BERGROTHENFELS

Vom Burgverlies bis auf die höchste Zinne

Zwölfmal mit Kusshand: Die Burgfräuleins des Showballetts krönten die Prunksitzung des Carnevalclusb Bergrothenfels. Foto: Fotos (3): Robert Heusslein

Mit einem dreifachen „Rämmschüeg Helau“ ließen die CCB-Narren aus Bergrothenfels ihr Volk am 44. Jubiläum ihres Carnevalclubs teilhaben und kehrten dazu hinter den trutzigen Mauern der Burg von Berch vom Burgverlies bis in die höchste Zinne alles heraus, was an Programm für ein Burgfestival mit Minnedienst und Ritterspiel für Heiterkeit und Fastnachtskurzweil sorgen konnte.

Punkt zwölf zur Geisterstunde, nach dem Einzug des Elferrats unter Präsident Burkard Trunk, ließen sich die Fledermäuse und Draculas der „Minis“ unter den Ballettgruppen wecken und fegten mit grimmigen Mienen über die Bühne. Als Hofnarr ließ Antonia Zieglmüller keinen Zweifel an den vier mal elf Jahren des CCB. Als Nachwuchs einer der Vereinsfamilien kann sie sich seit ihrer Geburt an nichts anderes erinnern als zu jedem Anlass Narretei.

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Sitzung der Rämmschüegg

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Sozusagen umrahmt von den schwungvoll im Gleichschritt dargebotenen Gardetänzen der „Kleinen Garde“ und der „Großen Garde“ schwebte Erika Zieglmüller als „Bercher Schutzengel“ heran, nachdem er bei Kardinal Ratzinger nicht zum Zuge gekommen sei und den Papst dem Engel Benedikt überlassen habe. Aber auch mit der übrigen Geistlichkeit hatte er so seine liebe Not.

Ein Lied auf die „Hobbits von Berch“ stimmten Rüdiger Bayer, Matthias Roth, Christian Rieb, Sebastian Wolf, Stefan Back, Christoph Trunk und Achim Budde an und berichteten von den Leidenschaften ihrer kleinen Helden – Essen, Trinken und Schlafen – denen sie oft und gerne überall im Auenland, in ihrer Burg und bei Festen frönten. Aber sie besangen auch die drohende Gefahr des „Sauron von Hädefeld“, der Rothenfels vereinnahmen und seine Schätze, wie das heimische Bier, unterjochen wolle. Doch schlau wie sie einmal sind – die „Bercher Hobbits“, ließen sie alle Schätze ihrer Heimat verschwinden. Und mit der Parole „Lieber arm, aber sexy und frei“ stießen sie mit „ihrem“ Rothenfelser Bier auf den Sieg an.

Unvermittelt stürmte mit Sirenengeheul das Männerballett der „Märchebrünner Feuerwehr“ den Saal und goss mit seinem akrobatischen Ernstfalleinsatz mit Manpower und Schlauch-Mikrofon reichlich Stoff ins Stimmungsfeuer.

Mit ihren Burgfestspielen eröffneten Dietmar Väth, Sebastian Wolf, Gabi Wolf, Tina Wolf, Nadine Brand, Kerstin Bayer, Christian Rieb, Matthias Kuhn, Andrea Kuhn und Peter Zieglmüller die zweite Halbzeit der Narrenschau. Beim „dreckige Wäsche Waschen“ zweier Damen erfuhr man auch, dass die Bayer-Bräu jetzt anstatt Export ein Import, in Arnstein abgefüllt, ausschenke. Aber auch die Sache mit dem selbst geschenkten Geburtstagsstrauß zu Rosis 60. Geburtstag wurde beleuchtet.

Die rechnerischen Gene innerhalb einer Familie stellte man bei der gemeinsamen Erledigung der Hausaufgaben unter Beweis, wobei 28 geteilt durch 7 auch über Vergleiche mit Äpfeln, Birnen und Bier nicht einvernehmlich zu klären war.

Ebenfalls um Zahlen – um das Zahlen unterm „Rettungsschirm“ des Eurolandes - ging es bei echtem Minnegesang frei nach Nana Mouskouri: „Leise gehen Euros nach Athen – auf Wiedersehen“.

Die „United Girls“ wischten die kleinen Tränen der Zuhörer schnell wieder weg und riefen die Augen der Zuschauer zum Spektakel der Ritterspiele auf die Bühne zurück.

