Main-Spessart

Wann muss welche Tonne raus? Abfall-App soll 40 000 Euro kosten

Mülltonnen in Gemünden in der Scherenbergstraße. Foto: Michael Fillies

Wann müssen die Mülltonne und die gelben Säcke raus, wenn in der Woche ein Feiertag war? Wer das wissen will, muss bisher in den Abfallkalender schauen. Künftig soll sich das einfach per Smart-Phone überprüfen lassen, der Umweltausschuss votierte mehrheitlich für die Einführung einer Abfall-App im Jahr 2020. Landrat Thomas Schiebel kündigte die Abfall-App vollmundig als "Abfall 4.0" an.

Ganz billig wird das wohl nicht. In der Sitzung war von rund 40 000 Euro für die von der Verwaltung favorisierte Lösung vom Hersteller des im Kreis genutzten Programms zur Abfallgebührenveranlagung die Rede. Das soll den Vorteil haben, dass im Gegensatz zu zwei anderen Anbietern Kosten für Nacharbeitung in der Verwaltung entfallen. Bisher müssen Daten mehrfach für unterschiedliche Medien aufbereitet werden. Mit dem künftigen System sollen einmal erstellte Daten und auch alle Änderungen gleichzeitig für Smartphone, Tablet und die Internet-Homepage bereit stehen.

Eine Gegenstimme zur App

Neben der Anschaffung wird es aber auch laufende Kosten geben, Kreisrätin Rosemarie Richartz (SPD) sprach von 5800 Euro und stimmte deshalb als Einzige dagegen. Solche Kleinbeträge summierten sich erfahrungsgemäß zu größeren finanziellen Brocken.

Andere Landkreise haben solche Apps schon und auch die Bürger in Main-Spessart fragen laut Landratsamt danach. Die Abfuhrtermine sind natürlich nur ein Aspekt, aber ein wichtiger. So würde die App per Pushnachricht auf dem Handy auch warnen, wenn Abfuhrtermine wegen Stürmen oder winterlichen Straßenverhältnissen ausfallen. Zudem könnten sich die Nutzer Erinnerungen einstellen.

App soll mehr als digitaler Abfallkalender sein

Letztlich soll die App ein digitaler und immer aktueller Abfallkalender sein. Welche Abfälle sind wie zu entsorgen (Abfall-ABC), wo ist der nächste Wertstoffhof und wann hat er geöffnet, wie sind Zeiten und Preise auf der Kreismülldeponie? Auch News sollen bereit gestellt werden, etwa zum Umgang mit der Biotonne bei Hitze oder Frost sowie eine Archiv aller Pressemitteilungen des Abfallwirtschaftsbereiches.

Die Kontaktmöglichkeiten sollen über die grundsätzliche Erreichbarkeit des Landratsamtes mit Abfallberatung und Müllgebührenstelle hinaus gehen. Denkbar sind zum Beispiel direkte Mitteilungen von Missständen samt Foto vom überfüllten Blechcontainer. Auch die An-, Um- oder Abmeldung von Müllbehältern oder Anforderung von Bedarfsleerungen könnte in eine solche App integriert werden.

Nicht fehlen wird wohl auch die Funktion, die Abfallwirtschafts- und die Gebührensatzung einsehen zu können.

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