MÜHLBACH

Walk with me

Die Burg-Lichtspiele Mühlbach zeigen in der Kino-Auslese der Vhs Karlstadt „Walk with me” am Montag, 14., und Dienstag, 15. Mai, jeweils um 20 Uhr. Foto: Karma Fims

Die Burg-Lichtspiele Mühlbach zeigen in der Kino-Auslese des Vhs Karlstadt „Walk with me“ Montag, 14., und Dienstag, 15. Mai, jeweils um 20 Uhr.

In den letzten Jahren ist der Begriff „Achtsamkeit“ immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Unternehmensberater, Lifestyle-Experten und selbst ernannte Gurus versuchen mittlerweile, bei Schulen, Unternehmen, Krankenhäusern und staatlichen Einrichtungen daraus Profit zu schlagen.

Derjenige, der das Prinzip der Achtsamkeit der westlichen Welt zugänglich machte, ist der über 90-jährige buddhistische Zen-Meister Thich Nhat Hanh. 1982 gründete der weltberühmte vietnamesische Mönch, Schriftsteller und Menschenrechtler Plum Village, ein Kloster für Mönche und Nonnen, die dort Achtsamkeit, Friedfertigkeit und Gemeinschaftsbildung praktizieren können und sich bereit erklären, ein Leben der Enthaltsamkeit und Entsagung zu führen. Gemeinsam mit ihrem Lehrmeister versuchen sie, eine tiefere Verbindung zu sich zu erlangen und diskutieren auch mit den zahlreichen Touristen, die das Gemeindezentrum als Ort der Erholung aufsuchen, über die existenziellen Fragen des Lebens.

Mit den Filmemachern Marc Francis und Max Pugh erhielt zum ersten Mal ein Filmteam die Erlaubnis, drei Jahre lang den Alltag des in dem einsam in der ländlichen Idylle der französischen Region Nouvelle-Aquitaine gelegenen Klosters filmend zu begleiten. Für ihren Film und dessen Vorbereitung durften die voll ins religiöse, spirituelle und rituelle Leben integrierten Regisseure auch Hanhs Tagebücher verwenden, aus denen sie den Schauspieler und bekennenden Buddhisten Benedict Cumberbatch, dessen Firma „Sunny March“ den Film mitproduziert hat, ausgewählte Stellen vorlesen lassen. Ganz genau und ausführlich beobachten Francis und Pugh das Leben der Mönche und Nonnen, die die meiste Zeit beten oder meditieren. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei, und darauf deutet der Filmtitel hin, die Meditation im Gehen. Die Zenbuddhisten, von denen nicht wenige direkt aus unserer hoch technisierten und reizüberfluteten Welt kommen, wirken dabei jederzeit mit sich und ihrer Umwelt im Reinen.

Die beiden Filmemacher begleiteten die Buddhisten aber auch auf ihrer Reise in die USA, wo sich die Mönche unter anderem in intimen, Gesprächen in einem Frauengefängnis als humorvolle und intelligente Gesprächspartner erweisen, die glaubhaft vermitteln können, warum sie voller Begeisterung und Enthusiasmus ihre Existenz der Religion widmen und den Verlockungen der modernen Zivilisation entsagen wollen.

Fazit: Die ruhige Filmdoku, die ein möglichst breites Publikum ansprechen möchte, wagt einen Blick auf einen in sich ruhenden Gegenpol zu einer Welt, in der viele von uns ständig vor sich hin hasten, ohne je wirklich anzukommen.

Freigegeben für alle, etwa 88 Minuten.

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