Wiesthal

Was Wiesthals Bürgermeisterkandidat Helmut Frenzel vermeiden will

Helmut Frenzel im Selfie. Der 63-Jährige will als CSU-Kandidat in Wiesthal Bürgermeister werden. Foto: Helmut Frenzel

Helmut Frenzel nimmt seinen zweiten Anlauf auf das Bürgermeisteramt. 2014 richtete er gegen Amtsinhaber Andreas Zuschlag wenig aus. Nun werden die Karten neu gemischt.

Andreas Zuschlag (Freie Wähler) tritt nicht mehr an. Dieses Mal heißt der Mitbewerber Karl-Heinz Hofmann, der von den Freien Wählern nominiert worden ist. Frenzel hat sich von der CSU aufstellen lassen, deren Ortsvorsitzender er ist.

Frenzel hätte auch für die Gemeinsame Liste für Wiesthal/Krommenthal kandidieren können. Dieser Zusammenschluss kommunalpolitisch Interessierter hatte schon vorher nach einem Kandidaten gesucht, Frenzel in deren Aufstellungsversammlung abgewunken.

Nun begründet Frenzel seine Bestrebungen, Bürgermeister der knapp 1300-Einwohner-Gemeinde Wiesthal mit ihrem Ortsteil Krommenthal zu werden, so: "Ich wollte das chaotische System vermeiden." Sprich, eine sogenannte wilde Wahl. Bei einer solchen Wahl ohne Wahlvorschlag haben die Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, auf dem Stimmzettel zu vermerken, wen sie als Bürgermeister haben möchten. Für den Gemeinderat kandidiert er auf der Einheitsliste.

Harmonie im Gemeinderat

Sollte er am 15. März gewählt werden, wolle er zunächst Harmonie in den Gemeinderat bringen. Da einige Gemeinderäte aus Altersgründen nicht mehr für das Gremium zur Verfügung stehen, werde es viele junge und neue Ratsmitglieder geben.

An Projekten hat er den Bahnhof Wiesthal auf seiner Liste stehen: Der Fußweg von Krommenthal zum Bahnhof solle rollatortauglich ausgebaut werden. Darauf hätten ihn Bürger angesprochen. Den Bahnhof und den Umgriff barrierefrei zu gestalten und die Parkplätze zu erneuern hält er in Zeiten, in denen man nicht mehr so viel Auto fahren soll, für geboten. Hier müsse der Kreistag einbezogen und Druck gemacht werden.

Tarifverbund Richtung Frankfurt

Der Tarifverbund des Landkreises für den Öffentlichen Nahverkehr, der die Region Würzburg einbezieht, müsse auf das Gebiet Aschaffenburg/Frankfurt ausgedehnt werden, damit Pendler und Reisende von Wiesthal Richtung Aschaffenburg keine Tarifgrenze überwinden müssten.

Zur Staatsstraße 2317 sagt Frenzel, dass der weitere Ausbau schwierig sei, so lange diese Straße als Umgehung bei Arbeiten an der B26 gebraucht werde. Frenzel würde gerne den 2. Bauabschnitt der Staatsstraße forcieren, weil sich dieser in kleinen Teilen vergeben und in kleinen Schritten angehen ließe. Außerdem müsse sich die Gemeinde um eine bessere Anbindung der Firma Wenzel an die Staatsstraße kümmern.

Auch in Sachen Photovoltaik müsse sich etwas tun. Es gebe Hänge mit idealer Sonneneinstrahlung. So könne die Gemeinde ökologisch vorankommen und Einnahmen generieren. Die Neugestaltung des alten Friedhofs mit barrierefreiem Zugang von der Bahnhofsstraße aus sei als Wunsch von einigen Wiesthalern gekommen.

Gemeinsam Mehrwert schaffen

Frenzel stellt sich vor, dass solche Projekte mit Eigenleistung der Bürger verwirklicht werden könnten. Früher sei mehr mit den Bürgern realisiert worden, sagt der CSU-Kandidat und nennt als Beispiel die Kulturhalle. Er glaubt, dass sich etliche Bürger beteiligen würden, wenn es darum gehe, Mehrwert für die Gemeinde zu schaffen.

Ein großes Thema ist laut Frenzel für Wiesthal der Bauhof. Es müsse eine ökologisch und finanziell günstige Lösung geben. Die Gemeinde muss nach Ansicht Frenzels darum kämpfen, dass der jetzige Standort als Mischgebiet erhalten bleibt und das Gebäude saniert werden kann. Bei einem anderen Standort müsste man das bestehende Gebäude entsorgen.

Was die digitale Versorgung Wiesthals anbelangt, sagt Frenzel, dass der Mobilfunk funktioniere und über W-Lan alles abgedeckt sei. Bis zu den Umsetzern sei Glasfaser im Einsatz. Es sei kein Problem, von Wiesthal aus im Home Office zu arbeiten.

Altort beleben

Um den demografischen Wandel auszugleichen, möchte Frenzel Werbung im Raum Aschaffenburg für Wiesthal als Wohnort machen. Der große Vorteil der Gemeinde sei der Bahnhof. Zwar habe die Gemeinde kaum Bauplätze anzubieten. Aber die Überlegungen des 63-Jährigen gehen in Richtung Altortbelebung. Im Ortskern gebe es durchaus Leerstand, der abgerissen oder saniert werden könnte. Dafür gebe es auch Geld vom Freistaat Bayern. Außerdem könne Wiesthal mit einem Arzt und zwei Metzgern punkten. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sei gesichert.

Frenzel ist in Hannover geboren, hat nach eigenen Angaben seine Jugend in Mühlheim am Main verbracht. Als er zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach Wiesthal. Nach dem Schulabschluss in Wiesthal absolvierte er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Beruflich war Frenzel hauptsächlich beim Industriedienstleister für technische Isolierung und Schallschutz Bilfinger und Berger tätig, etliche Jahre als Geschäftsführer. Vor einigen Jahren hat er sich selbstständig gemacht. Der 63-Jährige ist mit einer Wiesthalerin verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er wandert gerne. Zum Bergwandern und Motorradfahren komme er zurzeit wenig. Im Moment beschäftige ihn sein Wald wegen des Borkenkäfers.

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