Lengfurt

Was ein Pestgelübde mit Corona zu tun hat

Die Sebastiani-Gemeinschaft hebt das besondere Gelübde der Lengfurter Bürger aus dem Jahr 1632  hervor und hat  nun für längere Zeit die Fahne ihrer Gemeinschaft in der Lengfurter Pfarrkirche angebracht. Im Bild von links: Hauptmann Oskar Aschauer, Fähnrich Rüdiger Schreck und Oberleutnant Thomas Hahmann
Die Sebastiani-Gemeinschaft hebt das besondere Gelübde der Lengfurter Bürger aus dem Jahr 1632 hervor und hat nun für längere Zeit die Fahne ihrer Gemeinschaft in der Lengfurter Pfarrkirche angebracht. Im Bild von links: Hauptmann Oskar Aschauer, Fähnrich Rüdiger Schreck und Oberleutnant Thomas Hahmann Foto: Raymond Roth

Im Januar, als man in Lengfurt zum 388. Mal das Fest des Hl. Sebastian beging, ahnten die wenigsten, wie schnell und wie sehr das Gelübde der Lengfurter Bürger aus dem Pestjahr 1632 wieder ins Bewusstsein der Gemeinde rücken würde. Jetzt hat die Sebastiani-Gemeinschaft in Lengfurt erneut Zeichen gesetzt, in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Lengfurt, und durch ein bemerkenswertes Angebot für die Gemeinde.

Sankt Sebastian wird gegen die Pest, Seuchen und Epidemien sowie auch als Schutzpatron der Brunnen angerufen. Das Sebastiani-Fest wurde und wird in Lengfurt alljährlich am Namenstag des Heiligen in besonderer Weise begangen. Schon einmal rückte dieses Fest besonders ins Bewusstsein der Bürger, und zwar im Jahr 1866, als eine Cholera-Epidemie im Ort herrschte. In diesem Jahr hat man sich erst wieder „richtig“ daran erinnert, es wieder in größerem und würdigerem Rahmen zu begehen, denn seither ist es (nur im 2. Weltkrieg und Ende der 1940er Jahre unterbrochen) immer in der auch heute noch üblichen militärischen Form begangen worden.

Klare Zeichen gesetzt

Was im Laufe eines Kirchenjahres in der Gemeinde äußerlich oft fast unauffällig bleibt, ist das stille Wirken der Sebastiani-Gemeinschaft, die jetzt aus aktuellen Gründen klare Zeichen setzt: ein eher „stilles“ in der Lengfurter Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere und ein aktives in der Gemeinde.

Zum Osterfest findet alljährlich ein Gottesdienst zum Gedenken an die im zurückliegenden Jahr verstorbenen Mitglieder der Sebastiani-Gemeinschaft statt. Während dieses Gottesdienstes wird die blau-weiße Fahne, versehen mit einem Trauerflor, in der Pfarrkirche angebracht. Für den Ostersonntag, da der Gottesdienst in diesem Jahr corona-bedingt ausfallen musste, brachte Fähnrich Rüdiger Schreck, in Abstimmung mit Pfarrer Mathias Wolpert, die Fahne in der üblichen Weise an, leitete ein Foto der Fahne per WhatsApp gemeinschaftsintern weiter.

Sichtbares Gedenken

Es war Ehrenhauptmann Franz Seitz, der dann vielen Mitgliedern der Sebastiani-Gemeinschaft, die in der Folge die Pfarrkirche zum Gebet für die Verstorbenen alleine aufsuchten, aus der Seele sprach und sich dafür stark machte, die blau-weiße Fahne nun nicht nur für den Ostersonntag, sondern für längere Zeit in der Pfarrkirche anzubringen. Damit traf er bei Hauptmann Oskar Aschauer, Oberleutnant Thomas Hahmann und Fähnrich Rüdiger Schreck auf offene Ohren, und auch von vielen jungen Mitgliedern der Gemeinschaft wurde  der Vorschlag geäußert, dieses Gedenken besonders sichtbar zu machen.

Schutz des Hl. Sebastian

Gleichzeitig wird, wie Hauptmann Aschauer betont, damit in besonderer Weise gezeigt, dass die Gemeinde sich angesichts der Corona-Pandemie nun erneut unter den Schutz des Hl. Sebastian stellt. So ist nun in der Lengfurter Pfarrkirche im Übergang vom Hauptschiff zum Altarbereich die mit dem Trauerflor versehene blau-weiße Fahne der Sebastiani-Gemeinschaft auch während der Zeit, in der die Ausgangsbeschränkungen gelten,  angebracht.

Das ist aber nicht das einzige Zeichen, das die Sebastiani-Gemeinschaft nun für die Gemeinde setzt. Seit wenigen Tagen gibt es  die Sebastiani-Nachbarschaftshilfe, die für den Bereich Triefenstein (z.B. Einkauf, Besorgungen etc.) gestartet wurde. Kontakt: Werner Seitz, Tel.: (01512) 8818311 und Thomas Hahmann, Tel.: (09395) 8788232.

Näheres auf der Internet-Seite www. sebastiani-lengfurt.de

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