Marktheidenfeld

Warema eröffnet Ausbildungszentrum: "Wir wollen die besten Schüler"

Die Berufswelt wird immer komplexer. Diese Herausforderung versucht der Marktheidenfelder Sonnenschutz-Hersteller Warema mit besserer Ausbildung zu meistern.
Am 13. Dezember lud der Marktheidenfelder Hersteller von Sonnenschutzprodukten, Warema, Gäste ein, um sie über das Gelände zu führen. Foto: Nicolas Bettinger

Wenn wir uns heute die Ausbildung anschauen, dann hat das nichts mehr mit der vor 20,30 oder 40 Jahren zu tun, sagte Angelique Renkhoff-Mücke, als sie bei der Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums auf die Bühne kam. Heute ist die 56-Jährige Vorstandsvorsitzende der Warema Group, doch auch sie sei in ihrer Ausbildung noch "Stift" genannt worden, erzählt sie. Azubi sein habe damals noch Kaffeekochen und Saubermachen bedeutet. "Auch die ersten beiden 'Stifte' bei der Warema mussten noch Zigaretten für ihre Chefs holen."

Fotoserie

Warema Ausbildungszentrum

zur Fotoansicht

Seitdem habe sich viel geändert. Die Frage sei heute vielmehr, so Renkhoff-Mücke, wie man die Mitarbeiter für die digitale Zukunft fit machen könnte. Dieser Prozess fange schon in der Ausbildung an, Azubis und Ausbilder müssten sich ständig weiterentwickeln. Der Grundstein dafür soll das neue Ausbildungszentrum am Dillberg sein.

Das ist Warema
Das Unternehmen wurde 1955 von Hans Wilhelm Renkhoff gegründet und hat aktuell 4400 Mitarbeiter. Hauptstandort ist noch immer Marktheidenfeld. 126 Auszubildende und Studenten arbeiten aktuell bei Warema, davon 114 in Marktheidenfeld. Das Unternehmen bietet an diesem Standort aktuell zehn Berufe zur Ausbildung und acht Studiengänge an. 
Angelique Renkhoff-Mücke eröffnete das neue Ausbildungswerk der Warema offiziell.  Foto: Nicolas Bettinger

Das ist neu am Ausbildungszentrum

1000 Quadratmeter Fläche hat das neue Ausbildungszentrum, das auch irgendwie das alte ist. Denn schon vorher hatte Warema sich in einem 400 Quadratmeter großen Teil des Gebäudes eingemietet. Als die Chance da war, das ganze Gebäude zu kaufen, so Personalleiter Christian Endres, habe man sofort zugegriffen. "Die Fläche ist zum ersten Mal nicht mehr knapp". 

Eine neue Elektrowerkstatt mit 15 Arbeitsplätzen gibt es jetzt, die Metallwerkstatt ist weniger vollgestopft. Für verschiedene Projekte ist jetzt genug Platz da, die die Veränderung der Ausbildungsschwerpunkte in eine technische und digitale Richtung besser möglich machen. Es gibt einen Raum für Smart-Home, einen für Automatisierungstechnik und einen für IT-Schulungen. "Wir wollen so schon früh Teamarbeit berufsgruppenübergreifend fördern", erklärte Endres den Aufbau der Arbeitsplätze. 

Wie sieht die Arbeit im neuen Ausbildungszentrum aus?

Michelle Veiel (vorne links) zeigte ihr Werkstück für den Abschluss. Foto: Nicolas Bettinger

Vorstandsvorsitzende Renkhoff-Mücke verglich das Ausbildungszentrum mit einer kleinen Firma in der Firma. Hier hätten die Azubis Freiraum, könnten mitgestalten. Selbstentdeckendes Lernen werde genauso gefördert wie eine praxisnahe Ausbildung im Tagesgeschäft. 

Wie das in der Praxis aussehen kann, schilderte Michelle Veiel. Sie lernt Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr und zeigte ihr Abschluss-Werkstück, eine Vorrichtung für Produktionsprozesse. Die Steuerung hat sie dafür selbst gebaut, programmiert und gefräst. "Nur im Büro sitzen wäre nichts für mich", sagte sie. Im ersten Jahr habe sie hier im Ausbildungszentrum den Metallgrundkurs gehabt: feilen, sägen und so weiter. Im zweiten Lehrjahr lerne man die Abteilungen kennen, die für den Job notwendig seien und im dritten Lehrjahr stehe man dann wieder im Zentrum, um das Abschlussprojekt zu machen. 

Warum Warema dieses Ausbildungszentrum braucht

In einer Art ist die Ausbildung vor 20,30,40 Jahren dann doch mit der von heute vergleichbar. Renkhoff-Mücke erzählte bei ihrer Eröffnungsrede, dass schon ihr Vater früher, als Marktheidenfeld noch bäuerlicher geprägt war, großen Wert auf Ausbildung gelegt habe. Der Grund war: Die Fachkräfte fehlten, "also mussten wir sie selbst ausbilden", sagte die Vorstandsvorsitzende.

Heute ist das Thema wieder aktuell. Personalleiter Christian Endres sagte: "Wir sind bei der Ausbildung im Wettbewerb mit anderen Unternehmen." Einen Vorteil zu haben – auch dafür sei das neue Zentrum gedacht. "Wir wollen die besten Schüler haben."

Schlagworte

  • Marktheidenfeld
  • Martin Hogger
  • Angelique Renkhoff-Mücke
  • Ausbilder
  • Auszubildende
  • Beruf und Karriere
  • Berufe
  • Fachkräfte
  • Mitarbeiter und Personal
  • Schülerinnen und Schüler
  • Studentinnen und Studenten
  • Vorstandsvorsitzende
  • Wilhelm
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!