Doris und Dominik Völker ließen in einem humorvollen Zwiegespräch zwischen Versicherungsvertreter und genesener Unfallverletzter den Leidensweg von der hindernisreichen Bergung, einer zweifelhaften Operation und schließlich bis zur schwierigen Motivation ihres Mannes im Haushalt nachverfolgen.

Mit Robin Hood an der Spitze rückten dann die Helden aus dem „Berch-Wood-Forest“ heran und boten mit ihrem abgewandelten „River-Dance“ Einblicke auf straff bestrumpfte Männerbeine. Zwei rustikale Klofrauen (Anja und Sonja) ließen sich über ihr tiefe menschliche Einblicke erlaubendes Abflussgeschäft aus. Trotz eines Angebotes, Obamas Weißes Haus in Washington sauber zu halten, seien sie lieber hierher in die Seewiesenhalle gekommen, um unter Narren närrisch die Klobürste schwingen zu können.

Die entzückend kostümierten Burgfräuleins des CCB-Show-Balletts bezauberten im Handumdrehen die Narrenschar. Sie bewunderten sich zunächst selbst im Zauberspiegel und ließen schließlich einen „Mr. Lover Lover“ als Prinzen im ausverkauften Saal erscheinen. Gekrönt durch diesen Auftritt endete die Jubiläums-CCB-Prunksitzung mit dem Finale aller Mitwirkenden und schließlich mit der großen Polonaise.
 

Die Mitwirkenden

Elferrat: Burkard Trunk (Präsident), Christoph Trunk, Matthias Roth, Sebastian Roth, Volker Greß, Arno Baier, Christian Zofek, Jörg Heck, Arthur Hauck, Lorenz Glossner und Volker Brindöpke.

Bambinis: Dominik Heck, Maja Rot, Jana Treutlein, Evelyn Weißkopf, Hanna Väth, Niklas Wissel, Marcel Schneider, Jonas Bayer, Sarah Hörning und Carmen Hock vorbereitet durch ihre Trainerinnen Steffi Funsch und Lisa Hettiger auf.

„Kleine Garde“: Laura Bayer, Melina Treutlein, Anna-Lena Schick, Alicia Bürger, Lara Schmidt, Annika , Velichkovak Hanna Leser, Fiona Schneider, Silja Hörning, Pia Schlemmer, als Ersatz Lisa Traut, Thea Straub und Isabel Schneider, trainiert von Kerstin Bayer und Fabienne Salomon.

„United Girls“: traten Antonia, Zieglmüller, Corinna Oestel, Linda Weiskopf, Verena Kern und Luisa Bauer, Sabrina Löffler, betreut von Lisa Hettiger und Bärbel Väth.

Männerballett Marienbrunn: Sven Reidelbach, Simon Baumann, Klaus Roth, Martin Hock, Ralf Baumann, Daniel Buller, Stefan Baumann und Björn Knorr, für den Einsatz trainiert von Nicole Lerch und Katja Buller.

„Große Garde“: Eva Zieglmüller, Antonia Zieglmüller, Corinna Oestel, Laura Brindöpke, Franziska Reder, Sandra Pelzl, Kristin Weyer, Kristin Schlemmer und Fabienne Salomon, mit ihren Trainerinnen Dorothea Huzejrovic und Eva Zieglmüller.

Männerballett Bergrothenfels: Dominik Völker, Ermin Huzejrovic, Christian Kuhn, Klaus Leifhelm, Matthias Kuhn, Manuel Straub und Sebastian Wolf, trainiert von Dorothea Huzejrovic.

CCB-Ballett: Steffi Funsch, Marion Heimbach, Sophia Zenglein, Carolin Brand, Eva Zieglmüller, Beatrice Schubert, Kristin Weyer, Kristin Schlemmer, Andrea Kuhn, Nadine Brand, Fabienne Salomon und Lena Zenglein, trainiert von Dorothea Huzejrovic, Kristin Schlemmer und Fabienne Salomon.

Burgfestspiele: Dietmar Väth, Sebastian Wolf, Gabi Wolf, Tina Wolf, Nadine Brand, Kerstin Bayer, Christian Rieb, Matthias Kuhn, Andrea Kuhn und Peter Zieglmüller aus.

Feuerwehrmänner in Action: Was sie so drauf haben, zeigten die Floriansjünger aus dem benachbarten Marienbrunn.
Charmante Waschfrau bei den „Burgfestspielen“.

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