RIENECK

Warum der Friedhof saniert wird

Küber vor maroder Mauer.

Für angepeilte 700 000 Euro soll ein Teil des Rienecker Friedhofs nächstes Jahr saniert werden. Manche halten das für hinausgeschmissenes Geld. „Da tät' ich gar nichts machen“ und ähnliche Aussagen bekommt man in Rieneck zu hören. Bürgermeister Wolfgang Küber kann das nicht verstehen: „Bei manchen Mauern meinst du schon, sie fallen ein, wenn du nur dagegen trittst“, sagt er und zeigt von Rissen durchzogene, zerfallende Mauern im mittleren Friedhofsbereich. Die Stadt Rieneck müsse hier ihrer Sicherungspflicht nachkommen, sonst werde irgendwann jemand erschlagen bei der Grabpflege.

Für Küber ist das Thema „undankbar“. Das ganze Jahr sei allen ziemlich egal, in welchem Zustand der Friedhof ist, aber an Allerheiligen und bei der Beerdigung eines Angehörigen werde plötzlich erwartet, dass er in einem einwandfreien Zustand sei. Deswegen sei das Verständnis auch nicht sonderlich hoch, dass so viel Geld in die Friedhofsanierung gesteckt werden muss. Aber die Mauern und Treppen seien nun mal heillos marode. „Das ist ja kein Luxus, was wir da machen.“

Küber war schon mit Volker Bischoff, Baukontrolleur beim Landratsamt, und auch mit Landschaftsarchitekten auf dem Rienecker „Kirfich“, die sich darin ebenfalls einig gewesen seien. Vor 17 oder 18 Jahren, so Küber, sind zur Sicherung zwar Streben zwischen den Mauern eingezogen worden, aber die helfen auch nichts mehr, wenn die Mauer außen herum wegbröckelt.

Keine Umbettungen nötig

Wie mehrfach berichtet, hat sich der Rienecker Stadtrat für die Variante entschieden, bei der die vorhandenen sechs Grabebenen erhalten bleiben und keine Umbettungen nötig sind. Die Variante sei auch die günstigste gewesen, so Küber. Diesen Monat fiel auch die Entscheidung, die ganzen Arbeiten in einem Rutsch durchführen zu lassen, weil dies 100 000 Euro einspare. Die Stadt muss die nun geplanten knapp 700 000 Euro ohne Zuschüsse stemmen. Die 700 000 Euro seien dabei nur eine Kostenschätzung, so Küber. „Du weißt bei einem Friedhof nie genau, was auf dich zukommt.“

Die neuen Stützmauern aus Beton haben einen Fuß, auf dem die Grabsteine künftig einen festen Stand haben sollen. Bisher hätten die Grabsteine mitunter jährlich neu gesichert werden müssen, weil die Mauern sie umgedrückt und sie keinen festen Stand gehabt hätten, sagt Küber.

Die Sanierungsarbeiten sollen nächstes Jahr von April bis Oktober laufen. Zu Allerheiligen 2013 soll der Friedhof fertig sein, so Küber. Am Mittwoch, 7. November, wird es um 19.30 Uhr im Festsaal des Bürgerzentrums eine Bürgerversammlung zum Friedhof geben. Die Ausstellung der Pläne erfolgt bereits ab 18 Uhr.

Was auf dem Rienecker Friedhof gemacht werden soll

Der sanierungsbedürftige Teil des Friedhofs behält seine sechs Grabebenen. Die bestehenden Mauern bleiben, die Kronen werden ein Stück abgetragen, so dass die Gänge etwas breiter werden. Vor die alten Mauern kommen neue Stützmauern aus Betonfertigteilen, die durch vier- bis fünf Meter lange Bohrpfähle im Boden verankert werden. Der Fuß der L-förmigen Stützmauern dient als Grabsteinfundament.

Die 200 betroffenen Grabflächen werden um 30 bis 40 Zentimeter kürzer, die Wege auf den Ebenen dadurch etwas breiter und rollstuhlgerecht. Bei den Arbeiten müsse die Stadt bzw. die Baufirma die Grabsteine und -umfassungen entfernen und hinterher wieder aufstellen, so Küber. Bestattungen sollen in der Zeit aber möglich sein.

Die beiden Friedhofstreppen, die den betroffenen Bereich einrahmen, sollen ebenfalls saniert werden. Neu entstehen soll außerdem eine Zufahrt für Rollstuhlfahrer zu den 200 Grabflächen.

Mauern von Rissen durchzogen: Der Rienecker Friedhof muss nächstes Jahr für rund 700 000 Euro saniert werden. Foto: Björn Kohlhepp

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