Historischen Vereins, Lotte Bayer, sowie Kreisarchivpfleger Bruno Schneider. Die bundesweiten Veranstaltungen stehen unter dem Motto "Zusammenleben. Zusammenhalten" und auch das Logo mit den ineinander fließenden blauen, gelben und roten Punkten steht für die Vhs als Ort der Begegnung, an dem Menschen zusammenkommen, um miteinander zu lernen und in positiver Weise aufeinander abzufärben, sagte Rumpel.   

"Bildung ist ein Gut, von dem man nicht genug haben kann."
Irmgard Pröschl, Dritte Bürgermeisterin in Gemünden

Irmgard Pröschl nannte die Vhs Lohr-Gemünden ein erfolgreiches Modell der interkommunalen Zusammenarbeit. Zur Bedeutung der Volkshochschulen sagte sie: "Bildung ist ein Gut, von dem man nicht genug haben kann". Die Volkshochschule biete dafür den richtigen Boden und sorge für gutes Gedeihen. Darauf könnten die Stadt und ihre Bürger stolz sein.

Im Mittelpunkt des Abends standen die Eröffnung der Fotoausstellung des Historischen Vereins "Gemünden im Laufe der Zeit" und die Präsentation des Buches "1000 Jahre Deutsche in Böhmen", mit dem Untertitel "Heimatvertriebene in Gemünden", durch Lotte Bayer, der Vorsitzenden des Historischen Vereins.  In der Ausstellung sind auf acht Stellwänden 120 Fotos zu sehen, darunter viele Aufnahmen vom noch unzerstörten Gemünden vor der Bombardierung, die bisher unbekannt waren. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1897 und zeigt die Lindenwiese in ihrem ursprünglichen Zustand. Zu sehen ist die Ausstellung bis 20. November zu den üblichen Öffnungszeiten im Kulturhaus.

Neues Buch über Deutsche in Böhmen

Das Heft 12 aus der Schriftenreihe des Historischen Vereins Gemünden und Umgebung ist eigentlich ein mit zahlreichen historischen Fotos illustriertes Buch. Auf 237 Seiten wird die Geschichte der Deutschen in Böhmen beschrieben, die historischen Wurzeln und die kulturelle Vielfalt des Landes und das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen. Breiten Raum nimmt das dunkle Kapitel der Nazizeit und der darauffolgenden Vertreibung ein. Dabei kommen zwanzig Zeitzeugen zu Wort, die später in Gemünden und Umgebung eine neue Heimat fanden und sehr detailliert die persönlichen Schicksale und das erfahrene Leid schildern. Im letzten Kapitel sind die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit bis heute thematisiert.

Die guten Beziehungen zwischen der Bundessrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik und der Bevölkerung der beiden EU-Staaten seien eine gute Grundlage, die Brüche der Vergangenheit in der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Tschechen zu überwinden. Das Buch, das noch einmal besonders vorgestellt werden soll, ist bei der Vorsitzenden Lotte Bayer, oder in der Tourist-Info erhältlich. Lotte Bayer dankte allen Vereinsmitgliedern sowie den Zeitzeugen und ihren Angehörigen, die bei der Erstellung des Werkes mitgewirkt haben, vor allem bei Kreisarchivpfleger Bruno Schneider und bei Dr. Gerhard Köhler.

Rahmenprogramm mit Vorführungen

Im weiteren bunten Programm des Abends konnten die Besucher eine Vorführung der Tai Chi-Gruppe sehen, und an verschiedenen Schnupperangeboten teilnehmen. Qi Gong-Lehrerin Reinhild Becker zeigte, dass man die Energiebahnen in den Fingern, ähnlich wie bei einer Akupunktur ohne Nadeln, durch einfaches Halten und leichtes Drücken beeinflussen kann. Nach der ganzheitlichen chinesischen Medizin habe jeder Finger eine Bedeutung, wirke auf bestimmte Organe und beeinflusse dadurch das Allgemeinbefinden. So wirke der Zeigefinger auf Blase und Nieren und stehe für Angst und Panik, aber auch für Lebenswille und Mut.

Zur Auflockerung gab es zwischendurch ein Ratespiel auf Englisch, zur Stärkung Häppchen und arabische Leckereien und zum Ausklang noch einige entspannende Aroha-Übungen mit Renate Limberger. Und wer die Fragen zum Quiz alle richtig beantwortet hat, kann noch auf einen Gewinn hoffen. Die Benachrichtigung erfolgt schriftlich.

Schlagworte

  • Gemünden
  • Ferdinand Heilgenthal
  • Araber
  • Ausstellungen im Bereich Photographie
  • Ausstellungen und Publikumsschauen
  • Bevölkerung
  • Bücher
  • Bürger
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Das dritte Reich
  • Erfolge
  • Gesellschaft und Bevölkerungsgruppen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!