Wernfeld

Wann kehren in Wernfeld die Seerosen zurück?

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Main-Spessart lässt zurzeit einen Teil des Naturdenkmals Tongrubenseen in Wernfeld wiederherstellen. Foto: Peter Hofmann

Verwildert, zugewuchert und schließlich nahezu verschwunden war seit einigen Jahren der zweitgrößte Tümpel (Seerosensee genannt) der historischen Tongruben oberhalb Wernfelds. Sie sind als Naturdenkmal eingestuft. Jetzt lässt auf Initiative von Peter Hofmann und anderen Wernfeldern die Untere Naturschutzbehörde den Seerosensee freilegen.  

Zeugnisse des Töpferhandwerks

Zahlreiche mehr oder weniger große Tümpel, manche davon schon mit Morast verfüllt, befinden sich auf der Höhe über Wernfeld. Dort baute die Bevölkerung in alten Zeiten Ton ab, was Wernfeld ein blühendes Töpferhandwerk bescherte. Nachgewiesen ist der Tonabbau seit 1606, hat Pfarrer Anton Heußlein, ein gebürtiger Wernfelder herausgefunden. Die Nutzung dieses Vorkommens dürfte wesentlich weiter zurückreichen. Nach dem Ende der Töpferei lieferte Wernfeld ab 1949 noch Ton in großen Mengen für die Ziegelei Stenicka in Neuendorf, vermutlich bis zur Firmenschließung 1974. Nach Angaben des Neuendorfers Ernst Albert produzierte der Betrieb täglich bis zu 25 000 Hochlochsteine. Die Abbaustätte wurde danach zum Steinbruch.

In den historischen wasserundurchlässigen Tongruben sammelt sich das Oberflächenwasser; auf diese Weise entstanden einzigartige Biotope in einem ansonsten trockenen Gebiet. Der größte See befindet sich auf Gambacher Gemarkung, an ihm steht auch eine Hütte, vermutlich von Anglern. Der nächstgrößere See, um den sich jetzt die Untere Naturschutzbehörde kümmert, zeichnete sich durch einen bunten Teppich von Seerosen aus, daher der Name. In Wernfeld ist sogar die Siedlungsstraße, die dorthin führt, danach benannt.

Naturverträgliche Eingriffe

Auf Betreiben Peter Hofmanns soll der See seinem Namen wieder gerecht werden. Zwei Jahre vergingen bis dahin mit Behördenbesprechungen. Nur behutsam darf der Tongrubensee gereinigt werden, damit der Eingriff in die Lebenswelt der Fauna verträglich erfolgt, berichtet Peter Hofmann. Daher ist in dieser Woche erst einmal nur eine Teilfläche freigelegt worden. In Abstimmung mit dem Forstamt Gemünden werden noch einige Bäume gefällt, um dem See Sonnenlicht zukommen zu lassen.    

Die Initiatoren der Wiederherstellung des Naturdenkmals freuen sich über die Maßnahmen der Naturschutzbehörde. Peter Hofmann hat der Sachbearbeiterin versprochen, das nahe am See aufgestellte und verwitterte Schild "Naturdenkmal" blitzblank zu reinigen.

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