Karlstadt

Wahlkampfzeugnis für die Karlstadter Bürgermeisterkandidaten

Wie haben sich die Bewerber um die Kruck-Nachfolge im Wahlkampf geschlagen? Eine nicht ganz ernstgemeinte Benotung.
Wahlkampf in Karlstadt.
Wahlkampf in Karlstadt. Foto: Markus Rill

Der Kommunalwahlkampf hat mit einem Schuljahr einiges gemeinsam. Erst geht's langsam los, unterwegs stehen Prüfungen an und am Ende gibt's die Abschlussprüfung (Wahl). Ungewöhnlich: Ausgerechnet die zwei Besten müssen nachsitzen (in der Stichwahl). Wir haben den Karlstadter Bürgermeisterkandidaten deshalb ein Zeugnis ausgestellt, weisen aber auf eine Selbstverständlichkeit hin: Wer die besten Wahlkampfnoten erhält, muss nicht zwangsläufig der beste Bürgermeister sein. 

Stefan Rümmer, Armin Beck, Michael Hombach und Benedikt Kaufmann (von links) bei der mündlichen Zwischenprüfung.
Stefan Rümmer, Armin Beck, Michael Hombach und Benedikt Kaufmann (von links) bei der mündlichen Zwischenprüfung. Foto: Fabian Gebert

Benedikt Kaufmann: Bene ist ein aufmerksamer und strebsamer Schüler. Er kennt sich sehr gut im Bauwesen aus und hat Rhythmusgefühl. In viele andere Themen hat er sich gut eingearbeitet. Benedikt war lange der Jüngste in der Klasse, bei seinen mündlichen Vorträgen kann er seine Artikulation noch verbessern. Auch in der Interpunktion weist er noch Schwächen auf (Miteinander. Karlstadt. Bewegen.).
Weiter so, Bene! Gesamtnote: 2.  

Armin Beck: Armin ist ein eher ruhiger Schüler. Er kann gut strukturiert argumentieren und diskutieren. Es würde ihm helfen, seine Zuhörer dabei auch emotional mitzunehmen. Armin hat sich mit großem Engagement der Projektgruppe  Straßenbau angeschlossen und vertritt eine andere Meinung  als die meisten seiner Mitschüler. Beim Plakatebasteln im Kunstunterricht hätte Armin kreativer sein können. "Ihr Bürgermeister" und "Weil wir hier leben" sind nicht seine rhetorisch größten Leistungen.
Trau Dir mehr zu, Armin. Gesamtnote: 2.

Michael Hombach: Michael hat sehr eifrig auf die Abschlussprüfungen hingearbeitet. Er grüßt höflich und freundlich im Schulhaus und auf dem Hof, er hat viele bunte Plakate entworfen und aufgehängt und kommuniziert auch täglich in den sozialen Medien. Zur mündlichen Zwischenprüfung (vulgo: Podiumsdiskussion) erschien er mit einem dicken Stapel (erlaubter) Spickzettel. Trotz seiner vielen Wortbeiträge und seiner regen Beteiligung am Unterricht wurde nicht ganz klar, was seine Stärken und konkreten Ziele sind. Das Thema seiner Abschlussarbeit "Der Mensch als solches steht im Mittelpunkt meines Denken und Handelns" ist grammatikalisch fragwürdig und inhaltlich  vage. 
Entspann Dich, Michi, und sei auch mal spontan! Gesamtnote: 2+.   

Stefan Rümmer: Stefan ist in der Klasse und in der Schulgemeinschaft beliebt. Vor diesem Schuljahr zählte er zu den unauffälligeren Schülern. In diesem Jahr hat er die Ärmel hochgekrempelt und positiv überrascht. Stefan nimmt an vielen Wahlfächern teil: Kirche, Gewerkschaft, Pfadfinder, Sportverein, Stammtisch. Sein großes Anliegen ist es, alle Kinder der Schule zu verbinden, zu jedem Thema. Stefan möchte im nächsten Schuljahr viele Projekte starten: Altstadtsanierung, Tiefgaragen-Erweiterung, Verschönerung der Mainlände. Vielleicht täte es ihm gut, sich auf einige Kernfächer zu konzentrieren.
Nicht verzetteln, sondern fokussieren, Stefan! Gesamtnote: 2+.

Janik Havla - hier noch mit schwarzem Haar.
Janik Havla - hier noch mit schwarzem Haar. Foto: Markus Rill

Janik Havla: Janik ist erst im Laufe des Schuljahrs in die Klasse gekommen. Sich einzufügen fiel ihm nicht leicht: Er ist der Jüngste und hat blaue Haare. Janik hat viel Humor und ist manchmal etwas frech: "Würde Jesus das wollen?" Nicht jeder in der Klasse versteht seine Scherze, ab und zu täte es ihm gut, sich konstruktiver in den Unterricht einzubringen. Trotz seines jungen Alters posiert Janik oft mit Bierdosen und hält sich häufig in Lokalen auf, die Alkoholika anbieten – da sollte er aufpassen! 
Dein Humor tut der Klasse gut, Janik! Gesamtnote: 2+.

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