Marktheidenfeld

Warten auf einen neuen Vorbeter

Im Blickpunkt: Gäste in der Marktheidenfelder Istiklal-Moschee im Türkisch-Islamischen Gemeindezentrum. Foto: Martin Harth

Den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit nutzen die islamischen Gemeinden seit vielen Jahren als Zeichen der besonderen Verbundenheit zu Deutschland. Deshalb lud auch der Türkisch-Islamische Verein Marktheidenfeld von 1975 zu einem Tag der Offenen Moschee in sein Gemeindezentrum an der Udo-Lermann-Straße ein.

Dort wurden die Gäste von kalten und warmen Spezialitäten aus der türkischen Küche empfangen. Vor allem die Frauen hatten sich um die Gastfreundlichkeit bemüht. Im Mittelpunkt stand der Austausch bei Führungen durch das Gebäude, bei denen die Istiklal-Moschee im Obergeschoss besonders im Blickpunkt stand. Trotz der kühlen Witterung fanden sich immer wider Besucher ein, darunter auch Interessierte aus der Kommunalpolitik. Das freute die Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde und deren Vorsitzenden Vedat Karakoc besonders.

Als kundiger Ansprechpartner stand der Integrationsbeauftragte Cevat Keceli zur Verfügung. Mit Unterstützung zweier junger Damen aus der Gemeinde stellte er sich in der Moschee im Rahmen der Führungen den Fragen der Besucher über den Alltag gläubiger Muslime in Marktheidenfeld. Nach dem Weggang des bisherigen Vorbeters warte die Gemeinde, die dem Dachverband DITIB angehört, nun darauf, von der Religionsbehörde in der Türkei einen neuen Vorbeter zugewiesen zu bekommen. Auf Nachfrage wurde deutlich, dass für die Bezahlung dieser Stelle letztlich der türkische Staat zuständig ist.

Im Gespräch traf das seit kurzem in Österreich praktizierte Modell auf Interesse, bei dem die islamischen Vorbeter an österreichischen Hochschulen ausgebildet werden, um nach einem längeren Praktikum in der Türkei dann schließlich in den islamischen Gemeinden der Alpenrepublik tätig werden zu können. Folge dieser Ausbildung ist auch, dass die Vorbeter in zwei Sprachen predigen können.

Neben den grundsätzlichen Glaubensvorschriften interessierten sich die Gäste für den Koran, das Arabische als Sprache des Ritus in der Moschee und das Verhältnis der unterschiedlichen Ausrichtungen des Islams zueinander.

Die türkischen Gemeinde, so war zu erfahren, zählt in Marktheidenfeld und Umgebung gut 330 Mitglieder. Nicht alle Familien sind türkischen Ursprungs. Man sei bemüht auch gläubige Muslime aus Flüchtlingsfamilien in die Gemeinde zu integrieren, betonte Cevat Keceli. Zu den Gebetszeiten werde die Moschee aus diesem Kreis durchaus regelmäßig besucht. Auch am Tag der Offenen Moschee sei morgens beispielsweise ein Mann aus einer Flüchtlingsfamilie gekommen, um etwas Selbstgemachtes zum Buffet für die Gäste beizusteuern. Das sei doch ein gutes und ermutigendes Zeichen findet der Integrationsbeauftragte.

Am Abend wollten sich nach dem Aufräumen einige Männer noch zusammensetzen, um über die nächste Zeit nachzudenken. Zu Beginn des kommenden Jahres wolle man auf jeden Fall wieder ein großes Hallenfußball-Turnier veranstalten, kündigte Keceli an, um auch jungen Menschen etwas bieten zu können.

Beim Tag der Offenen Moschee reizten türkische Gaumenfreuden. Foto: Martin Harth

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