Lohr

Vor 125 Jahren eröffnet: Juwelier Kriegbaum in Lohr feiert Jubiläum

Zum Geschäftsjubiläum neu dekoriert: Die Auslage von Juwelier Kriegbaum mit Uhrmachermeister Matthias Krautwald. Foto: Roland Pleier

Nein, er ist keiner, der Schmuck zur Schau trägt – gleichwohl er Uhren und Schmuck verkauft. Er ist auch keiner, der sein Engagement an die große Glocke hängt. "Ich helfe, wo ich helfen kann", sagt Uhrmachermeister Matthias Krautwald. Das tut er zum einen in der Abteilungsleitung der Lohrer TSV-Fußballer. Zum anderen aber repariert der vielseitige Feinmotoriker auch mal einen CD-Spieler, einen Fotoapparat oder eine Märklin H0-Eisenbahn. 

So zurückhaltend und bescheiden sich der 49-Jährige gibt: Es passt zu ihm, dass sein Juweliergeschäft etwas abgelegen von der Hauptschlagader der Altstadt in der Färbergasse liegt. 110 Jahre lang wird in diesem Anbau ums Eck mit Ketten und Ringen gehandelt, werden Uhren und Verschlüsse repariert. Das Geschäft selbst aber feiert heuer Jubiläum: mit 125 Jahren ist Juwelier Kriegbaum eines der ältesten Geschäfte der Lohrer Innenstadt.

Geschäftseröffnung am Oberen Tor

Eröffnet hatte es Martin Kriegbaum 1894 am Oberen Tor. 15 Jahre später zog er in die Färbergasse 14 an den heutigen Standort um. Als Martin Kriegbaum 1912 starb, hinterließ er seine Frau Dorothea und seinen einjährigen Sohn Eduard Kriegbaum. Ein Jahr später heiratete Hugo Gehret, der bei Kriegbaum als Uhrmacher beschäftigt gewesen war, die Witwe seines Meisters und führte das Uhren- und Schmuckgeschäft unter dem Namen Hugo Gehret & Söhne weiter bis zu seinem Tod im Jahr 1948.

Gehret – und das scheint auch Matthias Krautwald in die Wiege gelegt – war als Tüftler und Bastler bekannt. Er schuf in dieser Zeit mehrere außergewöhnliche Motivuhren. Eines der Exemplare ist im Schulmuseum zu besichtigen.

Nach seinem Ableben führten die Halbgeschwister Franz Back und Eduard Kriegbaum die Firma gemeinsam weiter. Im Jahr 1957 trennten sich die Wege der beiden Inhaber. Uhrmachermeister Eduard Kriegbaum führte das Geschäft gemeinsam mit seiner Ehefrau Klara Kriegbaum, geborene Baunach, weiter. 1987 bekam der rechtschaffene Handwerksmeister voller Stolz den „Goldenen Meisterbrief“ verliehen.

Seit 1998 mit Matthias Krautwald

Nach dem Tod ihres Ehemannes führte Klara Kriegbaum mit ihren treuen und langjährigen Mitarbeitern das Geschäft weiter, bis sie es 1998 an Matthias Krautwald, den Großneffen ihres Mannes, übergab, der es in ihrem Sinne weiterführt. Als er es übernahm, hatte der Juwelier Back sich gerade auf Brillen konzentriert, gab es auch bei Dreisbusch am Marktplatz noch Schmuck zu kaufen. Heute teilt sich Juwelier Kriegbaum den lokalen Schmuck- und Uhrenmarkt lediglich noch mit dem Juwelier Weimert in der Kapuzinergasse.

Der Lohrer Matthias Krautwald hatte zunächst Augenoptiker gelernt, erst im Anschluss daran den familiären Traditionsberuf des Uhrmachers. Ihm gelang es, die Ausbildung zu verkürzen und dennoch als Kammersieger und dritter Landessieger abzuschließen. Seine Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk legte er 1995 mit Erfolg ab.

Ist nach 25 Jahren zu aktualisieren: Der Ausleger der Juweliergeschäfts Kriegbaum in der Färbergasse. Foto: Roland Pleier

Seit nunmehr 21 Jahren ist Matthias Krautwald der Chef der langjährigen Mitarbeiterinnen bei Juwelier Kriegbaum. Drei unterstützen ihn im Verkauf, eine vierte erledigt die Buchhaltung. Er selbst repariert in der hauseigenen Werkstatt Armbanduhren, Wecker und Großuhren. Mit seiner modernen Gravurmaschine kann er zudem vieles personalisieren und individualisieren. 

Eine seltene Aufgabe allerdings hat er noch vor sich: Der Ausleger am Geschäft wirbt noch mit "Kriegbaum – 100 Jahre". Nach 25 Jahren schreit es mit dem Jubiläum nach einer Aktualisierung. Kriegbaum nickt: "Kommt noch ..."

Klein, aber fein: Das Geschäft von Juwelier Kriegbaum mit angeschlossener Werkstatt. Foto: Roland Pleier

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