Homburg

Von Liebe, einer Fischhändlerin und Whisky

Michael Günther und Deirdre Campbell-Shaw präsentierten in Homburg britische Musik mit Cembalo und Harfe.
Michael Günther und Deirdre Campbell-Shaw präsentierten in Homburg britische Musik mit Cembalo und Harfe. Foto: Martin Harth

Natürlich erwies sich der Brexit am frühen Samstagabend vor rund 60 Zuhörern als ein moderierter "Running Gag", als sich Deirdre Campbell-Shaw und Michael Günther bei einem Schlosskonzert in Homburg mit der britischen Musiktradition auseinandersetzten.

Gesang sowie das Spiel auf keltischen Harfen und einem Cembalo belegten die vielfältigen Beziehungen zwischen Kompositionen für Hof, Adel und Bürgertum zur britischen Folklore. Sie zeichnet sich durch ihre Lebendigkeit und hohe Kunstfertigkeit bis zum heutigen Tag aus.

Campbell-Shaw widmete sich mit gut akzentuierter Gesangsstimme und fingerfertigem Harfenspiel als gebürtige Schottin nur zu gerne diesem Thema. Mit "Fortune my Foe" und dem sehnsuchtsvollen "Loath to Depart" bot sie für Michael Günther die Vorgabe, um am Cembalo die Variationen der englischen Renaissance-Meister William Byrd und Giles Farnaby zu Motiven aus diesen beiden zarten Liedern zu präsentieren.

Mit flottem Spiel ging es an den Tasten rein instrumental zur höfischen Jagd mit dem Werk "The King’s Hunt" von John Bull. Virtuose Spielfreude zeichnete die seltene Kompositionsform "Ground in c" des berühmten Barock-Genies Henry Purcell aus.

Nach der Pause trat die Harfe in den Mittelpunkt des Programms. Robert Burns (1759-1796) gilt als bedeutender schottischer Nationaldichter, und die beiden von Deirdre Campbell-Shaw ohne Begleitung vorgetragenen Lieder "Coming Through the Rye" und Last May" berichteten von der Liebe und zeugten von bester poetischer Qualität. Das schottischen Lied "Chi mi na mòr- bheanna" wurde auf der Harfe begleitet und erzählt von der Schönheit der Landschaft auf den Hebriden-Inseln.

Zwei aus dem Folk-Revival der 1970er Jahre vertraute Songs führten nach Irland. "Cockles und Mussels" rief kunstvoll den Geist den Geist der schönen Dubliner Fischhändlerin Molly Malone wach. Die Vertonung des so besonderen Gedichts "The Sally Gardens" von William Butler Yeats wirkte mit hoher lyrischer Aussage über die Leichtigkeit der Liebe. Eine kleine Harfe irischer Bauart, die Deirdre Campbell-Shaw in der Folge spielte, erwies sich bei einer Reihe kleiner Impressionen als durchaus etwas biestig, denn die Stahlsaiten verstimmten sich im kleinen Konzertsaal nur allzu schnell.

Am Ende gab die Harfenistin mit ihrer famosen Eigenkomposition "Spirit of Islay" noch einen feinen und tiefen Eindruck der schottischen Seele. Denn dieser Spirit berichtet eigentlich von der südlichsten und fruchtbarsten Hebriden Insel, steht aber im Wortsinn durchaus auch für eine ganze Reihe von geschätzten Whisky-Brennereien auf dem Eiland.

Die Gäste hatten den zarten Klängen mit Begeisterung gelauscht und forderten mit ihrem Beifall nach einer Zugabe. Sie folgte mit einer musikalischen Reminiszenz an Charles Edward Stewart, der als gefeierter Thronanwärter und Volksheld "Bonnie Prince Charlie" nach einer versuchten Invasion nach England 1746 in der Schlacht von Culloden grandios im Kampf um die Krone scheiterte.

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