Karlstadt

Was sich Karlstadter Senioren wünschen

Die Senioren-Union veranstaltete ein Kommunalpolitisches Forum. Foto: Reinhold Möller

Es sei ein Experiment, das die Senioren-Union Karlstadt unternehme, sagte Manfred Goldkuhle als Vorsitzender der Senioren-Union in Karlstadt. Man wolle sich einerseits für die Belange der Senioren einsetzen und andererseits aber auch die Kompetenz jahrzehntelanger Erfahrungen in die Gemeinschaft einbringen. So wurden für die Veranstaltung im Pfarrheim St. Andreas fünf Arbeitskreise gebildet, die in eineinhalb Stunden vorgegebene Themenbereiche abarbeiteten, um im Anschluss daran vor dem Plenum zu berichten, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wohnen in Karlstadt“ hatte Rudi Gosdschan übernommen. Möglichkeiten des Wohnungstauschs, die Einrichtung eines Kommunikationszentrums für Jung und Alt, Barrierefreiheit in öffentlichen und privaten Gebäuden, Modelle für Mehrgenerationenhäuser sowie Konzepte zur Stadtentwicklung waren die Stichworte des Arbeitskreises.

Um medizinische Versorgung, ambulant und stationär, ging es in der zweiten Gruppe, die Richard Ziegler moderierte. Dabei wurde festgestellt, dass die Kernstadt im medizinischen Bereich objektiv gut aufgestellt sei. Mit dem zu einem Ärztehaus umfunktionierten Krankenhaus werde eine sinnvolle Infrastruktur geschaffen, für die noch über ergänzende Maßnahmen nachgedacht werden müsse.

Lücken in der Lebensmittelversorgung

Vorsitzender Goldkuhle war für den Arbeitskreis „Leben  für Senioren in Karlstadt“  zuständig. Barrierefreie Nutzung der Verkehrsmittel und Verbesserung des innerstädtischen Busverkehrs wie in Lohr und  Marktheidenfeld sowie auch die leichtere Erreichbarkeit von Karlstadt durch die Außenbereiche wurden gefordert, außerdem die Bereitstellung öffentlicher Flächen für die teilweise großen Lücken in der Lebensmittelversorgung.

Zum  Thema „Freizeitgestaltung für Senioren“ schlug der Arbeitskreis von Wolfgang Beck vor, in der Volkshochschule, der Stadtbibliothek sowie in der Sing- und Musikschule mehr seniorenspezifische Angebote zu ermöglichen, im Hallen- wie im Freibad Seniorenschwimmstunden und Wassergymnastik sowie eine Mehrgenerationenfläche für sportliche Aktivitäten auszuweisen.

Die fünfte Gruppe sollte die Verbindung herstellen zwischen den Lebensbedingungen für Senioren und den Ansprüchen an die Kommunalpolitik im Hinblick auf die Berücksichtigung neuer Technologien bis zur Digitalisierung und zu „Künstliche Intelligenz“. Der Arbeitskreis von Reinhold H. Möller erinnerte daran, dass die technische Entwicklung von Industrie 1.0 bis zu Technologie 3.0 eine stete Zentralisierung und Verlagerung von ländlichen in die Ballungs-Räume bedeutet habe; seit der Digitalisierung (Technologie 4.0) bestehe die Chance der Re-Dezentralisierung.

Der Arbeitskreis habe anhand von 14 Handlungsfeldern der Kommunalpolitik im Sinne des Prinzips der Subsidiarität festgestellt, dass die untergeordneten Einheiten wie zum Beispiel die peripheren Stadtteile von Karlstadt in allen Bereichen mehr selbst leisten können.

Möller belegte das an der Arbeits- und an der Verwaltungsfunktion. Er rechnete vor, dass mit der Umwandlung der Arbeit in Telearbeit pro Arbeitsplatz in zehn Kostenarten mindestens 15 000 Euro pro Person und Jahr eingespart werden könnten. Er schlug vor, in jedem Stadtteil einen zu wählenden Ortsbeirat von drei bis fünf Personen nach hessischem Modell mit ausschließlich beratender Funktion einzurichten und ein Bürgerbüro mit Video-Online-Zugang zur Stadtverwaltung und zum Beispiel auch zum Landratsamt, zur Rentenversicherung, zur AOK, zum Service der Bundesbahn, dazu die Poststelle, eine Toto- und Lottoannahmestelle sowie eine Annahme für Textilreinigung oder andere Dienstleistungen zu installieren. Eine Stärkung der Teile würden diese dem Ganzen danken.

Die Landratskandidatin Sabine Sitter forderte, „den Landkreis neu zu denken“ und nannte als besondere Schwerpunkte die Verbesserung der Mobilität und die medizinische Versorgung. Michael Hombach, Bürgermeisterkandidat der CSU für Karlstadt, erkannte aufgrund der erarbeiteten Ergebnisse in den Foren einen Nachholbedarf in der Seniorengerechtigkeit und plädierte besonders dafür, dass die Stadt für bezahlbaren Wohnraum sorgen müsste, endet der Pressebericht.

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Ambulanz
  • CSU
  • Kommunalpolitik
  • Manfred Goldkuhle
  • Ortsteil
  • Sabine Sitter
  • Senioren
  • Stadtbüchereien
  • Stadtentwicklung
  • Städte
  • Wohnbereiche
  • Ärztehäuser
  • Öffentlichkeit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!