Uettingen

Was beim Projekt "Neue Mitte Uettingen" zu beachten ist

Behörden und Träger öffentlicher Belange nahmen Stellung zum Projekt 'Neue Mitte Uettingen'.
Behörden und Träger öffentlicher Belange nahmen Stellung zum Projekt "Neue Mitte Uettingen". Foto: Mechtild Buck

Der Schwammspinner und die Bauleitplanung der neuen Ortsmitte Uettingen waren schwerpunktmäßig Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Die Räte lehnten eine Befliegung des Gemeindewalds mit Hubschraubern zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gegen den starken Schädlingsbefall durch Schwammspinner ab. Der Schwammspinner ist ein Schmetterling, der in Eichen und anderen Laubbäumen lebt, und dessen Raupe durch Kahlfraß zum Absterben der Bäume führen kann. Das Risiko für das Absterben ist durch die extremen Witterungsbedingungen und Fraß im Vorjahr heuer besonders hoch. Insbesondere im Kopfbereich des Schlehrbergs ist laut Revierförster Timo Renz die kritische Dichte der Schwammspinnergelege überschritten, sodass hier nicht nur die alten und großen Bäume gefährdet sind, sondern alle. Hier bestehe die Gefahr eines bestandsbedrohenden Kahlfraßes der Bäume. Die unteren Bereiche des Schlehrbergs im Norden und Osten sind hingegen bis jetzt unkritisch.

Mimic beschleunigt Häutungsprozess 

Renz hatte der Gemeinde vorgeschlagen, sich für den Kopfbereich des Schlehrbergs, etwa fünf Hektar, an eine von der Bayerischen Forstverwaltung organisierte Befliegung mit Hubschraubern anzuschließen, bei der das Pflanzenschutzmittel Mimic ausgebracht wird. Die Kosten für die Maßnahme hätte die Forstverwaltung übernommen.  

Mimic ist ein selektiv wirkendes Mittel mit dem Wirkstoff Tebufenozid, das den Häutungsprozess der Schmetterlingslarven beschleunigt. Der Fraßstopp tritt sofort ein. Das Mittel wird häufig im Obst- und Weinbau eingesetzt, ist nicht krebserregend und wirkt sich nicht auf das Erbgut des Menschen aus. Der Wirkungsgrad wird mit achtzig Prozent angegeben. Das Hauptargument gegen die Befliegung war, keine chemischen Mittel aufzubringen, da bei einer Ausbringung auch weitere Insekten in Mitleidenschaft gezogen würden. Bei einer Spritzung mit einem biologischen Mittel, wäre die Entscheidung womöglich anders ausgefallen, so Bürgermeister Heribert Endres.

Bauleitplanung "Neue Mitte Uettingen"

Der Entwurf des vorhabensbezogenen Bebauungsplans für das Projekt "Neue Mitte Uettingen" lag vom 20. Januar bis 21. Februar im VG-Gebäude in Helmstadt  aus. Gleichzeitig fand die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange statt. 

Die Bürger gaben keine Stellungnahmen ab. Die Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange wurden in der jüngsten Sitzung vorgetragen und die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Das Landratsamt Würzburg-Immissionsschutz erklärte, dass für den Immissionsschutz folgende Punkte relevant sind: die Verkehrslärmauswirkungen infolge der B 8 auf das Gebiet, hier ist ein Schallschutz zu schaffen, der Verkehrslärm durch den öffentlichen Parkplatz sowie der Anlagenlärm aus dem Plangebiet.

Die Regierung von Unterfranken wies auf die beim Brand- und Katastrophenschutz zu beachtenden bauleitplanerischen Überlegungen hin. Das Bauamt erörterte eine vorzunehmende formelle Verbindung des Vorhaben- und Erschließungsplans hin und bat, den Umfang der Planunterlagen zu prüfen. Die Darstellung der einzelnen Geschosse ist für die Beurteilung des Immissionsschutzes notwendig.

Ausreichend Abstand zwischen Gebäuden

Das Landratsamt-Bauplanungsrecht/Städtebau wies auf die Planung ausreichender Stellplätze, die Beachtung der Vorschriften für Geländeveränderungen und Einfriedungen sowie die Gewährleistung ausreichender Abstandsflächen zwischen den Gebäuden hin, damit Belichtung und Belüftung sichergestellt sind. Das Landratsamt-Wasserrecht und Bodenschutz setzt die ordnungsgemäße Erschließung und die Ausweisung von Ausgleichsflächen als Uferstreifen voraus. Es besteht kein Eintrag im Altlastenkataster.

Das Landratsamt-Denkmalschutz erklärte, dass die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis bei Veränderung eines Baudenkmals einzuholen ist. Das Staatliche Bauamt Würzburg hatte keine Bedenken, sofern Änderungen der bestehenden Zufahrts- und Zugangsverhältnisse mit dem Amt abgestimmt und die Lärmschutzgrenzwerte eingehalten werden. Die Entwässerung der Straßengrundstücke darf nicht beeinträchtigt werden.

Auf landwirtschaftlichen Verkehr Rücksicht nehmen

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bat, den Hinweis auf die durch die benachbarten landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erwartende Lärm-, Staub- und Geruchsemissionen auch zu unüblichen Zeiten in die Unterlagen aufzunehmen. Auf den landwirtschaftlichen Verkehr ist während der Bauarbeiten Rücksicht zu nehmen. Auch der Bayerische Bauernverband wies auf diese Problematik, insbesondere in Hinblick auf den benachbarten landwirtschaftlichen Betrieb von Frank Schätzlein hin.

Die Deutsche Telekom bat um Beachtung der sich am Rande des Plangebiets befindlichen Telekommunikationslinien sowie die bei der geplanten Baumpflanzung die Hinweise im Telekom-Merkblatt über Baumstandorte.

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