ESSELBACH

Vorbereitung auf den Bürgerentscheid

Volles Haus: Zur Informationsveranstaltung über Gefahren von Mobilfunksendern kamen über 100 Interessierte Esselbacher in den Saal der Feuerwehr.
Volles Haus: Zur Informationsveranstaltung über Gefahren von Mobilfunksendern kamen über 100 Interessierte Esselbacher in den Saal der Feuerwehr. Foto: Patric Nietzke

Gesundheitliche Risiken der Mobilfunkstrahlung: Dieses Thema interessierte über 100 Esselbacher, die der Einladung von Bürgermeister Richard Roos zur Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Feuerwehr Esselbach gefolgt waren. Leider waren die Stimmen der Referenten mangels Lautsprecheranlage oft schlecht zu verstehen.

Einleitend referierte der erklärte Mobilfunk-Kritiker Dr. med. Horst Eger (Naila) über Studien, die für ihn belegen, dass die Nähe zu Mobilfunkmasten im kausalen Zusammenhang mit diversen Erkrankungen stehe sowie Schäden bei Mensch, Tier und Pflanzen, insbesondere an der DNA, entstehen lasse. Studien verschiedener Organisationen und Länder aus den Jahren 1967, 1973 und 2009 zeigen für ihn zweifelsfrei auf, dass höhere Vorsicht im Umgang mit dieser Technik nötig sei und die Bevölkerung nicht vollständig von den Behörden über die Gefährdungen informiert würde. Seiner Meinung nach ist die Bestimmung des Grenzwertes zu sehr an einen thermischen Effekt gekoppelt und die Beurteilung der Wirkung sei damit irreführend.

Vielmehr wäre die Stärke der hochfrequenten Strahlung für eine Diagnose wichtiger. Es gäbe inzwischen auch technische Möglichkeiten, die die Strahlung minimieren könnten. Diese würden jedoch von den Betreibern der Sendestationen nicht in Betracht gezogen. Eger fordert einen Warnhinweis auf jedem Handy, der den Nutzer veranlasst, das Gerät beim Telefonieren vom Kopf weg zu halten, weil sich dadurch die Strahlung erheblich reduzieren ließe.

Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt stellte Ergebnisse von Studien vor, die gesicherte Erkenntnisse über die Unschädlichkeit der Handy-Strahlung belegen sollen. In Diagrammen und Zeichnungen wurden weiterhin die prognostizierten Emissionen aufgezeigt, die von dem geplanten Mast in die direkte Umgebung Esselbachs abgestrahlt werden. Diese würden deutlich unter den Grenzwerten der WHO und der deutschen Gesundheitsbehörden liegen. Wichtig seien der Standort und die Entfernung zum Mast, da die Strahlung sich nicht gleichmäßig in alle Richtungen verbreite. Laut Eger liege die Strahlung eines Handys am Kopf um ein vielfaches höher als die elektrischen Wellen des Mastes. Außerhalb des Sicherheitsbereiches würden keine Grenzwerte überschritten werden. Die Studien, die Dr. Eger vorstellte, seien für ihn nicht aussagekräftig genug, da die Tests nur mit einer „Verblindung“ evident wären. Dies sei bei manchen der vorgestellten Studien nicht gegeben.

Dr. Dorothee Twardella vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab die Beurteilung ihres Amtes weiter, nach der keine Gefährdung mittels ionisierender Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen ausgehe. Es gäbe keine belastbare Evidenz, wenn die Grenzwerte eingehalten würden. Außerdem habe ein Handy eine tausendfach höhere Strahlung als die des geplanten Emittenten. Würde man mit einem Handy im Keller telefonieren, wäre die Strahlung wesentlich höher als beispielsweise in einer Großstadt, da das Mobilfunkgerät automatisch seine Leistung auf die Stärke des vorhandenen Netzes anpasse.

Roos: Keine Standort-Alternative

Bürgermeister Richard Roos stellte zwischendurch klar, dass es sich bei der Aufstellung des Mastes um eine Entfernung von 300 bis 350 Metern zu der Wohnbebauung handle und ein Abstand von 750 Metern, wie von der Bürgerinitiative gefordert wurde, von dem Betreiber als topografisch unmöglich bezeichnet worden sei. „Der Mast kommt dort hin oder er kommt nicht. Eine Alternative gibt es nicht“, war sein Leitsatz. Von der Bürgerinitiative, die gegen die Sendeanlage an diesem Standort ist, waren nur vereinzelt Stimmen zu hören.

Bürgermeister Roos meinte, dass sich nun die Bürger eine Meinung bilden könnten und der Bürgerentscheid in einigen Monaten zu einer Entscheidung des Gemeinderates führen werde.

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